Dienstag, 4. Juni 2019

Rezension zu Im Labyrinth der Draken von Marie Brennan

Im Labyrinth der Draken von Marie Brennan


Im vierten Band ihrer Memoiren erzählt Lady Trent, wie sie zu ihrer Anstellung bei der Scirländischen Königlichen Armee kam, wie ausländische Saboteure ihr Leben in Gefahr brachten, und wie die entschlossene Suche nach Wissen sie in die tiefsten Schluchten des Labyrinths der Draken führte, wo das Verhalten eines Drachens durch Zufall die Voraussetzungen für ihre bisher größte Errungenschaft schuf.

Im Original In the Labyrinth of Drakes
übersetzt von Andrea Blendl
Band 4 der Reihe Lady Trents Memoiren
Genre historische Fantasy

Verlag Cross Cult --- Seitenzahl 390
1. Auflage November 2019





Meine Meinung
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Wenn man die ersten Bände gelesen hat ist man mit großer Sicherheit ein Fan dieser außergewöhnlichen Reihe.
Die Protagonistin Isabella Camherst erzählt hier in ihren Memoiren als Lady Trent ihren steinigen Weg bei der Erforschung von Drachen, der ihr als Frau in dieser historischen angehauchten Fantasywelt mehr als schwer gemacht wird.

In diesem Band wird sie von der Königlichen Scirländischen Armee zusammen mit Tom Wilker angeheuert, in den Wüsten von Akhien eigene Herden von Drachen aufzuziehen. Sie stehen noch ganz am Anfang und ihre Kenntnisse zu vertiefen erfordert viel Mut und Durchsetzungsvermögen.
Doch das ist sie ja schon gewohnt, denn sie muss sich seit jeher mit den altertümlichen Konventionen herumschlagen, da in dieser Welt Frauen in der Wissenschaft eigentlich tabu sind.
Obwohl ihr der Profit, der aus der Aufzucht herausspringen soll, widerspricht, ist es ihr immer noch lieber, eine Zucht aufzubauen, als dass die wilden Drachen durch die Jagd irgendwann ausgerottet werden.

Die Rolle der Frau klingt in dieser Reihe immer wieder durch - die Verbannung an Heim und Herd und die fehlende Anerkennung und Geringschätzung ist ein wichtiger Punkt, dem sich Isabella immer wieder widersetzt.
Aber auch die Erhaltung besonderer Arten und die akribische Erforschung über die Lebensräume und das Verhalten wird hervorgehoben. Da es sich hier um Drachen handelt finde ich das natürlich besonders spannend und es wirkt immer sehr authentisch in allen wissenschaftlichen Auslegungen. Dabei liest es sich natürlich nicht als Bericht und es wird auch nicht mit Fachausdrücken um sich geworfen, sondern fügt sich wunderbar in eine äußerst spannende Geschichte.

Der Stil ist eher ernsthaft und sie beschreibt alle Ereignisse mit einer trockenen Präzision aber auch einem kleinen Schuss unterschwelligen Humor, der mir sehr gut gefällt. Isabella steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden und weiß sich immer zu helfen, um ihr Ziel zu erreichen. Ihre Reiseberichte erzählt sie mit anschaulicher Genauigkeit und man ist dadurch nah am Geschehen; ihre Beharrlichkeit in allem, was sie tut, ist wirklich bewundernswert.

Allerdings ist sie auch ein wenig gefangen in ihrem Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Arbeit und der damit verbundenen Zurückhaltung, die sie an den Tag legen muss, um keine negativen Schlagzeilen zu provozieren. Ihr Ruf zieht ja weite Kreise und Gerüchte verbreiten sich schnell, egal ob sie der Wahrheit entsprechen. Vor allem was ihre Gefühle angeht zeigt sie Zurückhaltung - was nicht immer einfach ist, da die Moral und die gesellschaftlichen Regeln in den Ländern, die sie bereist, überall unterschiedlich sind. Auch ein schön geschlagener Bogen zu unserer Welt!

Wir treffen in diesem vierten Band einen guten Bekannten aus der Vorgeschichte wieder, der hier eine wichtige Rolle spielen wird und man erfährt auch endlich, wie sie zu ihrem Adelstitel als Lady Trent kam. Überhaupt zeigt sich eine tolle Entwicklung in allen Bereichen, die man wunderbar im Laufe dieser Reihe miterleben kann!

Mit Band 2 ist es für mich der bisher beste der Reihe. Ich habe mit Spannung ihre Abenteuer verfolgt, die auf verschiedenste Arten von Gefahren und Entdeckungen geprägt waren. Ich freu mich jetzt jedenfalls schon sehr auf den fünften und letzten Band.


Meine Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen


 © Aleshanee



Über die Autorin: Marie Brennan plündert regelmäßig ihr wissenschaftliches Fachwissen in Anthropologie, Archäologie und Völkerkunde für schriftstellerische Zwecke. Sie schrieb mehr als vierzig Kurzgeschichten sowie zahlreiche Fantasyromane. Mit Die Naturgeschichte der Drachen, dem ersten Band der Reihe Lady Trents Memoiren, erscheint nun ihr vielversprechendster Titel erstmalig in deutscher Sprache.
Quelle: Klappentext


Lady Trents Memoiren
4 - Im Labyrinth der Draken
5 - Im Refugium der Schwingen


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