Samstag, 26. Oktober 2013

Rezension: Der Pfeil der Rache von C. J. Sansom



Genre: Historischer Krimi
- Band 5 der Shardlake Reihe -

Verlag: Fischer
Seitenzahl: 751
Taschenbuch: 9,99 €

1. Auflage: Juli 2011
ISBN: 978-3-596-19105-5

Website des Autors





Der bisher letzte Band der 5-teiligen Reihe um den buckligen Anwalt Matthew Shardlake und seinem Gehilfen Jack Barak - Einfach nur genial!



Zur Handlung:

Dieses Mal hat es der bucklige Anwalt Matthew Shardlake mit gleich zwei kniffligen Fällen zu tun.
Einmal ist da Ellen Fettiplace, eine Insassin des Bedlam - einer Irrenanstalt. Matthew besucht sie regelmäßig, seit er sie vor zwei Jahren durch einen anderen Fall kennen gelernt hat. Ellen scheint normal, doch das, was sie ans Bedlam fesselt, würde man heute als Agoraphobie bezeichnen, die Angst, nach draußen zu gehen. Nur aus diesem Grund ist sie dazu gezwungen, für immer im Bedlam zu bleiben. Durch die Besuche von Matthew hat Ellen sich in ihn verliebt, zwingt ihn regelrecht immer wieder zu kommen, indem sie eine Krankheit vortäuscht. Er jedoch erwidert ihre Gefühle nicht, kann sich aber nicht dazu durchringen, es ihr zu sagen um sie nicht zu verletzen. Doch genau das weckt in ihm das Bedürfnis, ihr zu helfen und ihrer Krankheit auf den Grund zu gehen, um ihr ein "normales" Leben zu ermöglichen - und sie damit von ihm zu lösen.

Diese Gelegenheit ergibt sich bald, denn die Königin selbst bittet Matthew in einem Fall um Hilfe: Vor einigen Jahren sind die verwaisten Geschwister Hugh und Emma Curteys von dem Ehepaar Hobbey aufgenommen wurden, doch scheinbar nur, um finanziellen Nutzen aus ihrem Erbe zu ziehen.
Der damalige Hauslehrer, Michael Calfhill, der damals kurzerhand entlassen wurde, hatte vor einigen Wochen Klage eingereicht mit dem Vorwurf, einer ungeheuerlichen Sache in diesem Vormundschaftsfall auf die Spur gekommen zu sein. Michael Calfhill wurde kurz darauf erhängt in seiner Wohnung gefunden. Calfhills Mutter, eine ehemalige Bedienstete der Königin, bat diese um Hilfe.

Matthew und sein Gehilfe Jack Barak machen sich nun auf den Weg zu den Hobbeys in der Nähe von Portsmouth. Jack lässt seine Frau Tamasin nur ungern zurück, da sie in einigen Wochen niederkommen wird und auch Matthews Erzfeind Richard Rich scheint im Hintergrund seine Fäden zu spinnen.
Und zeitgleich sammelt sich auch noch die gesamte englische Flotte in Portsmouth, da ein Angriff der Franzosen bevorsteht - und einen einzigen Tagesritt entfernt liegt das Dorf, in dem Ellen Fettiplace etwas Furchtbares zugestoßen ist ...
Meine Meinung:

Wieder einmal vollgepackt mit einer eindringlichen Handlung schafft es Sansom das mittelalterliche London ins Leben zu rufen. Vielschichtige Charaktere, illustre Schauplätze, eingebettet in einem lebendigen Sprachstil, der einen sofort in diese altertümliche Atmosphäre hineinzieht. Spannend von Anfang bis Ende, reich an geschichtlichen Details, ein wahres Lesevergnügen. Ich kann diese Reihe nur jedem ans Herz legen, der historische Romane oder Krimis mag!

Der Charakter von Shardlake ist einzigartig - durch sein Handicap ist es ihm nie möglich, ein "normales" Leben zu führen und trotzdem schafft er es, sein Ansehen als Anwalt zu erhalten und sich trotz seiner melancholischen Ader durchs Leben zu schlagen. Ich habe nur eine ungenaue Vorstellung davon, wie er aussieht, aber die Gefühlswelt ist immer wieder so detailliert in die Handlung eingeflossen, dass ich ihn sehr gut kennen gelernt habe und er ist mir sehr sympathisch! Auch die Entwicklung seines Gehilfen und dessen Frau passt perfekt und ich hoffe sehr, dass noch weitere Bände folgen werden!


Insgesamt ein sehr gelungenes Werk, ich bin echt begeistert! Eine der besten historischen Kriminalreihen!

 © Aleshanee
Bewertung
*Highlight* 

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