Montag, 5. Mai 2014

Rezension: Speechless von Hannah Harrington



Genre: Jugendbuch

Verlag: Darkiss von Mira TB
Seitenzahl: 275
Taschenbuch: 12,99 €
ebook: 12,99 €

1. Auflage: Nov 2013

Website der Autorin





"Hass ... Hass ist leicht", sagt er. Seine Miene ist ruhig, ruhiger, als sie sein dürfte, 
sein Blick weicht nicht von meinem. Offenbar ist er sich seiner Sache vollkommen sicher. 
"Liebe. Für Liebe braucht es echten Mut." S. 250


Zum Inhalt

Kristen ist die beliebteste Schülerin, sie ist hübsch, oberflächlich, schnell gelangweilt, geltungsbedürftig und lästert gerne ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer. Seit einiger Zeit ist Chelsea ihre beste Freundin und diese fühlt sich sehr wohl, in dem Fahrwasser Kristens Beliebtheit mitzuschwimmen. Chelsea überspielt ihre Unsicherheit, indem sie ihr ganzes Wesen nach Kristen ausrichtet und ihr jeden neuen Tratsch und Klatsch zuträgt. Sie denkt kaum darüber nach, ob sie andere dabei verletzt, doch auf einer Party läuft das ganze aus dem Ruder.
Als sie Noah im Gästezimmer in einer intimen Situation erwischt, erzählt sie es sofort Kristen und schert sich nicht darum, dass noch einige andere Jugendliche alles mit anhören.

Als Noah noch am selben Abend krankenhausreif geschlagen wird, ist sich Chelsea sofort klar, wer die Täter sind. Sie ringt sich zu einer schwerwiegenden Entscheidung durch und legt daraufhin ein Schweigegelübde ab. Das ganze katapultiert sie von heute auf morgen auf die andere Seite, zu denjenigen, die gemieden und über die schlecht gesprochen werden - jetzt ist sie es, die gemobbt wird ...

Meine Meinung

Erstmal möchte ich zum Cover sagen, das ich es richtig genial finde. Gerade diese Schlichtheit zeigt die Leere, die Sprachlosigkeit, die so oft herrscht, wenn das Thema Mobbing und dessen Folgen aufkommt.

Das Thema wurde aus Chelseas Sicht in Ich-Form in einer typisch jugendlichen Sprache erzählt, durch die ich mich schnell in dieser "Welt" zurecht finden konnte.
Chelsea ist ein arrogantes, unbekümmertes 16jähriges Mädchen, das an Oberflächlichkeit und Unsicherheit kaum zu übertreffen ist. Sie gefällt sich in der Rolle, die beste Freundin von Kristen zu sein, dem beliebten It-Girl der Schule und tut alles dafür, dass sich daran nichts ändert. Selbst nach dem Vorfall mit Noah hadert sie immer wieder mit ihren Entscheidungen, trauert ihrer Freundschaft und ihrem Status nach - entwickelt allerdings auch immer mehr innere Stärke, endlich zu ihren eigenen Gefühlen zu stehen.
Die Opferrolle, in die sie immer mehr fällt, verlangt ebenso viel Selbstbeherrschung und Mut wie das Schweigen, das sie sich selbst auferlegt hat. Durch die vielen verwirrenden Gedanken und Widersprüche, die ihr durch den Kopf gehen, kann man sehr gut nachvollziehen, wie schwer es ihr fällt, aus ihrem gewohnten "Fahrwasser" heraus zu kommen.

Die Autorin macht es Chelsea relativ einfach, da sie schnell neue Freunde findet, die trotz allem zu ihr halten, sie verstehen und ihr das Gefühl geben, dass sie sich selbst verzeihen kann. Auch das Mobbing der anderen Schüler hätte ich mir intensiver und traumatischer vorgestellt - die Lösung war mir hier etwas zu einfach.  Allerdings kann das natürlich auch als Vorbildfunktion so gewollt sein, denn als Aufklärung in der heutigen Zeit ist es sicher eine sehr wegweisende Lektüre.

Die Sprachlosigkeit hat für mich aber auch ausgedrückt, wie wir, die Gesellschaft, oft sprachlos sind gegenüber diesen Themen, da wir meist nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. Es ist auf jeden Fall oft besser, den Mund zu halten und genauso oft wichtig, zu sprechen - man sollte nur genau wissen, wann ...

Fazit

Ein viel zu unterschätztes Thema, das aus einer jugendlichen, eindeutigen Sicht geschildert und aufgelöst wurde. Die Lösung war mir etwas zu einfach, wodurch mir der Ernst und die Schärfe der Situation ein bisschen gefehlt haben. Insgesamt aber eine gelungene Umsetzung, um auf mehr Sensibilität und unser inneres Gewissen aufmerksam zu machen.

Bewertung


© Aleshanee


Über die Autorin: Hannah Harrington stammt aus Michigan, wo sie mit einem Hund und zu vielen Katzen wohnt. Wenn die junge Autorin nicht gerade schreibt, geht sie gern reiten, diskutiert über Politik, schaut sich Dokumentarfilme an und spielt – ziemlich schlecht – Gitarre. Mehr über Hannah Harrington unter hannahharrington.blogspot.com, facebook.com/hannahharrington und unter Twitter@hharrington.
Quelle: Mira Taschenbuch Verlag

Kommentare:

  1. Mir hat das Thema auch gut gefallen. Du hast aber recht, es wurde ihr alles ein wenig vereinfacht.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    AntwortenLöschen
  2. Eine wirklich interessante Story... Ich bin schon einige Male über dieses Buch gestolpert. (Nicht zuletzt wegen des tollen Covers, von dem ich genauso begeistert bin wie du ;) ) ... Deine Rezension ist klasse und bringt alles auf einen Punkt... Vielleicht sollte ich es mal näher in Betracht ziehen dieses Buch bald zu lesen :)

    <3 Nadine

    AntwortenLöschen
  3. Das Cover ist doch echt genial oder? Da kann ich mich deiner Meinung nur anschließen schlicht aber toll :)
    Ich hab das Buch auch schon lange auf meiner Wunschliste und bin schon sehr gespannt darauf...

    LG ♥

    AntwortenLöschen
  4. Das Cover finde ich auch toll und irgendwann möchte ich das auch mal gerne lesen. Der Klappentext hat mich schon vor einiger Zeit neugierig gemacht

    AntwortenLöschen
  5. Das hört sich nach einem Buch an, das mir aus Seele sprechen würde... das will ich unbedingt auch lesen.

    AntwortenLöschen
  6. Huhu Aleshanee,

    das Buch hört sich vom Klappentext her schon sooo genial an. Deswegen fand ich es gerade irgendwie Schade zu lesen, dass es hier ein wenig zu einfach dargestellt wird und somit der Ernst der Sache abnimmt. Trotzdem bin ich mittlerweile so neugierig geworden, dieses Buch werde wohl dringend mal lesen müssen. *schmunzel*

    Liebe Grüße
    Leni =)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man hat halt hier schon gemerkt, dass es ein Jugendbuch ist und eine gewisse "Leichtigkeit" behalten worden ist, um dieses Thema zu "verdauen". So kam es mir zumindest vor. Was aber eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denn die Jugend kann einiges mehr ab, als manche glauben ^^ Aber trotzdem wars toll.
      Das Buch hatte ich sogar als Wanderbuch rumgeschickt, schade, dass du das verpasst hast :/

      Löschen
    2. Da bin ich voll deiner Meinung, aber oft können die Autoren die Themen selbst nicht genug verdauen und geben dem Buch eine gewisse Leichtigkeit. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass es vielleicht ein Grund dafür war.
      Jaa, deine Wanderbuch-Aktion habe ich schon entdeckt und finde es total toll gemacht. Zwar finde ich es Schade, dass ich diese verpasst habe, aber dafür werde ich die nächsten ab jetzt verfolgen. ;-)

      Löschen

Ich würde mich über dein Feedback zu meinem Beitrag freuen! Ich beantworte die Kommentare immer direkt oder schreibe dir gerne auf deinem Blog zurück :)

Die aufgeführten Cover und Bilder sind das Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers
oder Rechteinhabers und dienen nur zur Veranschaulichung.