Freitag, 26. Juli 2024

Die Memoiren des Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle

Ich hab mich endlich an die Original Geschichten von Arthur Conan Doyle gewagt. Nachdem ich schon jahrelang ein Fan von Sherlock Holmes bin und viele Adaptionen gelesen und gesehen habe - u.a. auch einige sehr gute Hörspiele zu den Originalfällen gehört, war ich jetzt sehr gespannt, wie die ursprünglichen Fassungen sind. 

Heute hab ich meine Kurzmeinungen zu den nächsten 11 Geschichten aus


Die Memoiren des Sherlock Holmes

(Erzählungen, 1893)

Silberstern (Das verschwundene Rennpferd)
★★
In ganz England spricht man über den aufregenden Fall: Der Favorit des Wessex Cup - das Pferd "Silberpfeil" ist verschwunden und dessen Trainer ermordet aufgefunden worden. Während Holmes sich sicher ist, dass das Pferd alsbald wieder auftaucht, fühlt er sich nach 2 Tagen genötigt, nach Dartmoor zu fahren, da die Aufklärung des Falles nicht vorwärts geht. 
Den Fall an sich fand ich jetzt nicht so spannend, war aber mal was anderes und hat natürlich mit einer gut kombinierten Aufklärung am Ende eine interessante Lösung geboten. 

Das gelbe Gesicht
★★★★
Das erste Mal gibt es hier einen Hinweis auf Holmes´ Boxkünste. Die er jedoch nur ausübt wenn sie benötigt werden, denn gleichzeitig scheint er auf jegliche Bewegung zu verzichten, wenn sie nicht vonnöten ist. Wie bei einem interessanten Fall zum Beispiel. Auch seine karge Lebensweise und der gelegentliche Genuss von Kokain werden erwähnt, das er vor allem benutzt, um der Monotonie der Langeweile zu entgehen.
Was aber gar nichts mit dem Fall zu tun hat, in dem ein liebender Ehemann plötzlich vor einem Geheimnis steht, dass seine Frau vor ihm hat und dass er nicht überwinden kann.
Auch zum ersten Mal schätzt Holmes seine Deduktionskünste zu hoch ein. Zumindest in den Geschichten die ich bisher gelesen habe. Vielleicht durch sein sehr zurückgezogenes Leben kommt er auf eine völlig falsche Fährte - was aber nicht gestört hat, da der Fall zu einem wunderschönen Ende kommt. 

Der Angestellte des Börsenmaklers (Der Fehler in der Rechnung)
★★
Ein sehr verwickelter Fall, bei dem man anfangs wirklich nicht weiß, wohin es führen soll - obwohl eine Betrügerei sich schon andeutet. Aber ich fand es gut erzählt! 

Der Fall der Gloria Scott (Der erste Fall)
★★★
Hier erzählt zur Abwechslung mal Holmes selbst, denn er berichtet über seinen ersten Fall, der ihn damals überhaupt auf den Gedanken gebracht hat, eine detektivische Laufbahn einzuschlagen. Ein Besuch auf dem Gut seines Studienfreundes Trevor, dessen Zusammentreffen mit dem Vater dann einige sonderbare Entwicklungen birgt. In einer Rückschau auf die damaligen Ereignisse klärt Holmes dann auf, wobei er dabei selber kaum eine Rolle spielt, sondern sie aus andere Hand erfahren, was sich mysteriöses auf der Gloria Scott zugetragen hat. 

Das Musgrave-Ritual (Das Familienritual)
★★★
Watson beschreibt Holmes hier als recht peniblen Menschen, was seine Denkprozesse angeht und auch sein Erscheinungsbild immer gepflegt wirkt - er allerdings was die privaten Bereiche angeht äußerst unordentlich war und alles an den absonderlichsten Plätzen aufbewahrt wird. Ebenso das bekannte Zielschießen auf die Zimmerwände wird hier erstmals erwähnt :)
Holmes berichtet Watson von dem Fall, der ihn zum ersten Mal etwas bekannter gemacht hat. Ebenfalls durch einen Studienkollegen, Reginald Musgrave, erfährt er von dem seltsamen Ritual der Familie, einem kryptischen Text, der von Generation zu Generation weitergegeben wird - und das plötzlich auf Interesse stößt. Sehr verzwickt und spannend zu verfolgen.

Die Junker von Reigate (Der abgerissene Zettel)
★★
Ein Fall hat Holmes so sehr beansprucht, dass er schwach und krank geworden ist. Deshalb folgt er bereitwillig der Einladung eines alten Freundes von Watson aufs Land, nach Reigate, um sich dort zu erholen. Als auf einen Einbruch allerdings ein Mord folgt, ist sofort Sherlocks Neugierde geweckt und mit seinem üblichen Spürsinn kommt er dem verwickelten Verbrechen schnell auf die Spur. Simpel - aber gut aufgebaut.

Der Verwachsene (Ein ganz einfacher Fall)
★★
Hier geht es um einen Mord in einem abgeschlossenen Raum. Der Fall scheint klar, denn außer dem ermordeten Colonel Barcley war nur noch seine Frau anwesend - doch Sherlock Holmes springen einige Details ins Gesicht, die ihn an eine andere Möglichkeit denken lassen. Dazu kommt eine nächtliche Begegnung und tierische Spuren, die altes Unrecht büßen lassen.
Ich hatte schon bald einen Verdacht, fand es aber insgesamt eine spannende Erzählung.

Der niedergelassene Patient 
Ein junger Arzt bekommt unverhofft Unterstützung von einem Gönner, der sich ihm aber auch als ständiger Patient andient. Der Handel trägt Wirkung und beide profitieren - bis der Förderer plötzlich einer heftigen Paranoia anheimfällt, die sich der Arzt nicht erklären kann. 
Holmes kommt natürlich auf die richtige Fährte und kann den Fall aufklären.

Ich überging die Grobheit seiner Sprache, da er vor Angst halb von Sinnen zu sein schien.
Zitat

Hier zeigt sich, dass damals immerhin schon so viel Empathie gezeigt wurde, dass sehr emotionale Gefühle über vieles hinwegsehen ließen, weil sie einfach dem Zustand geschuldet sind, wenn man "nicht mehr bei Sinnen ist". Ich finde, dem kann man durchaus heute auch wieder etwas mehr Beachtung schenken, denn oft werden dadurch Worte oder Handlungen völlig falsch interpretiert.

Der griechische Dolmetscher 
Eine interessante Geschichte um eine Entführung und einen seltsamen Fall, der nicht so richtig - also komplett - aufgeklärt wird. 

Das Marineabkommen (Der Flottenvertrag)
★★★
Ein brisanter Diebstahl ruft unseren Detektiv auf den Plan, denn gestohlen wurden geheime und sehr brisante Papiere, die in den falschen Händen zu einer Katastrophe führen könnten. Diese Geschichte fand ich wieder sehr gut aufgebaut und auch in der Entwicklung der Aufklärung spannend gemacht.

Das letzte Problem 
★★★
Moriarty, der Gegenspieler Holmes, tritt auf den Plan und direkt dem berühmten Detektiv gegenüber. Der Intellekt der beiden scheint gleichwertig und so spielen sie beide ein gefährliches Spiel, das schließlich an den Reichenbachfällen endet. 



Mein Fazit
❇❇❇❇❇❇❇❇❇❇❇

Dieses Mal hab ich zwar auch einige Geschichten aus unterschiedlichen Ausgaben, aber die meisten dann doch aus einer - wie ich denke - recht guten Übersetzung. Jedenfalls haben mir hier viele sehr gut gefallen und ich fand sie in Sprache und Aufbau wirklich gut, um in den Spiegel der damaligen Zeit zu blicken und gleichzeitig die brillanten Deduktionen von Holmes zu verfolgen. Insgesamt haben sie mir besser gefallen als die im ersten Band seiner Kurzgeschichten.

Ich kenne viele der Geschichten als Hörspiele aus dem Maritim Verlag mit Christian Rode und Peter Groeger als Sprechern, die super gemacht sind, aber auch kleine Abweichungen zu den Originalen haben. Die aber auch oft noch die Spannung erhöhen und etwas ausbauen. 



Weitere Geschichten
in chronologischer Reihenfolge

Die Memoiren des Sherlock Holmes (Kurzgeschichten)
Der Hund der Baskervilles (Roman)
Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Kurzgeschichten)
Das Tal der Angst (Roman)
Seine Abschiedsvorstellung (Kurzgeschichten)
Sherlock Holmes´ Buch der Fälle (Kurzgeschichten)

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