Mittwoch, 21. Januar 2015

Rezension: Die Toten, die niemand vermisst von Hjorth & Rosenfeldt


Genre: Krimi

Original: Fjällgraven (Schweden)
Band 3 der Reihe Sebastian Bergman

Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 622
Hardcover: 14,95 €
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: Jul 2013






Klappentext

In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet.

Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie.

...

Meine Meinung

Die Bücher schaffen es jedes Mal, mich völlig in den Bann zu ziehen. Dieses Mal war der Fall nicht ganz so originell, aber die Aufklärung trotzdem spannend und hat viele Rätsel aufgegeben.
Der Anfang wurde wieder mit einigen verschiedenen Handlungssträngen eingeleitet, durch die man eine leichte Ahnung hatte, wohin das ganze führen wird, aber trotzdem nicht sicher war. Für mich war es zu keinem Zeitpunkt langweilig und ich bin wieder viel zu schnell durch die Seiten geflogen.
Ihrem Schreibstil sind sich die Autoren treu geblieben. Fesselnd, glaubhaft und nah am Geschehen zeigen sie die Figuren in all ihren Facetten.
Das besondere an dieser Reihe ist wirklich die Entwicklung der Charaktere aus dem Ermittlerteam, bis auf einen alles "normale" Menschen, die aber trotzdem mit sich selbst und ihren Mitmenschen und ihren Schicksalen zu kämpfen haben.

Vor allem der Polizeipsychologe Sebastian Bergman, ich dachte nicht, dass er noch tiefer sinken kann - eigentlich kam es mir anfangs vor, dass er auf einem guten Weg ist, ein etwas umgänglicherer Mensch zu werden ... die Situation um sein Privatleben spitzt sich aber immer mehr zu und ich bin immer noch erstaunt, wie sympathisch mir dieser Mann ist, obwohl er dermaßen skrupellos in seinem Egoismus ist. Er verfolgt seine Ziele, in dem er andere hintergeht und verletzt, ohne an die Folgen zu denken bzw. schließt er diese gekonnt aus seinen Überlegungen aus. Er ist so auf sich selbst fixiert, dass er alle moralischen Bedenken ausblendet; dabei möchte er tief im Innersten nur das, was wir alle wollen: einen Menschen, der uns liebt. Doch hat er das ausgeklammert, worum es dabei wirklich geht: einen Menschen, der uns liebt, weil wir sind, wie wir sind!

Die Beziehung zu seinen Teamkollegen Torkel Höglund, Vanja Lithner und Ursula Anderson  nimmt ganz neue Formen an. Sie verstricken sich alle immer mehr in einem Netz aus ihrer Vergangenheit und dem inneren Wunsch, ihr Ziel zu erreichen. Jeder von ihnen ist anders und hat etwas besonderes an sich, und jeder von ihnen steht vor einem unglücklichen Zusammenwirken von Zufällen und Schicksalsschlägen. Wie sich das alles ineinander verstrickt lässt mich einfach nicht los und die Autoren schaffen es in jedem Band aufs neue, wieder andere Komplikationen und Entwicklungen ins Spiel zu bringen, die mich neugierig machen und überraschen!

Aber auch Billy stehen einige Veränderungen bevor, privat, aber auch beruflich mit der neuen Kollegin Jennifer. Eine junge, unerfahrene, aber sehr engagierte Polizistin, die Torkel Höglund mit ins Team geholt hat. Sie bringt frischen Wind in die Ermittlungen und auch die Konstellation in der Zusammenarbeit ändert sich.

Der Mordfall ist sehr komplex aufgebaut und hatte eine größere Reichweite, als man anfangs gedacht hat. Der Hintergrund war für mich nicht ganz so "aufregend" wie in den anderen beiden Teilen, trotzdem hat es mich nicht losgelassen und diese bösen Cliffhanger am Ende sind echt gemein! Da will man SOFORT weiterlesen!!!

Fazit

Ein ungewöhnlicher Mordfall mit einem sehr abenteuerlichen Hintergrund, der mich nicht ganz so gepackt hat wie in den Vorgängern. Die charakterliche Entwicklung und die psychologischen Beweggründe sind aber weiterhin so kurios und verworren, dass es mich wieder von Anfang bis Ende fesseln konnte.

Bewertung


 © Aleshanee




Über die Autoren

© Cato Lein
Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, schreibt Drehbücher, zuletzt für die ZDF-Koproduktion «Die Brücke - Transit in den Tod». In Schweden ist er ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator.




© Cato Lein

Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und ebenfalls Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell. Ihr gemeinsames Krimidebüt «Der Mann, der kein Mörder war» wurde ein Riesenerfolg, das Buch erschien in 22 Ländern und stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten. Der zweite und dritte Band der Reihe um den Stockholmer Kriminalpsychologen Sebastian Bergman, die von Sveriges Television in Kooperation mit dem ZDF verfilmt wird, befanden sich wochenlang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste.
Quelle: Rowohlt Verlag


Sebastian Bergman Reihe

1 - Der Mann, der kein Mörder war
2 - Die Frauen, die er kannte
3 - Die Toten, die niemand vermisst
4 - Das Mädchen, das verstummte

Kommentare:

  1. Hm, liegt noch auf meinen SUB.

    LG..Karin..

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  2. Ich habe gerade letzte Woche "Die Frauen, die er kannte" beendet und war wieder total begeistert!! Der Nachfolger hier wurde bereits bei Ebay ergattert und ich kann es kaum erwarten weiterzulesen! Ich finde die Reihe auch total klasse!

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