Sonntag, 10. Mai 2015

Rezension: Vorhang auf für eine Leiche von Alan Bradley

Genre: All Age Kriminalroman

Originaltitel: I am Half-Sick of Shadows
Band 4 der Flavia de Luce Reihe

Verlag: Blanvalet/Penhaligon
Seitenzahl: 320
Hardcover: 19,99 €
Taschenbuch: 8,99 €
ebook: 7,99 €

1. Auflage: Okt 2012

Website zur Reihe



"Beachtliche Fähigkeiten?", protestierte meine innere Stimme. "Nur <beachtliche>? 
Jetzt mach aber mal halblang, Flavia! Du weißt genau, dass du ein absolutes Genie bist!" S. 12


Klappentext

Für die notorisch klamme Familie de Luce tut sich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihr Herrenhaus für Dreharbeiten nutzen. Die Schaulustigen strömen nach Buckshaw, um den Star des Ensembles zu sehen, die berühmte Diva Phillys Wyvern. Doch dann geschieht das Unfassbare: Eine Leiche wird gefunden – erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen tosenden Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Der findigen Hobbydetektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden. Unverzüglich beginnt sie mit ihren Ermittlungen und gerät dabei selbst ins Visier des Mörders …

Meine Meinung

Ich bin ja mittlerweile ein kleiner Fan der Reihe :) Die Bücher sind jetzt nicht das beste, das ich je gelesen habe, aber sie haben alle einen gewissen Flair, dem ich mich nicht entziehen kann! Der Einstieg in Band 4 war wieder großartig - vor allem der Schreibstil aus Sicht der 11jährigen Flavia ist klasse. Eigentlich nicht passend für so ein junges Mädchen, aber da die Kleine schon früh für sich selbst kämpfen musste und in dem Haushalt mit ihrem Vater und ihren zwei älteren Schwestern immer alleine dasteht, zeichnet der Autor damit ein herzerwärmendes, wenn auch morbides Bild der Protagonistin.

Flavia kennt ihre Mutter nicht, da diese beim Bergsteigen verunglückt ist, als sie erst 1 Jahr alt war. Ihre Schwestern Daphne und Ophelia reiben ihr bei jeder Gelegenheit unter die Nase, dass sie daran schuld ist, dass sie gar nicht gewollt war und dass sie überhaupt völlig überflüssig ist. Der Vater, Colonel de Luce, ist ein sehr wortkarger, in sich gekehrter Mann, der mit dem Tod seiner Frau nie zurecht gekommen ist und ist daher für Flavia keine Hilfe. Auch Gefühle werden im Haushalt der de Luces nicht gezeigt und so muss sich die Kleine anderweitig behelfen, um mit ihrem einsamen Leben fertig zu werden. 

"Ein gewisser Aristoteles hat mal gesagt, dass wir Vergnügen daran finden, uns mit Toten und dergleichen zu beschäftigen, die uns sonst nur Kummer und Trauer bescheren würden, weil wir aus dieser Beschäftigung die Freude an neuem Wissen ziehen, die den Schmerz verdrängt." S. 200

Ihr einziger Freund ist Dogger, das "Mädchen für alles" und sie flüchtet auch gerne in ihr größtes Hobby, die Chemie. Hier erfährt man auch wieder im Buch viele kleine witzige und interessante Beispiele aus chemischen Prozessen, die vielleicht unnütz aber immer wieder amüsant sind. Im Gegensatz zu ihrer intelektuellen Seite sieht man hier wieder sehr deutlich, wie sehr sie doch auch noch ein Kind ist, indem sie versucht, dem Weihnachtsmann eine Falle zu stellen. Gerade durch diese Mischung, die einen sehr wehmütigen Beigeschmack hat, ist sie mir ans Herz gewachsen.

Flavia kann auch in diesem Band ihrem Faible für Morde fröhnen, denn natürlich stolpert sie wieder über eine Leiche. Das ganze passiert an Weihnachten im Jahr 1950 in Bishops Lacey. Eine ganze Filmcrew zieht ja in Buckshaw ein, dem Anwesen der de Luces, das hoch verschuldet ist und Flavias Vater zu Filmzwecken vermietet. Wie im zweiten Band dauert es zwar bis zur Hälfte des Buches, bis "etwas passiert", aber ich fand trotzdem nicht, dass es sich gezogen hat. Man lernt so alle Beteiligten gut kennen und kann auf unterhaltsame Weise den Spuren des Mörders folgen. Komplett eingeschneit sitzen alle dort mit der Leiche und dem Mörder fest, was eine tolle Atmosphäre geboten hat

Flavia kombiniert wieder sehr feinfühlig mit ihrem wachen Verstand und auch für mich als Leser war es spannend, den Hinweisen nachzugehen. Die Zusammenhänge waren zwar etwas zu konstruiert und die Ermittlung bzw. Aufklärung ging dann etwas zu schnell und unspektakulär; trotzdem hat mir das Buch wieder großen Spaß gemacht!

Zusammengefasst
 

Thematik: Wunsch nach Anerkennung
Schreibstil: flüssig, markant, ausgefallen
Charaktere: außergewöhnliche Protagonistin, die man immer besser kennenlernt
Spannung: hätte mehr sein können, aber war ein gutes Tempo
Umsetzung: tolle Atmosphäre mit einer herzerfrischend liebenswerten Flavia de Luce

Fazit

Der vierte Band hat mir wieder etwas besser gefallen und ich hab die kleine Flavia mittlerweile sehr ins Herz geschlossen. Es gibt zwar immer Kleinigkeiten, die verbessert werden könnten, aber insgesamt ist es sehr unterhaltsam und macht großen Spaß!


Bewertung


© Aleshanee



Über den Autor: Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. »Mord im Gurkenbeet« ist sein erster Roman und der in England, USA und Kanada bereits viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Website des Autors

Flavia de Luce Reihe

1 - Mord im Gurkenbeet
2 - Mord ist kein Kinderspiel
3 - Halunken, Tod und Teufel
4 - Vorhang auf für eine Leiche
5 - Schlussakkord für einen Mord
6 - Tote Vögel singen nicht
7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf (ET 22. Feb 2016)

Kommentare:

  1. Hallo Alex,

    die Flavia hat's dir richtig angetan, du liest dich durch die Reihe! Ich kann dir nur zustimmen, obwohl es an und für sich jetzt nicht weltbewegend ist, haben Flavias Fälle einen gewissen Flair und der kleinen Giftmischerin kann ich mich auch nur schwer verschließen.

    Weiterhin viel Spaß mit der kleinen Flavia!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ja, genauso seh ichs auch :) Aber jetzt muss mal ein bisschen Pause sein, der ganz neue kommt ja Anfang nächstes Jahr raus, da kann ich mir mit den nächsten beiden Bänden ein bisschen Zeit lassen ^^

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  2. Hallo Aleshanee,
    ich bin auch ein großer Fan von Flavia de Luce und lese zurzeit den 5. Band. Eine tolle Rezension hast du geschrieben.:) Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Oh, na dann wünsch ich dir viel Spaß - bin gespannt wie er dir gefällt :)

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  3. Huhu,
    Teil 4 ist mein LIeblingsband gewesen. Ich mochte die ganze Filmcrew total gerne. :D
    Viel Spaß mit dem nächsten Teil! Auf den 6. warte ich noch, bis das Taschenbuch erscheint...also noch viiieeel zu lange. :D
    Liebe Grüße!

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    1. Ich fand bisher den 2. am besten, aber toll sind sie irgendwie alle :)

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  4. ich hab ja nur diesen einen Teil der Reihe gelesen. Es war okay, aber irgendwie hat es mich nie gereizt die anderen Bände zu lesen... Irgendwie hat mir das konstruierte dann doch etwas zu sehr gestört. Und vielleicht das Flavia so jung ist.

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    1. Ich denke, hier macht es wirkich den Reiz aus, dass man Flavia immer besser kennen (und lieben) lernt. ;)
      Aus dem Grund lese ich solche Mehrteiler auch lieber der Reihe nach, auch wenn die Bände in sich abgeschlossen sind. Man verpasst dabei einfach viel von den Charakteren und ihre Entwicklungen finde ich

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