Mittwoch, 27. Dezember 2017

Rezension: Tintentod von Cornelia Funke

Tintentod

von Cornelia Funke

Band 3 der Trilogie "Tintenwelt"
Genre: Fantasy
empfohlen ab 14 Jahren

Verlag: Dressler
Seitenzahl: 768
Hardcover: 22,90 €
Taschenbuch: 12,00 €
Ebook: 11,99 €

1. Auflage: Okt 2007



"Vielleicht war diese Welt am Ende doch aus Träumen gemacht,
und ein alter Mann hatte nur die Worte für sie gefunden." S. 728

Achtung!
Spoiler zu den Vorgängern!


Worum gehts?

Mittlerweile sind ja alle in der Tintenwelt angekommen - alle außer Elinor und Darius, was die alte Bücherliebhaberin schier verzweifeln lässt. Jahrelang war sie nur von Büchern umgeben, doch jetzt vermisst sie Mo, Resa und Meggie und möchte so gerne auch diese andere Welt sehen, die in ihrer Vorstellung eine so magische Faszination auslöst.

Doch sie ahnt nicht, wie sich die Ereignisse entwickelt haben: Tod und Verderben breitet sich aus in der Tintenwelt und der Natternkopf, der schlimmste Widersacher, ist durch Fenoglios Worte unsterblich geworden. Doch kann man dem Tod tatsächlich ein Schnippchen schlagen? Und in welche Rolle wird Orpheus schlüpfen? Kann der viel besungene "Eichelhäher" tatsächlich noch alles zum Guten wenden?



Meine Meinung

Ja, es geht düster weiter, denn die Ereignisse haben viele unerwartete Wendungen genommen, die die Charaktere nachhaltig beeinflussen. Auch wenn immer wieder Hoffnungen geweckt werden, ist schnell jemand zur Stelle, der sie mit Füßen tritt und jede der Figuren wird vor neue Herausforderungen gestellt, die ihnen alles abverlangen.

Die Kapitel werden wieder mit speziell passenden Zitaten aus anderen Büchern eingeleitet und jedes im Wechsel aus einer anderen Perpektive erzählt. So kann man der Handlung wunderbar folgen und die Hintergründe sowie Beweggründe der Charaktere verstehen und nachvollziehen. Egal welche Motivation dahinter steckt, es fügt sich alles perfekt in das Gesamtbild: Dabei muss man sich auf einige Überraschungen gefasst machen, denn auch wenn man weiß worauf es hinauslaufen wird, gibt es einige Veränderungen. Und die kann nicht mal Fenoglio, der Tintenweber voraussehen:

"Ich habe diese Geschichte nur gepflanzt, aber sie wächst, wie sie will,
und alle verlangen, dass ich voraussehe, welche Blüten sie treiben wird!" S. 521

Nicht jeder von ihnen gewöhnt sich an diese aus Worten geschaffene Welt und doch scheinen sie heimisch zu werden, ob sie wollen oder nicht, fast so, als müssten sie sich anpassen, die Rolle besetzen, die die Geschichte für sie vorgesehen hat - und dabei verstricken sie sich immer tiefer in die Macht der Buchstaben. 

Während Mo und der schwarze Prinz alles versuchen, um dem Natternkopf doch noch ein sterbliches Ende zu setzen, verändern sich die Beziehungen untereinander. Manche lösen sich, andere werden neu geknüpft, denn die Angst, die Hoffnungslosigkeit, aber auch die Wut färbt auf jeden von ihnen ab und schafft ganz neue Wesenszüge.
Ich hab ja jeden von ihnen ganz besonders ins Herz geschlossen, denn jeder für sich
Elinor ist ja eher eine Randfigur, aber gerade sie mit ihrer Entschlossenheit und ihrem Glauben an ein "gutes Ende" frischen die düstere Atmosphäre immer wieder so schön auf!
Übrigens hab ich hier ein perfektes Zitat gefunden, denn oft wird unter Lesern darüber gesprochen, wie die Figuren aussehen, wie sie sie sich vorstellen und dass sie ein genaues Bild vor Augen haben: mir ging das noch nie so, ich kann mir meist gerade mal die Haarfarbe merken ...

"Ein Leser sieht die Figuren einer Geschichte nicht wirklich. Er fühlt sie.
Orpheus hatte das zum ersten Mal festgestellt, als er mit kaum 11 Jahren versucht hatte,
die Figuren aus seinen Lieblingsbüchern zu beschreiben oder gar zu zeichnen." S. 425

Die Ideen scheinen der Autorin einfach nicht auszugehen, denn in der Tintenwelt gibt es wieder neues zu entdecken, gleich ob es sich um die magischen Wesen handelt, ausgefallene Zauber oder neue Schauplätze, es warten hier viele originelle Motive, die der Handlung eine fühlbare Tiefe geben und mich beim Lesen komplett in die Tintenwelt eintauchen ließen.

"Nymphen, die Haut schuppig, in blütenbedeckten Tümpeln,
Fußspuren längst verschwundener Riesen, 
Blüten, die flüsterten, wenn man sie berührte,
Bäume, die in den Himmel wuchsen,
Moosweibchen, die zwischen ihren Wurzeln auftauchten,
als hätten sie sich aus der Rinde geschält ..." S. 19

Erwähnen möchte ich dabei noch, dass die Buchtitel hier eine ganz besondere Bedeutung haben, die am Ende zum Tragen kommt und die die ganze Reihe perfekt abrunden. Es war ein wunderbarer zweiter Ausflug in diese außergewöhnliche Geschichte, die mir alles an Unterhaltung, Spannung und Magie geboten hat, perfekt durchdacht in allen Details und für mich immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen wird!

Es gibt auch hier wieder stimmige Zeichnungen der Autorin und am Ende eine Karte der Tintenwelt wie auch eine Auflistung aller wichtigen Personen und Orte zur Orientierung.


Bewertung

 http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen

© Aleshanee
 

Über die Autorin: Cornelia Funke zählt mit weltweit über 26 Millionen verkauften Büchern zu den international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Sie steht seit Jahren auf der Liste der beliebtesten AutorInnen, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr im Rahmen des Vorlesewettbewerbs unter Schülern ermittelt. Das US-Magazin „Time“ wählte sie zu einem der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2005, das ZDF kürte sie 2007 zu einer der 50 „Besten Deutschen Frauen“. Für ihre Bücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, zuletzt 2015 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis und dem Bayerischen Buchpreis. Cornelia Funke hat über 50 Bücher geschrieben, die in 50 Sprachen übersetzt sind. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die phantastischen Romane Drachenreiter, Herr der Diebe, die Tintenherz-Trilogie und ihre Reckless-Reihe.
Quelle: Dressler Verlag

Die Tinten Trilogie
2 - Tintenblut
3 - Tintentod



Kommentare:

  1. Ich weiß noch wie ich das Buch in der 6. Klasse gelesen habe und wie ich mich gegruselt habe.
    Staubfinger war meine absolute Lieblingsfigur und ich denke jeder weiß warum.

    Deine Svenja von Bücherfieber

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    1. Also ich habs ja auch vor ewigen Zeiten zum ersten Mal gelesen, allerdings war ich da schon aus dem Jugendalter rausgewachsen :) Aber gruselig fand ich es nicht, wobei ich das jetzt doch schon von einigen anderen auch gehört habe. Es ist schon ziemlich finster gegenüber den beiden vorherigen Teilen, aber trotzdem richtig toll. Und Staubfinger, ja ♥♥♥

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  2. Hallo Aleshanee,
    die Tintenbücher liegen bei mir schon einige Zeit zurück. Ich habe mich erst kürzlich mit einer anderen Bloggerin über die Reihe unterhalten und ihr davon berichtet, dass ich damals den ersten Teil einfach nur genial fand. Allein die Idee zur Story ... Die beiden weiteren Teile waren mir einfach zu düster. Ich frage mich allerdings, ob ich die Reihe, wenn ich sie jetzt noch einmal lesen würde, anders empfinden würde.

    Eine sehr schöne Rezenion.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Bei mir war es ja auch schon ziemlich lange her, das war fast wie eine neue Geschichte, aber auch ein heimisches Gefühl ♥
      Ich fand jetzt nur den dritten etwas düster, den zweiten eigentlich nicht, der war einfach nur wunderbar magisch :) Aber wie du schon sagst, der Eindruck ändert sich im Laufe der Jahre.
      Auch wenn der dritte düster war, war er trotzdem toll! Ich finde die vielen Ideen ja unglaublich!

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  3. Ich liebe die Reihe auch total *_*

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  4. Hach ja Aleshanee,

    was soll ich sagen. Irgendwann, irgendwann schaffe ich es die Reihe zu lesen. Zwei Bände stehen ja schon dabeim. Ich arbeite daran wirklich. :D

    Liebe Grüße, Ruby

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    1. Ich hoffe du findest die Zeit, vor allem da du ja schon 2 Bände zu Hause hast, es lohnt sich wirklich ;)

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