Sonntag, 19. November 2017

Rezension: Die Naturgeschichte der Drachen von Marie Brennan

Die Naturgeschichte der Drachen

von Marie Brennan

Band 1 von Lady Trents Memoiren
Im Original A natural history of dragons
Übersetzt von Andrea Blendl
Genre: historische Fantasy

Verlag: CrossCult
Seitenzahl: 393
Taschenbuch: 14 €
Ebook: 8,99 €

1. Auflage: Nov 2017




Verlagsinfo
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Dies sind die Erinnerungen von Lady Trent, der herausragendsten und erfolgreichsten Drachenforscherin der Welt.

Einst war sie ein junges Mädchen, vernarrt in Bücher und lernbegierig. Sie trotzte den erstickenden Konventionen ihrer Zeit und setzte ihren guten Ruf, ihre Zukunft und ihre zarte Haut aufs Spiel, um ihre wissenschaftliche Neugier zu befriedigen.

Nun endlich liegt die wahre Geschichte dieser beispiellosen Pionierin vor. In ihren eigenen Worten berichtet Lady Trent über ihre aufregende Expedition in die Berge von Vystrana, wo sie die erste von vielen historischen Entdeckungen machte, die sie und die Welt für immer verändern sollten.


Meine Meinung
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Ein großartiges Buch, aber wirklich nicht einfach zu beschreiben.
Es geht um Drachen, ja, aber eigentlich geht es um Isabelle, die spätere Lady Trent, die in einer fiktiven Welt aufwächst, ähnlich der unseren angesiedelt im historischen Zeitalter um 1900. Es ist der Beginn ihrer Lebensgeschichte, der Beginn ihrer Leidenschaft für die Natur der Drachen und ihr unstillbarer Hunger nach dem Verstehen.

"Ideen, die zu verrückt sind, als dass jemand anders sie ernst genommen hätte, 
sind genau die Ideen, auf die ich mich stürze und nach denen ich handle,
oft auf die organisierteste und vernünftigste Weise." S. 26

Zu Beginn beschreibt sie sehr schön, wie sie schon als einziges Mädchen zwischen 5 Brüdern ihre Mutter zur Verzweiflung brachte - denn für die "feine Gesellschaft" stand ihr nie der Sinn. Es war jedoch nicht leicht, das durchzusetzen und erst als sie erwachsen wurde kam eine Chance, endlich ihren tiefsten Wunsch zu erfüllen. Und natürlich hat sie diese ergriffen, ja sie hat wirklich alles daran gesetzt und so begann ihre Reise nach Vystrana. Eine Forschungsreise, die sie den Drachen und ihren Geheimnissen näher bringen sollte, als sie je für möglich hielt.

An die Schreibweise musste ich mich erst gewöhnen. Erzählt aus der Ich-Perspektive hat man sehr gut verfolgen können, wie sehr das Herz von Isabella für Drachen und die Wissenschaft schlägt; aber dabei bleibt sie doch immer distanziert. Sie ist kein Gefühlsmensch sondern durch und durch an Fakten und Pragmatik interessiert, trotzdem wohnt ihr eine gewisse Leidenschaft inne, die sie mir sympathisch gemacht hat. Der Stil ist sehr klassisch an die Zeit angepasst und wirkt dadurch auf mich manchmal etwas aufgesetzt, was aber nicht negativ zu werten ist. Es ist ein ruhiger, stetiger Rhythmus, manchmal amüsant, meist fesselnd, aber es geht stetig vorwärts. Auch wenn es in manchen Momenten etwas auf der Stelle tritt. 

Die Forschungsreise führt sie ja nach Vystrana, dass mich von den Gegebenheiten her an Russland erinnert hat. Vorne im Buch findet man eine Karte der fiktiven Welt und im Buch sind auch einige, wirklich wunderschöne Zeichnungen - natürlich auch von Drachen. Obwohl diese seltsamen Wesen und die Erschlüsselung ihres Daseins immer im Fokus stehen, sind es vor allem auch die Widrigkeiten, mit denen Lady Trent und ihre Begleiter in dem kleinen Dorf dort zu kämpfen haben. Sie sind keine willkommenen Gäste und müssen sich gegen allerlei Misstrauen und Aberglauben durchsetzen und decken schließlich einen großen Frevel auf, der weitreichende Folgen haben wird.

Es war ein sehr ungewöhnliches Gefühl, in diese Welt einzutauchen, in der Drachen zwar allgemein bekannt, aber eben noch nicht wirklich erforscht worden sind. Alles im Rahmen einer Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der die Stellung der Frau eine sehr untergeordnete Rolle gespielt, die Protagonistin sich aber gekonnt herausgewunden bzw. sich darüber hinweggesetzt hat.

Es hat mir beim Lesen viel Spaß gemacht, auch wenn ich kleine Abstriche machen muss weil es ein bisschen an Spannung gefehlt hat und ich einfach mehr über die geflügelten, mythischen Wesen erwartet hatte. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch wenn man weiß, auf was man sich einlässt. Ich freu mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung und wie es mit dem Leben von Lady Trent weitergehen wird. Denn ihre Forschungen sind noch lange nicht zu Ende.


Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%20Sonnen


© Aleshanee

 Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.


Über die Autorin: Marie Brennan plündert regelmäßig ihr wissenschaftliches Fachwissen in Anthropologie, Archäologie und Völkerkunde für schriftstellerische Zwecke. Sie schrieb mehr als vierzig Kurzgeschichten sowie zahlreiche Fantasyromane. Mit Die Naturgeschichte der Drachen, dem ersten Band der Reihe Lady Trents Memoiren, erscheint nun ihr vielversprechendster Titel erstmalig in deutscher Sprache.
Quelle: Klappentext

Kommentare:

  1. Klingt außergewöhnlich und toll :) vielen dank für die interessante Rezi

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    1. Gerne :) Ja, außergewöhnlich ist es wirklich und man muss sich drauf einlassen können, denn wenn man einen typischen Fantasyroman um Drachen erwartet ist man hier falsch.
      Aber es hat eine ganz intensive Wirkung beim Lesen, ich fands toll :D

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  2. Hallo Aleshanee,
    das klingt lesenswert, die Vermischung von Gegebenheiten um 1900 mit Fantasy, ich hab mir das Buch hier notiert.
    Deine Rezi macht wirklich Lust auf das Buch!
    Gruß,
    Daniela

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    1. Das freut mich! Es ist schon sehr speziell, aber gerade deshalb war es wirklich toll :)

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  3. Hallo Aleshanee,

    das Buch reizt mich ja auch.
    Jemand der Drachen erfoscht ist doch nochmal was ganz anderes, als wenn sie in einem Roman am Rande vorkommen. Ich mag Wissenschaft ja eh und Fantasy-Wissenschaft wäre mal was Neues.

    Danke für die schöne Rezension.
    LG
    Lilly

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    1. Also in diesem Buch kommen sie trotz der Forschungen tatsächlich eher am Rande vor ... auch wenn sie einen großen Raum ausnehmen: die Rolle von Lady Trent steht hier doch mehr im Vordergrund!
      Wenn man ein "Drachenbuch" erwartet wird man eher enttäuscht sein, auch wenn sie natürlich drin vorkommen und man viel über sie erfährt ;)

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  4. Hallo liebe Aleshanee,

    das klingt nach einem wirklich interessanten Buch. Es scheint mal etwas komplett neues zu sein, was ich so in der Art noch nicht gelesen habe. Allerdings mag ich ja immer dieses historische nicht so, was es mir wieder schwer macht. *hmm* Ich denke, ich lasse es dann doch lieber mal weg. ^^

    Liebe Grüße, Toni

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    1. Dann ist es vielleicht wirklich nicht unbedingt was für dich, denn es geht schon viel um die Zeit um 1900 und die Rolle von Lady Trent, die in diesen Konventionen gefangen ist und immer wieder auszubrechen versucht. Ich mag ja schon historisches, deshalb war ich auf diese Mischung sehr neugierig. Es ist wirklich sehr speziell.

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  5. Ich habe mich ja sofort! ins Cover verliebt! Und ich bin kein Coverkäufer, aber hier übt es einen sehr starken Sog auf mich aus, könnte ich vergessen, wenn ich mir Mühe geben würde, da mich aber auch der Inhalt interessiert, muss ich das nicht mal =)

    Liebste Grüße

    Vivka

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    1. Ja, das Cover hat definitiv was! :)
      Die Geschichte ist wirklich ungewöhnlich und auch wenn Drachen eine wichtige Rolle spielen geht es vor allem um das Leben der Protagonistin und wie sie es auf den Kopf stellt ^^ Ich war wirklich positiv überrascht!

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    2. Ich werde es mir jetzt vom Weihnachtsgeld kaufen. Ich bin absolut kein Coverkäufer und ich habe schon eeeewig keine neuen Bücher mehr gekauft - direkt von Autoren auf Messen und Mangas ausgenommen! Und na ja mich lässt es einfach nicht los ^^

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    3. Dann bin ich ja wirklich gspannt wie es dir gefallen wird :)

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