Freitag, 12. Juli 2019

Rezension zu Die dunklen Lande von Markus Heitz

Die dunklen Lande von Markus Heitz


1629. Der 30 Jährige Krieg mit seinen Konflikten erschüttert Europa und tobt besonders gnadenlos in Deutschland.

Die junge Abenteurerin Aenlin Kane reist in die neutrale Stadt Hamburg, um das Erbe ihres berühmten Vaters Solomon Kane zu ergründen. Zusammen mit ihrer Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, gerät sie in die Wirren des Krieges. Sie nehmen einen folgenschweren Auftrag der West-Indischen Compagnie an: Eine zusammengewürfelte Truppe soll sich durch die Linien nach Süddeutschland durchschlagen, bis nach Bamberg, wo grausamste Hexenprozesse die Scheiterhaufen brennen lassen - doch es kommt vieles anders. Zu viel für einen Zufall!
Aenlin und Tahmina wissen um das Böse und die Dämonen, die sich auf der Erde tummeln und die Wirren des Krieges zu ihrem Vorteil nutzen. Schon bald geht es um mehr als einen Auftrag der Compagnie.
Und der Anführer der Truppe, Nicolas, hat ein düsteres Geheimnis …

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Die dunklen Lande
von Markus Heitz

Genre Historische Fantasy
Schauplatz Deutschland 1629

Verlag Knaur // Seitenzahl 560
1. Auflage März 2019 
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Meine Meinung

Was für ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Abenteuer! In Mantel-und-Degen Manier mit einem gehörigen Schuss Magie entführt uns Markus Heitz mitten in die Zeit des 30jährigen Krieges. Im Vorwort hat er kurz Bezug darauf genommen, wie sich die Scharmützel über die Länder immer wieder von neuem angefacht haben und es gibt auch eine Übersicht der Personen dieser Geschichte sowie ein kurzes Glossar über einige Begrifflichkeiten, die mit den hier gegebenen Zaubern zu tun haben. 
Auch eine farbige Karte von Deutschland ist im Buchumschlag enthalten, so dass man sehr genau den Weg der Abenteurer während dem Lesen verfolgen kann.

Und dieser Weg ist wahrlich gespickt mit einer Menge an Turbulenzen und Nervenkitzel, denn ein scheinbar einfacher Auftrag der West-Indischen Kompanie entwickelt sich zu einem Wettlauf gegenüber bösen Mächten, die ein grausames Schicksal heraufbeschwören wollen.

Schon der Einstieg macht neugierig, denn Melchior Pieck, ein Spion und Auftragsmörder, wird von London aus nach Hamburg mit einem delikaten Auftrag versandt. 

Indes landen auch Aenlin Salomé, die Tochter des berühmten Solomon Kane (übrigens eine Hommage an die Figur aus der Feder von Robert E. Howard, dem Schöpfer des Barbaren Conan) sowie ihre Freundin Tahmina, eine persischen Mystikerin, in der norddeutschen Hafenstadt. Doch an das Erbe ihres Vaters zu kommen wird Aenlin zunächst verwehrt, weshalb sie sich plötzlich mitten in der wild zusammen gewürfelten Söldnertruppe von Nicholas wiederfindet.

Zusammen ziehen sie nach Süden, um in Bamberg ihren Auftrag zu erledigen und müssen auf dem Weg dorthin einige bittere Erfahrungen machen und Wagnisse eingehen, die ihren Leib und ihr Leben bedrohen.
Mit in dem Trupp sind auch noch der gutmütige Moritz, ein riesenhafter junger Kerl, der das Kriegshandwerk erlernen will, der vorlaut witzige Jäcklein, der bekennende Aufschneider Caspar, der keinem Duell aus dem Wege geht und der ungehobelt zänkische Statius. Gerade letzterer ist von sehr derber Art und nur auf sein eigenes Wohl erpicht; dafür teilt er gerne aus und streicht alles ein, was er kriegen kann, sei es in Gold oder von wehrhaften Frauen. 
Der Autor hat jedem dieser Figuren ein sehr lebendiges Dasein eingehaucht, so dass man jeden von ihnen zu kennen glaubt und sich immer mitten im Geschehen befand - wenn es auch einige brutale Szenen gab, die einen starken Magen benötigen und grade Statius hat eine extrem vulgäre Art und Ausdrucksweise, die man schonmal wegestecken muss. 
Gerade diese ungleichen Charaktere und ihr Zusammenspiel gegen jedwede Gefahr hat das ganze zu einem kurzweiligen und unterhaltsamen Lesevergnügen gemacht, weil auch der Humor dabei nicht zu kurz kommt! Eine Liebesgeschichte sucht man allerdings vergeblich, denn es geht hier vor allem um eine heldenhafte Reise und den Kampf gegen Hexen, Dämonen und die Bestien des Dunklen Landes. 

Den Sprachstil hier muss ich auch noch hervorheben, vielleicht merkt man es ja an meiner Art der Rezension, dass ich noch mitten im Bann stehe dieser zeitlich perfekt angepassten Schreibe, die der Autor hier wirklich famos umgesetzt hat. Auch hat es mich immens gefreut, einige ältere Begriffe wiederzufinden wie "Subsidien", "Buhei" oder "juvenil" und dergleichen mehr, die der Atmosphäre umso mehr Glaubwürdigkeit und Intensität verschafft haben. Überhaupt wirkt die Stimmung durchweg abenteuerlich, düster und verwegen, was viel zur Spannung beiträgt.

Das Tempo an sich empfand ich zielstrebig und schwungvoll und hat durch die wechselnde Sichtweise verschiedener Personen Aufregung und Neugier angefacht, wozu natürlich auch die kleinen Cliffhanger bei den wechselnden Abschnitten gedacht waren. 

Auch die Ideen, die der Autor hier in die Handlung verwoben hat, seien es die magischen Wesen, die seltenen Zauber oder auch die Risiken, mit denen sich alle Beteiligten herumschlagen mussten - es war ständig etwas geboten, dass mich Zeile um Zeile weiterlesen ließ, um keinen Moment zu verpassen. 

Markus Heitz hat ja im Nachwort noch offen gelassen, ob er sich hierzu noch eine Fortsetzung aus der Feder kitzeln lässt, aber lassen wir uns doch einfach überraschen. Freuen würde ich mich auf jeden Fall, denn ich habe die Charaktere doch ins Herz geschlossen. 

Meine Bewertung

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen



Über den Autor: Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Er schrieb über 50 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet. Mit der Bestsellerserie um "Die Zwerge" gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.
Quelle: Knaur Verlag

Sehr empfehlen von dem Autor kann ich auch 
Ulldart - 9teilige High Fantasy Reihe
Wédora - 2teilige Fantasy Reihe
Des Teufels Gebetbuch - Urban Mystery Thriller
Die Zwerge - 5teilige High Fantasy Reihe



Kommentare:

  1. Hi Alex,

    das Buch steht schon längere Zeit auf meiner WuLi und ich durfte Markus Heitz Worten während der LBM zu diesem Buch lauschen und war sehr angetan davon. Gerade das gewählte Setting mit den "lebhaften" Charakteren reizen mich. Es freut mich sehr, dass du so viel Spaß beim Lesen des Buches hattest.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Dankeschön Uwe :) Dann hoffe ich dass es dich ebenso begeistern wird, solltest du es auch lesen! Ein schönes Wochenende für dich!

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  2. Hey :)

    Ich muss ehrlich sagen, mich schreckt hier das Cover vom Lesen ab. Was denkst du?

    Liebe Grüße,
    Nico

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    1. Oh, das Cover find ich gar nicht mal so schlecht :D
      Ich hab halt schon einige von dem Autor gelesen und die meisten haben mir richtig gut gefallen. Mich hat vor allem das Setting gereizt und den Titel find ich klasse - der Stil ist sehr ungewöhnlich, da sollte man vorher vielleicht erst reinlesen ob das gefällt.

      Vivka hatte es ja nicht so gut gefallen, ihre Rezension auf A winter story hab ich oben verlinkt.

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  3. So interessant wie unterschiedlich man eine Geschichte empfinden kann, denn mich hat dieses Buch kaum fesseln können. Ich mag Idee, Protas und die Welt, aber mir war alles zu langsam um dann alles auf einmal zu passieren und dann war es zu Ende! Aber ich finde es toll, dass du sehr viel Spaß mit der Story hattest =)

    Sommerliche Grüße
    Vivka

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    1. Super schade! Aber da kann man nix machen ;) Ich mag auch manche Bücher nicht die von anderen in den Himmel gelobt werden ... das ist manchmal so. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht :D

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