Samstag, 17. Januar 2015

Rezension: Grim (1) Das Siegel des Feuers


Genre: Jugend-Fantasy

Band 1 der Trilogie Grim

Verlag: Lyx
Seitenzahl: 678

Hardcover: 19,99 €
ebook: 10,99 €

1. Auflage: Jun 2011





"Sie müssen sterben, um zu leben", sagte Jakob leise" S. 138


Klappentext

Der Pariser Gargoyle Grim ist ein Schattenflügler, seine Aufgabe ist es, das steinerne Gesetz zu wahren, dass niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Eines Tages begegnet ihm die junge Sterbliche Mia, die über eine besondere Gabe verfügt: Sie ist eine Seherin des Möglichen. Mia gerät in den Besitz eines rätselhaften Pergaments, das mit merkwürdigen Schriftzeichen bedeckt ist, die sie nicht entziffern kann. Kurz darauf wird sie von gefährlichen Anderwesen verfolgt. Gemeinsam mit Grim beschließt sie, dem Geheimnis des Pergaments auf die Spur zu kommen. Um dies zu tun, muss Mia ihre schlummernden Kräfte erwecken. Weder sie noch Grim ahnen, in welche Gefahr sie sich damit begeben. Das Schicksal der ganzen Welt steht auf dem Spiel…





Meine Meinung

Das Cover hat mich sofort angezogen! Und Gargoyles, die finde ich total faszinierend, deshalb wollte ich es unbedingt mit dieser Reihe versuchen. Das Hardcover ist wirklich extrem dick, davon darf man sich aber nicht täuschen lassen, denn mit gut 600 Seiten ist es doch noch im Rahmen ;)

Der Anfang hatte mir gut gefallen. Man wird sofort mitten ins Geschehen geschmissen und vor allem der bildhafte, verspielte Schreibstil hat mich sofort eingenommen. Der Schauplatz ist das heutige Paris, in das der Gargoyle Grim vor 200 Jahren strafversetzt wurde. Die Gargoyles sorgen für die Sicherheit der Stadt, denn sie sind "Herrscher" über die Unterwelt, hier in Paris in der verborgenen Stadt Ghrogonia, der Stadt der Schatten.
Grim ist unglücklich mit seinen Aufgaben, denn einst hat er zu den bedeutenden Schattenflüglern gehört und seine Degradierung macht ihm schwer zu schaffen; denn er ist ein Vulkangeborenener mit besonderen magischen Fähigkeiten und fühlt sich mit den simplen Aufgaben nicht herausgefordert. Dennoch ist er jede Nacht auf der Jagd nach "Gesetzesbrechern", die gegen die Regeln verstoßen. Doch nur nachts, denn tagsüber, wenn die ersten Sonnenstrahlen Paris erreichen, verwandelt er sich wie alle anderen seiner Rasse in Stein. 

Es tummeln sich wirklich eine Menge Wesen auf den Straßen, ohne von den Menschen erkannt zu werden: Vampire, Dämonen, die von Menschen Besitz ergreifen, Werwölfe, harmlose Poltergeister, Kobolde und Gestaltwandler, um nur einige zu nennen. Vor langer Zeit wurde mit dem Zepter des Todes der "Zauber des Vergessens" gewirkt und den Menschen damit die Erinnerung geraubt und die Fähigkeit entzogen, diese mythischen Wesen zu sehen. Ein Krieg hat damals eine tiefe Kluft zwischen den Völkern gerissen und darum sind die Gargoyles so darauf erpicht, im Geheimen zu bleiben.
Doch es gibt noch einige Menschen, sogenannte Hartiden, die die Magie noch in sich haben, Zauber wirken und magische Geschöpfe sehen können. Jakob und seine Schwester Mia sind zwei davon. Während Mia mit ihren 17 Jahren gerade entdeckt, dass es mehr auf der Welt gibt, als sie sich je vorzustellen wagte, ist ihr älterer Bruder Jakob schon länger in Kontakt mit den magischen Wesen. Grim entdeckt eine Verbindung zwischen der Gargoylefrau Moira und dem jungen Menschen und ist zutiefst enttäuscht, da er natürlich an einen Verrat glaubt.

Ich muss gestehen, ich hatte mir die Gargoyles völlig anders vorgestellt. Hier haben sie eine Hierarchie und Gesellschaftsordnung, die denen der Menschen gleicht und ihre unterirdische Welt ähnelt einer mittelalterlichen Gemeinschaft, die auch auf technischen Fortschritt Zugriff hat. Mit König, Kutschen, Fabriken und einem "Verkehrsnetz" machte das ganze einen etwas konfusen Eindruck auf mich.

Insgesamt hab ich alles sehr überladen wahrgenommen: mit zu vielen Informationen, Namen, Beschreibungen und kompliziert durch die vielen unterschiedlichen Eindrücke. Andererseits wurde einiges gar nicht erklärt und hat zu kleinen Unstimmigkeiten geführt. Durch die Menge an Aufklärung hat die Handlung leider gelitten, denn irgendwie ging es sehr langsam voran und man hat sie zwischendurch auch leicht aus den Augen verloren.

Ich war sogar ein bisschen genervt von der geballten Flut an Bildern und Eindrücken, was auch der schöne Schreibstil nicht mehr wettmachen konnte. Da nach ca. 200 Seiten immer noch nicht der Moment erreicht war, der über die Infos aus dem Klappentext hinausgegangen ist, hab ich leider abgebrochen.

Fazit

Ein sehr imposanter Hintergrund, für mich völlig überfüllt mit zu vielen Einzelheiten und einer Handlung, die dadurch kaum an Halt gewinnen konnte. Einzig der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, was mich aber trotzdem nicht zum weiterlesen bewegen konnte. Nach 1/3 abgebrochen.

Bewertung
 
 


© Aleshanee



Über die Autorin: Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Nach ihrem Abschluss reiste sie ein Jahr auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler durch Europa. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen. Mit ihrer Trilogie um den Gargoyle Grim gelang ihr der große Durchbruch.
Quelle: Lyx Verlag


Grim Trilogie

1 - Das Siegel des Feuers
2 - Das Erbe des Lichts
3 - Die Flamme der Nacht


Kommentare:

  1. Hey,
    schade, dass es dir nicht gefallen hat. Jetzt muss ich nochmal überlegen, ob ich es mir hole :)
    Lg Kerstin

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  2. Ich bin richtig froh, dass dir dieses Buch nicht wirklich gefallen hat. Das bestärkt mich nochmal sehr in meiner hohen Meinung zu deinen Rezensionen! :) natürlich gibt es buchmäßig unterschiedliche Geschmäcker, aber manche Bücher sind für mich -ganz gleich welches Genre- einfach was die schriftstellerischen "Basics" angeht nicht stimmig. Dieses Buch gehört da für mich definitiv dazu.

    Ich selbst habe es zwar zu Ende gelesen, fand es jedoch in Summe überhaupt nicht gut, und war auch in meiner Rezension, die genau genommen ein ziemlicher Verriss war, auch recht garstig. Mir kam es ebenfalls überladen vor, zumal die Autorin meiner Ansicht nach ständig zwischen witzig und schwerst ernsthaft hin und her springt - was an den meisten Stellen nur merkwürdig ist.

    Liebe Grüße

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    1. Oh, das hast du aber lieb geschrieben ♥
      Ja, das ganze hatte ich mir einfach anders vorgestellt und so voll packen mit dem ganzen Drumherum, ohne dass die Handlung nennenswert weitergeht ... das war mir einfach zu langweilig. Dabei wären "Gargoyles" und "Paris" mal was neues für mich gewesen

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  3. Hallo Aleshanee,
    das ist wirklich schade, dass es dir nicht gefallen hat. Der Klappentext klang sehr interessant und gerade Gargoyles sind ein Thema, was mich sehr fasziniert, weshalb ich gehofft hatte, hier vielleicht eine kleine Perle zu finden. Aber gerade überladene Geschichten, bei denen es nicht vorwärts geht, sind auch so gar nicht meins. Naja, vielleicht lese ich mal rein, sollte ich es mir irgendwo ausleihen können.
    Liebe Grüße
    Dahlia

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  4. Das Buch liegt schon so lange auf meiner Wunschliste und jetzt nachdem ich deine Rezi gelesen habe, bin ich echt ins Wanken gekommen, ob ich es nicht lieber runter schmeißen sollte Oo. Jedenfalls: Vielen Dank für diese ehrliche Meinung :). Auch wenn es schade ist, dass das Buch dich so enttäuscht hat.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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  5. Hi Alex,

    eine tolle Rezi, in der du die Geschichte "leider" auf den Punkt bringst und ich kann Misty Moonrider und dir nur zustimmen. Ich bin durch YT vor ca. 1 1/2 Jahren auf das Buch aufmerksam geworden und da mich die Gargoyles ebenfalls faszinieren (es gab mal eine Zeichentrickserie, die ich geliebt habe) und auch der Anfang der Leseprobe mich darin bestärkte las ich es. Aber nach den ersten 20-25 Seiten dachte ich auf einmal, wo ist die ganze Spannung hin und es zog sich und zog sich. Ich muss ja gestehen, ich habe es auch zu Ende gelesen, aber die anderen Teile brauche ich auch nicht. Teilweise kamen mir die Handlungsstränge nur seltsam vor ....
    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Aahhh, die Zeichentrickserie, die hab ich auch geschaut! Die fand ich sooo toll! Seitdem mag ich Gargoyles auch so gerne :)

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  6. Das Buch subbt bei mir schon lange und eigentlich hat es sehr viele gute Rezensionen bekommen. Ich werde die Erwartungen nun etwas anpassen ;)

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    1. Ja, ich denke, das muss man mögen ... mir war es halt definitiv zu viel. Das ganze Drumherum hätte viel langsamer in die Handlung mit eingebaut werden müssen. Aber vielleicht gefällts dir ja ;)

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  7. Hallo Aleshanee,

    ich habe alle drei Bücher gelesen, und muss dir sagen, du hast einfach Recht!!!!
    Beim lesen habe ich sehr lange für jedes einzelne Buch gebraucht... Eine Rezension habe ich nie geschrieben, weil ich die Bücher vor 2, 2 1/2 Jahren gelesen habe. Ich kann mich auch nicht überwinden, die nochmal zu lesen. Die fallen einfach in die Kategorie, einmal gelesen und dann ist auch gut. Die Story an sich fand ich schon spannend, aber das drum herum war to Much!

    Ein dickes Lob für deine Rezi :D

    Liebe Grüße

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  8. Hey,
    ach man da bin ich jetzt echt enttäuscht. Das klang alles so toll, ich meine Gargoyles <3 ich fand die Comic Serie schon früher total toll, wie schön, dass es noch zwei Fans hier gibt ^^ Dachte ein Buch, das muss ich haben. Deine Meinung aber hat mich dann doch eines besseren belehrt und die anderen Kommentare scheinen genauso wenig begeistert.

    Danke für die tolle Rezi, spart mir nicht nur Geld sondern auch Zeit.

    Liebe Grüße,
    Jenni

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  9. Ich habe das Buch damals vom Verlag bekommen und im Großen und Ganzen hat das Buch eigentlich eine positive Wertung erhalten. Der Schreibstil war wohl wirklich das Highlight des Buches, aber auch mir hat es vor allem im Verlauf der Geschichte immer weniger gefallen. Gerade das letzte Viertel war einfach nur noch eine Aneinanderreihung "höchstdramatischer" Szenen, emotional eingebunden war man bis dato gar nicht mehr, alles wirkte hektisch und über den kleinen Finger gebrochen. Also hast nichts wirklich was verpasst. Ich habe das Buch zwar ganz gerne gelesen, aber die Motivation die Folgebände zu lesen war damals schon verflogen.

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