Sonntag, 25. April 2021

Ein Schiff wird zur Todesfalle: Die Überfahrt von Mats Strandberg

Die Passagiere an Bord der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma wollen vor allem eins: sich amüsieren, und zwar um jeden Preis. Ob sie mit der besten Freundin tanzen gehen oder Junggesellenabschiede feiern, ob sie nach der Liebe ihres Lebens suchen oder vor den Dämonen des Alltags fliehen – die Nacht ist lang, und der Alkohol fließt reichlich.
Fast bleiben dabei die beiden dunklen Gestalten unbemerkt, die sich übers Autodeck an Bord schleichen: eine Mutter und ihr Kind. Mit ihnen betritt ein uraltes Grauen das riesige Schiff, und es wird zur tödlichen Falle. Die Angst geht um auf der Baltic Charisma ...
 
 
Mein Fazit
 
Der Autor begrenzt hier die Handlung auf die Fähre Baltic Charisma, was einen besonderen Reiz ausmacht. Zum einen lese ich selten Bücher, die auf Schiffen spielen, zum anderen entpuppt es sich als ausweglose Situation - denn wohin soll man fliehen, wenn man auf einem Schiff festsitzt?
 
Manche fanden den Start als etwas zu langwierig, weil erstmal die vielen Figuren, die eine wichtige Rolle spielen, detailliert beschrieben werden. Was sie zu dieser Reise animiert hat, mit welchen Problemen sie sich herumschlagen etc., aber schon das fand ich sehr spannend, da die unterschiedlichsten Charaktere dabei sind und die Hintergründe alleine schon genug Anreiz gaben, weiterzulesen. 
Irgendwie witzig auch das pöbelnde Volk, dass sich hauptsächlich zum Feiern auf dieser Fähre trifft und für alles bereit ist, was nach Musik und Alkohol folgen wird; dafür ist die Baltic Charisma bekannt und wird auch gerne von den Menschen genutzt, um sich vom Alltag in jedweder Weise abzugrenzen.
 
Das Grauen schleicht sich dann nach und nach ein bis es einen förmlich überrennt. Durch die anschaulichen Bilder, die der Autor heraufbeschwört, grade auch in den kleinen Details, wirkt das ganze sehr lebendig und ich hatte oft das Gefühl, einen Film zu sehen. Ich könnte mir das auch super auf der Leinwand vorstellen und hab von Anfang bis Ende mitgefiebert. 
Richtig gegruselt hat es mich nicht, aber Vampire an sich sind nunmal keine mitfühlenden Wesen in ihrem Blutdurst und das zeigt Mats Strandberg auch in einigen Szenen sehr deutlich. Allerdings gibts auch hier feine Nuancen, die auch andere Facetten gezeigt haben, was ich sehr gelungen fand.
 
Eine positive Überraschung für mich, die mir einige unterhaltsame und packende Lesestunden beschwert hat :)
 
 
 Meine Bewertung
 

 
Rezensionen auch bei
 
 
 
 
 

Die Überfahrt von Mats Strandberg

 
Genre Horror / Vampire
Im Original Färjan -- übersetzt von Antje Rieck-Blankenburg
Verlag Fischer-TOR -- Seitenzahl 506
1. Auflage November 2018 
 
 
 

Ebenfalls von Mats Strandberg gelesen: Das Heim


Vor Joel Edlund liegt eine unangenehme Aufgabe. Seine 72-jährige Mutter Monika leidet seit einem Herzinfarkt unter Demenz und kann den Alltag nicht mehr allein bewältigen. Joel und sein Bruder Björn sind sich einig, dass es das Beste ist, die Mutter im Nebelfenn, dem örtlichen Pflegeheim für Demenzkranke, unterzubringen.
Schon bald verschlechtert sich Monikas Zustand dramatisch: Sie magert ab. Wird ausfallend. Und spricht dunkle Geheimnisse aus, von denen sie eigentlich nichts ahnen kann. Joel erkennt seine Mutter kaum noch wieder – und in ihm wächst die Gewissheit, dass etwas Böses sich den Weg in unsere Welt bahnt …


Kommentare:

  1. Ahhh - interessante Einsicht. Aber toll zu lesen, dass es dir im kompletten gefallen hat. Du weisst ja, dass mir der Anfang nicht so gefiel. War mir echt zu langatmig.
    Das ist aber auch das tolle am bloggen - soviel verschiedene Meinungen zu lesen.
    Nur schade, dass so wenige dieses Genre lesen....

    Schönen restlichen Sonntag. ❤

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das ist ja oft auch mal stimmungsabhängig. Kann sein, dass ich das Buch zu einem anderen Zeitpunkt anfangs auch langwierig empfunden hätte ;)
      Jetzt hats aber perfekt gepasst und ich fand die Figuren alle total interessant.

      Meinst du im Horror Genre? Ja, da muss ich wieder etwas aufholen, ich lese da auch viel zu selten.
      Bei Zeit für neue Genres und Leseblick gibts in der Richtung aber immer tolle Tipps ;)

      Löschen
    2. Ich lande am Ende immer wieder im Horrorgenre - heute habe ich Geisterhaus von Jeff Strand beendet - sehr spannend - ein bisschen mehr Hintergrund hätte der Geschichte gut getan - aber spannend. Solltest du einen Tipp brauchen. 👻👻😊😊

      Löschen
    3. Klar, ich freu mich immer über Tipps :)

      Löschen
  2. Hi Aleshanee,
    wenn ich meine fast vier Jahre alte Rezension zu diesem Buch anschaue, so überkommt mich der Gedanke, dass ich die dringend umschreiben müsste ;) Und dann sag ich mir, dass es schier unmöglich ist, das in die Tat umzusetzen :D Immerhin: In der Quintessenz sind wir uns einig.
    Viele Grüße
    Frank

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, alte Rezensionen "überarbeiten", da hätte ich auch keine Lust drauf :D

      Sowas mach ich nur wenn ich ein Buch nochmal lese und Lust habe, etwas neues dazu oder das alte umzuschreiben.
      Hauptsache das Buch hat uns beiden gefallen :)

      Als nächstes hab ich mir "Das Ende" von ihm vorgenommen.

      Löschen
    2. Ich lasse mich ja eher durch die Buchwelt treiben und schaue weniger auf die Autoren. "Schwedens Stephen King" ist mir da entfallen und seither auch nicht mehr über den Weg gelaufen - ist irgendwie kein gutes Zeichen :)

      Löschen
    3. Ich schaue auch meist nicht auf die Autoren - und Bezeichnungen wie "Schwedens Stephen King" mag ich sowieso nicht ^^

      Aber wenn mir mal was gefällt, dann schau ich schon gerne mal nach anderen Büchern und lese dann mehr. Von Eschbach lese ich alles was ich in die Finger bekomme ;)
      Von Stephen King, Kai Meyer, Antonia Michaelis ... da gibts noch viele mehr. Oder ganz frisch Sam Feuerbach. Die Krosann Saga war super, danach hab ich ja jetzt die Totengräber Reihe gelesen, die mir auch sehr gut gefallen hat. Da steht dann als nächstes die Gaukler Trilogie auf dem Plan :)

      Löschen
  3. Mir ging es tatsächlich genau andersrum: Die erste Hälfte fand ich richtig stark, weil die Figuren absolut überzeugend charakterisiert wurden und sehr glaubhaft bzw. authentisch rüberkamen. Die zweite Hälfte fühlte sich dann aber nur noch nach üblichem 08/15-Horror an. Ziemlich blutig, aber letztlich nichts besonderes. Auch das Ende war genau wie erwartet.

    Für meinen Geschmack war das beste an diesem Horrorroman also der Nicht-Horror-Teil...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich fand beide Hälften sehr gut auf ihre Art.
      Ich lese ja nicht so viel Horror, da darf dann auch gerne mal 08/15 Horror sein :D

      Löschen
  4. Das liegt auch auf meinem SUB :-) Ich glaube, ich hebe es mir für den Oktober auf, für die Zeit um Halloween. Ist ja auch nicht mehr sooo lange. *g*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha, nicht mehr so lange ... ich will jetzt erst endlich mal wärmere Tage, Frühling, Sommer - und nicht schon wieder an den Herbst denken! :P

      Aber stimmt schon, die Zeit geht schnell rum und für den Spätsommer ist das genau richtig!

      Löschen

Ich würde mich über dein Feedback zu meinem Beitrag freuen! Ich beantworte die Kommentare immer direkt hier oder schreibe dir gerne auf deinem Blog zurück :)
-----> Info zum Datenschutz: Wenn du einen Kommentar abschickst, akzeptierst du die Speicherung deiner Daten, wie in der Datenschutzerklärung ausgeführt.

Die zitierten Cover und Bilder sind Eigentum des jeweiligen Verlags bzw. Schriftstellers bzw. sonstigen Rechteinhabers und dienen nur zur Veranschaulichung. Bildquellen sind die jeweiligen Verlage, goodreads.com und pixabay.com