Donnerstag, 12. Dezember 2013

Rezension: Der Übergang von Justin Cronin


Genre: Postapokalypse
Band 1 der Passage Trilogie

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 1024
Hardcover: 22,95 €
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,99 €

ISBN: 978-3-442-31170-5
1. Auflage: Aug 2010

 Website des Autors





Zur Handlung 

Bioforscher haben im bolivianischen Dschungel ein Agen entdeckt, mit dem sie sich erhoffen, dass der Mensch sich selbst heilen und damit ewig, zumindest länger, leben kann. Natürlich ist das Militär an diesem Gen interessiert, da es die Soldaten im Krieg nahezu unsterblich machen würde. Doch die Expedition endet in einem Desaster.
Trotzdem wird die Forschungsreihe fortgesetzt, bis schließlich Versuche an Menschen durchgeführt werden. Dafür haben die FBI-Beamten Wolgast und Doyle den Auftrag, 12 Todeskandidaten, die im Gefängnis auf die Todesspritze warten, als Probanden zu gewinnen. Nachdem der 12. auf dem Weg ins Labor ist, kommt ein neuer Auftrag, den Wolgast nur widerwillig ausführt. Das 6jährige Mädchen Amy, gerade von seiner Mutter in einem Nonnenkonvent zurückgelassen, soll die nächste Testperson sein.
Wolgasts Gewissen meldet sich und er will mit Amy fliehen - aber das Militär ist schneller.

Während Amy im Labor mit dem Virus infiziert gegen den Tod kämpft, haben sich die anderen 12 Probanden auf ihre Flucht vorbereitet. Sie sind alle durch den Virus zu Blut saugenden Dämonen mutiert und haben in den letzten Wochen gelernt, sich in die Gedanken ihrer Wächter zu schleichen und sie zu beeinflussen. Das Chaos beginnt, als die Mutanten ausbrechen und alle töten oder mit dem Virus infizieren, die sich ihnen in den Weg stellen. Schnell breitet sich dieser Virus über ganz Amerika aus – innerhalb 2 Jahren ist fast die ganze Bevölkerung ausgerottet.

Das war sozusagen der Vorspann, er umfasst ca. 1/3 des Buches und ist eine spannende Geschichte für sich.
Ab jetzt geht die Handlung in der Kolonie 2 weiter, 97 Jahre nach dem Jahr Null.
Als sich die Mutanten, Virals genannt, nach ihrem Ausbruch rasend schnell vermehrt haben und die Bevölkerung Amerikas fast ausgelöscht wurde, brachten die Militärs die Kinder in verschiedene Festungen, um das Überleben der Menschheit zu sichern.

Wie diese nun damit knapp 100 Jahre später umgehen, ob es noch andere Überlebende in den Kolonien gibt und was passiert, als Amy in diese geschützte Welt einbricht … lasst euch überraschen  :)




Meine Meinung

Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Es ist keine leichte Lektüre und anfangs switcht Cronin von Kapitel zu Kapitel zwischen verschiedenen Charakteren und Ereignissen hin und her. Doch man merkt schnell, dass man auf ein bestimmtes Ziel zusteuert und der packende Schreibstil lässt einen nur so durch das Buch fliegen.

Natürlich hätte man einiges kürzer halten können. Die Vorgeschichte bis zum Jahr Null ist eine eigene Etappe für sich und ist dafür, dass so gut wie alle Charaktere, die man bisher kennen gelernt hat, sterben, sehr ausführlich. Trotzdem fand ich dieses erste Drittel sehr spannend und hat mich wunderbar auf das, was danach kommt, vorbereitet.

Auch die Ereignisse und die Beschreibungen der Kolonie im zweiten Drittel hätte man etwas raffen können, trotzdem kam bei mir nie das Gefühl der Langeweile auf. Ich konnte mir zwar während des Lesens vorstellen, dass sich manch andere denken würden „Was zieht sich das jetzt so hin“, aber trotz dessen das manche Infos evtl. überflüssig waren, waren sie interessant und flüssig zu lesen und haben mich keinesfalls gelangweilt. Viele Wendungen, viele Entscheidungen, die sich auf die gesamte Handlung auswirken und immer wieder in andere Richtungen führen.

Die verschiedenen Erzählperspektiven sind anfangs etwas irritierend, geben aber einen besonderen Einblick in die Geschehnisse. Man wird immer mehr in die Verwicklungen hineingezogen und ich war von Anfang an von der Handlung gefesselt.

Es gibt viele Haupt- und Nebencharaktere, wobei ich hier nie den Überblick verloren habe. Sie alle haben ihren Platz und sind gekonnt den Handlungsverlauf eingeflochten. Vielschichtige aber auch typische Charakterzüge runden die Figuren ab, sie passen stimmig ins Bild und jeder von ihnen hat seine besondere Rolle.

Die Story an sich ist super und für mich mal etwas völlig neues. Die Charaktere sind gut durchdacht und ich kann mich in sie hineinversetzen.  (in der Kolonie vielleicht etwas zu viel des guten, da haben mich die vielen Personen manchmal etwas verwirrt), aber je weiter man kommt, erkennt man, das alles wichtig und in sich stimmig ist. Gut durchdachte Lösungen, bis auf ein – zwei Kleinigkeiten, die sich aber vielleicht in den Folgebänden noch auflösen.

Fazit

Ein grandioser Auftakt zu einem weit reichenden, gewaltigen Werk, auf dessen Fortsetzung ich mich schon sehr freue. Perfekt inszeniertes Zukunftsszenario, dass in dieser Form wirklich einzigartig ist.

Bewertung
 



© Aleshanee
 

Justin Cronin
© Gasper Tringale
Über den Autor: Justin Cronin stammt aus New England und studierte in Harvard. Er besuchte den berühmten Iowa Writers' Workshop und lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Houston, Texas, wo er an der Rice University Englische Literatur unterrichtet. Er veröffentlichte zwei Romane, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Übersetzungsrechte an seiner Trilogie, die mit »Der Übergang« begann, wurden innerhalb kürzester Zeit in 23 Länder verkauft.
Quelle: Goldmann Verlag 



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Die Zwölf von Justin Cronin
Band 2 der Trilogie

Kommentare:

  1. Guten Morgen meine Liebe, tolle Rezension! :)
    Dieses Buch will ich auch so gerne noch lesen, da hast du mich jetzt nochmal drin bestätigt ;).

    LG Insi Eule

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    1. Dankeschön! Das war auch wirklich der Hammer das Buch und der 2. Teil hat in nichts nachgelassen, die Rezi dazu kommt dann morgen ;)

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  2. Hallo und guten Morgen,

    es ist ein sicherlich tolles Buch, aber was mich persönlich wirklich abschreckt ist die Seitenzahl...

    Ich habe es schon sooo oft in der Buchhandlung in der Hand gehabt, aber deshalb immer wieder zurückgelegt.

    LG..Karin..

    PS. Aber wenn ich jemals wieder Urlaub auf einer einsamen Insel mache, nehme ich das Buch sicherlich gerne mit..augenzwickern...

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    1. Das schreckt einige ab, aber ich mag solche "Herausforderungen" ab und zu mal gerne :)
      Ich lese auch lieber was um die 400 Seiten, aber das hatte mich einfach von der Story her angesprochen und ich hatte es in der Bücherei gesehen und mitgenommen. Als ich angefangen hatte, konnte ich gar nicht mehr aufhören, ich habs in einer Woche durchgehabt ^^

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  3. Hallo.

    Eine tolle Rezension hast du da geschrieben.
    Habe das Buch auch hier und will es schon eine ganze Weile unbedingt lesen. Aber die Seitenzahl schreckt mich dann immer wieder etwas ab. Aber bei solchen Rezensionen bekommt man dann doch wieder Lust drauf.
    Mal schauen, ob ich es nächstes Jahr dann schaffe :D

    LG,
    Steffi

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  4. Hallo,

    ich finde es wirklich schade, dass sich viele potentielle Leser dieser Herausforderung nicht stellen wollen. Denn die Geschichte ist, genau wie du schreibst, einzigartig. Zum Glück Habe ich den zweiten Teil auch schon hier liegen. Bin sehr gespannt! Toll beschrieben!

    LG

    Kay

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    1. Dankeschön Kay! :)

      Den zweiten Band hab ich auch gleich nachgelegt, die Rezi dazu kommt morgen ;)
      Allerdings heißt es jetzt warten auf den letzten Teil. Die Seitenlänge lohnt sich wirklich, das ist so eine geniale Geschichte! Er hätte ja auch eine Reihe draus machen können, mit 6-9 Teilen, dann hätten vielleicht mehr Leute eher zugegriffen. So ist es halt kompakter. Wieso auch nicht? ;)

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  5. Also ich mag ja solche komplexen Handlungen :-) Und weil ich weiß, dass ich dann so lange warten muss, hab ich mich noch nicht getraut, mit dem zweiten Teil anzufangen. Aber es kribbelt schon sehr...

    Ja, schon aus dem ersten Teil hätte man locker fünf Bände machen können. Aber ich fand es gut so, wie es ist. So konnte man schön durchweg lesen und war durchgehend gut unterhalten. Ich glaube, "Die Zwölf" muss ich auf jeden Fall noch dieses Jahr lesen. Der Anfang der Reihe war einfach zu gut :-)

    Liebe Grüße

    Kay

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  6. Schöne Rezi, ich hab beide Teile auch so verschlungen. Liebe Grüße Petra

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  7. Gekauft ist es bereits, jedoch hat mich bisher die Seitenanzahl ein wenig abgeschreckt!
    Deine Rezi hat mich aber nun ermutigt...Ich denke es wird nicht mehr lange dauern!!
    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Einfach anfangen, Steffi, bei mir war es wirklich schneller durch, als ich gehofft habe, ich hab wirklich in jeder freien Minute weitergelesen, weil es mich so gefesselt hatte.

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    2. Ich bin gespannt :) Werde am We versuchen erst mal meine beiden angefangenen Bücher zu beenden! Zu dumm, dass die gerade beide mal gar nicht spannend sind :(

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    3. Mhm, Bücher zu lesen, die gerade keinen Spaß machen, ist natürlich kein Vergnügen. Ich hoffe, du kriegst sie schnell fertig

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  8. Ohh das möchte ich auch unbedingt bald mal lesen. Mich schreckt auch die Seitenzahl ein bisschen ab. Ich hatte in der Bücherei schon mal ein wenig reingelesen und damals konnte es mich dann einfach nicht gleich packen. Möchte es aber unbedingt nochmal probieren :)


    LG Juliana

    ps.: Hab dich grad auf meinem Blog getaggt, würde mich freuen wenn du Lust hast mitzumachen :)

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  9. ICH HAB DIE ERSTEN BEIDEN BÄNDE GELIEBT!!
    So ein geiles Buch hatte ich lange nicht gelesen und wenn man erst mal in der Handlung drin ist, kommt man da auch nur schwer wieder raus!
    Find ich ziemlich klasse, dass dir das gefallen hat, denn du hast Recht, ich hab schon einige sagen hören, dass es ihnen zu lange, zu komplex und zu vielschichtig ist.
    Ich bin begeistert, weil du begeistert bist! :-D

    LG
    Tilly

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