Dienstag, 20. September 2016

Rezension: Teufelsgold von Andreas Eschbach

 
Teufelsgold
von Andreas Eschbach

Genre: okkulter Thriller

Verlag: Lübbe
Seitenzahl 511
Hardcover: 22,90 €
ebook: 16,99 €

1. Auflage: Sept 2016





Klappentext

Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann – gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchimist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.
Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel – ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte.
Oder öffnet er die Pforten der Hölle?
Meine Meinung
 

Ich hatte ein paar kleine Startschwierigkeiten - was nicht an der Handlung lag, sondern eher am Schreibstil, der etwas ungewohnt einfach war. Wie immer flüssig zu lesen hat es mich anfangs trotzdem nicht ganz so gefesselt, wie ich es von Andreas Eschbach gewohnt bin.

Die Handlung ... da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll! Erzählt wird ja die ganze Geschichte aus der Perspektive von Hendrik Busske, sein Leben und vor allem auch seine innere Zerrissenheit über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Er ist ein einfach gestrickter junger Mann, der nach höherem strebt. Der nicht gefangen sein möchte in den alltäglichen Mustern, den es nach mehr verlangt: nach Reichtum, nach Ansehen, einfach nach "etwas besserem".
Das Schicksal scheint ihm dabei auf die Sprünge zu helfen, doch man merkt schnell, dass er sich auf dem Weg selbst verliert. Bzw. das aus den Augen verliert, was er hat.

Diese Botschaft fand ich wieder einmal sehr wertvoll, die der Autor hier zum Thema gemacht hat:
In unserer Gesellschaft wird meistens danach gelebt, etwas zu wollen, was man nicht besitzt - und nicht das zu genießen, was man hat. Egal, ob es dabei um das Haus, das Auto, den Partner, den Job oder ein Gefühl geht; es scheint nie genug zu sein, nie vollkommen.

Während man also Hendrik auf seinem abstrusen Selbstfindungstrip der Illusionen begleitet, wird zwischendurch auch noch eine andere Geschichte erzählt. Von John Scoro, einem Alchimisten, der im 13. Jahrhundert im Besitz des Steins der Weisen war. Und ja, scheinbar war er mit diesem tatsächlich in der Lage, Gold herzustellen, doch man weiß, alles hat seinen Preis.
Um den Stein der Weisen ranken ja viele Mythen und er ist auch Gegenstand vieler Geschichten - und ich finde, der Autor hat hier eine sehr faszinierende Interpretation hervorgerufen, die sich perfekt an diese alten Überlieferungen anlehnt. Soweit, dass man gar nicht mehr unterscheiden kann oder möchte, was davon vielleicht wahr oder Fiktion sein könnte.
Gerade gegen Ende war ich sehr gefesselt, weil sich alles so verdichtet und ineinander verwoben hat und alles so anschaulich beschrieben wurde, dass ich mich direkt in die Szene hineinversetzt gefühlt hab!

Mich hat hier vor allem wieder dieser Bezug zu unserem Denken gefesselt: was ist gut und böse, leben wir nur in Täuschungen und Illusionen, lohnt es sich, nach dem Vollkommenen zu streben oder übersehen wir dabei einfach, das nichts und somit alles sowieso unvergleichlich ist. Wenn wir es nur sehen wollen!
Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht und Eschbach zeigt hier, dass vieles in greifbarer Nähe ist, was unser Herz erfüllt, ohne dass man nach hehren Zielen greifen muss. Zufriedenheit erlangt man nicht durch Äußerlichkeiten oder Dinge, sondern durch die innere Einstellung sich daran zu erfreuen, was einem tagtäglich gutes begegnet.

Fazit

Das große Thema um Geldgier, Prestige und dem bohrenden Stachel an Zweifeln, nicht alles aus seinem Leben herausgeholt zu haben. Vom Schreibstil war ich dieses Mal nicht ganz so überzeugt, aber die Geschichte, auf zwei Ebenen erzählt, hat mich trotzdem wieder sehr gefesselt und mich mit vielen Gedanken zurückgelassen, die sich noch länger nachhallen werden

Bewertung
 
 


© Aleshanee

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar


Über den Autor:  Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr.
Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma.
Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde.
Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag



Kommentare:

  1. Guten Morgen Alex,

    eine sehr schöne Rezension hast du verfasst.
    Ich glaube, das Buch ist nichts für mich und ich lass lieber die Finger davon :D

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Jap, ich denke auch, dass das nicht so deinen Geschmack trifft - aber vielleicht mal ein anderes von ihm ... ich denke "Aquamarin" wäre eher was für dich ;)

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  2. Hallo Aleshanee ;-)
    Ich bin ja erst in der letzten Woche auf das Buch aufmerksam geworden, aber dafür wusste ich, als ic das Cover gesehen habe, dass du das Buch ganz sicher lesen wirst. Zack...hier ist deine Rezension dazu, die auch noch sehr ansprechend ist.
    Danke dafür.
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Dankeschön Hibi <3 Die Themen, die er hier aufgefasst hat, waren wirklich toll - wieder mal :)

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  3. Hey Aleshanee :-)

    Ich habe gerade gesehen, dass du das Buch auch schon gelesen hast? Auch in der Leserunde bei Lesejury oder nur so? Auf jeden Fall ist deine Rezension sehr gelungen! Absolut passend.

    Liebe Grüße
    Jenny ♥

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  4. Hallo Aleshanee,

    ich denke, das Buch wird auf jeden Fall auf meiner Wunschliste landen. Der Autor hat auf jeden Fall immer interessante Ideen und hat mich bisher noch nicht enttäuscht.

    Danke für deine Eindrücke!

    Alles Liebe,
    Anna

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