Dienstag, 7. Mai 2019

Rezension zu Die Tochter der Hexe von Paula Brackston

Die Tochter der Hexe von Paula Brackston


Den Klappentext lasse ich an dieser Stelle weg, da er mir zu viel spoilert ;)

Erzählt wird hier die Geschichte von Elizabeth Anne Hawksmith, die im Alter von 384 Jahren auf ihre Vergangenheit zurückblickt. Jetzt, im Jahr 2007, zieht sie von einem Ort zum nächsten um unentdeckt zu bleiben; doch die Grundhandlung geht auf drei Epochen zurück, in denen sie einige Schicksalsschläge durchleben und ihr Dasein als Hexe geheimhalten musste. 
Während sie die guten Aspekte ihrer Gunst einzusetzen versucht, wird sie immer wieder verfolgt und vom Bösen verführt und so erleben wir ihre Verzweiflung und Angst, die sie durch die Jahrhunderte begleitet und eine neue Hoffnung, die ihr in der Gegenwart in Dorset begegnet.





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Die Tochter der Hexe

von Paula Brackston

Im Original The Witch's Daughter
übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer

 Band 1 von bisher 2 Bänden
Genre historische Fantasy
Schauplatz England

Verlag Heyne // Seitenzahl 512
1. Auflage Februar 2019 

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Meine Meinung

Ich bin durch die Rezension von Frank bei Der Büchernarr auf das Buch aufmerksam geworden. Durch das Cover hatte es mich nämlich nicht wirklich angesprochen - die Katze finde ich total unpassend ehrlich gesagt, denn es wirkt dadurch eher wie ein Jugendbuch auf mich, dass zwar magisch angehaucht ist aber eher eine leichte Unterhaltung bietet. Doch das täuscht!

Schon zu Beginn erfährt man im Prolog, dass Elizabeth "Bess" flüchten muss. Weshalb kann man sich bei dem Thema Hexen natürlich denken, doch es wird alles noch sehr offen gelassen. 
Dann kommt ein großer Sprung ins Jahr 2007, in dem Elizabeth mit ihren 384 Jahren in einem Dorf ein Häuschen anmietet. Man spürt, dass sie sich über die Jahrhunderte an ihr Einsiedlerdasein gewöhnt hat und ihr Leben sehr gut anpasst. Trotzdem führt sie ihre Heilkunde fort, indem sie Salben, Öle und Räucherwerk auf den Märkten verkauft, die sie selber aus ihrem Kräutergarten herstellt. Aber man merkt auch, dass sie sich nicht wirklich sicher fühlt, denn etwas oder jemand scheint sie zu verfolgen.

Die Ausschnitte in der Gegenwart erlebt man durch Tagebucheinträge von Bess aus der Ich-Perspektive. Sie sind geprägt durch die Jahreszeiten und Gartenarbeiten, denn sie lebt mit den kleinen Riten zu den Feiertagen der Hexen und pflegt ihre Gabe der Heilkunde. Doch das ist nur der Rahmen, der ihrem Leben einen Sinn gibt, denn es entwickelt sich eine Beziehung zu einem anderen Menschen, was sie für sehr lange Zeit aus Angst unterdrückt hatte. Das lässt sie dann auch zurückblicken in drei einschneidende Erlebnisse aus den letzten Jahrhunderten:

Zum einen ins Jahr 1627, als alles in dem kleinen Dörfchen Batchcombe seinen Anfang nahm und Bess´ Leben durch zahlreiche Schicksalsschläge für immer verändert wurde.
In der nächsten Etappe begleiten wir sie nach London ins Jahr 1888 zur Zeit des Rippers, in der sie einen Weg gefunden hat, ihre Kräfte für die Menschen positiv einzusetzen.
Der letzte Rückblick geht ins Jahr 1917 in die Kriegswirren nach Flandern, in dem sie sich bemüht, ihr gutes Werk weiterzuführen.

Diesen positiven Aspekt der Magie, die Fähigkeit Gutes zu Wirken und zu Heilen, versucht sie immer wieder auf unterschiedlichem Weg zu realisieren, was gar nicht so einfach ist, wenn er unentdeckt bleiben soll.
Dabei wirkt das ganze eher wie ein historischer Roman, denn die magischen Elemente sind anfangs nur wenig spürbar, ziehen sich aber durch die ganze Geschichte und haben eine latente, aber intensive Präsenz. Das Tempo ist dabei eher langsam und mit viel Liebe zum Detail, darauf sollte man sich einstellen, denn dann kann man es so richtig genießen. Auch besticht die Atmosphäre mit einem authentischen Rahmen und einer fesselnden Eindringlichkeit, durch die ich mich der Protagonistin immer sehr nahe gefühlt habe.

Was mich auch sehr beeindruckt hat war das Ungewisse: zum einen ist der Ausgang komplett offen, welches Ende es nehmen wird, aber auch die einzelnen Abschnitte haben überrascht durch die verschiedenen Epochen und Schauplätze und welche Begegnungen hier ihr Leben geprägt haben.

Insgesamt ein großartiges Leseerlebnis für mich durch den Ausflug in verschiedene Zeitalter und dem geheimen Leben und Wirken einer Hexe, die bis in die heutige Gegenwart andauert. Die Auflösung am Ende ist absolut gelungen - es ist ein Abschluss, auch wenn Möglichkeiten zur Fortsetzung bestehen. Im englischen Original ist ja auch 2016 ein zweiter Teil erschienen, 8 Jahre nach der Erstveröffentlichung.

Meine Bewertung

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen


© Aleshanee
 Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.


Über die Autorin: Paula Brackston ist Absolventin des MA-Kurses Creative Writing an der Lancaster University und ist Dozentin an der University of Wales, Newport. Ihre »Witch’s Daughter«-Romane landeten auf der New York Times-Bestsellerliste. Paula Brackston lebt mit ihrer Familie in Wales.
Quelle: Heyne Verlag

Die Reihe im Original


  


Kommentare:

  1. Huhu Aleshanee,

    das ist ja ein interessantes Buch, Du weisst ja, dass ich mich so langsam an historischen Inhalt herantasten möchte. Habs zu meiner Verwunderung sogar verfügbar in der Onleihe gefunden aber gerade gehts nicht, habe noch welche aus der Bücherhalle und 2 Rezi Exemplare hier, aber ich habs auf der Merkliste und möchte auf jeden Fall mal reinlesen und schauen ob es mir liegt, ich konnte mir unter Historischer Fantasy nämlich bisher nichts vorstellen. Danke Dir für Deine schöne Rezi!

    Liebe Grüße und eine schöne Woche
    Tanja

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    1. Hi Tanja! Das freut mich dass ich dich neugierig machen konnte :)
      Historische Fantasy gibts eigentlich auch nicht so oft - zumindest begegnet es mir eher selten ... wenn dann ist es meistens eher dem Steampunk zugeordnet, was ich ja auch gerne mag ^^

      Historisches mag ich ja sehr gerne, meistens aber eher Mittelalter oder die viktorianische Zeit, das sind dann meistens Krimis :)

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    2. ich bin da (noch) völlig offen was die Epochen angeht. Ich weiss dass ich auf jeden Fall 20er Jahre liebe. Aber wenn denn endlich mal DHL meine Medimops Bestellung liefern würde mit den Gablés drin dann könnte ich auch über andere Zeiten etwas sagen :-(

      Ich will alles mal testen, früher hatte ich auch nicht gedacht, dass mich über die Kriegszeit was interessiert habs immer kategorisch abgelehnt nun saug ich alles auf wie ein Schwamm. Also immer schön alles einmal ausprobieren ;-) und mit Krimis kriegt man mich sowieso ;-)

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    3. Ah, interessant! Mit den 20er und 30er Jahren oder so um den Dreh kann ich auch nichts anfangen - hab da auch noch super wenig gelesen. Schön dass du diese Zeit jetzt durchs ausprobieren doch für dich entdeckt hast :)

      Oh Rebecca Gablé! <3 Ihre historischen Romane liebe ich ja sehr! Sie soll ja grade an dem nächsten Waringham Band schreiben, da freu ich mich schon sehr darauf!

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    4. Achja, historische Krimis, da kann ich dir die Reihe von Oliver Pötzsch empfehlen, Die Henkerstochter, spielt in Deutschland kurz nach dem 30jährigen Krieg

      Und auch die Matthew Shardlake Reihe von C. J. Sansom. London, Mittelalter, gefällt mir auch sehr sehr gut!

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    5. vielen Dank für die Tips, da werde ich mal schauen gehen und sicher meine Wunschliste auffüllen *breitgrinst*

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    6. Sehr gerne :) Freut mich wenn dich was davon anspricht!

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  2. Hi Aleshanee, das freut mich, dass ich mit meinem Eindruck nicht so sehr danebenlag und Dir das Buch tatsächlich gefallen hat ;)

    Viele Grüße
    Der Büchernarr Frank

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    1. Oh ja, das war mal außergewöhnlich anders und zum Glück in dem Stil, der mir richtig gut gefallen hat. Für solche Tipps bin immer dankbar :)

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  3. Ich höre jetzt zum ersten Mal von diesem Buch aber ich muss sagen, ich stimm dir zu: Ich hätte niemals das Buch in die Hand genommen, weil es eben nicht nach meinem Geschmack ist.
    Das englische Cover ist aber um einiges besser und eigentlich schade, dass der Verlag sich dagegen entschieden hat.
    Das Buch klingt auf jeden Fall nach meinem Geschmack. Irgendwie kann ich mir aber nicht vorstellen, wie die Autorin es schaffen soll, dass sie die Vergangenheit und die Gegenwart irgendwie verbindet... Muss ich wohl selber herausfinden ;)

    Liebe Grüße


    Alisia

    https://www.alisiaswonderworldofbooks.de/

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    1. Ich hatte das auch bisher sehr wenig gesehen und bin froh, dass ich mir (trotz dem Cover) doch einige REzensionen dazu durchgelesen hatte.
      Die englischen finde ich auch besser, auch wenn die ebenfalls einen anderen Eindruck vermitteln als die Geschichte beim lesen.

      Oh, das ist genial verbunden und in der Handlung aufgebaut, also ich mochte das sehr :)

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  4. Hallo Aleshanee,

    jetzt hast du mich aber überzeugt. :D Nun wandert das Buch auf die Wunschliste. Ich sage dir, ich habe so lange überlegt, ob es etwas für mich sein könnte. Beim Klappentext und der Aufmachung war ich mir sehr unsicher. Gereizt hat's mich trotzdem, und nun ist die Entscheidung gefallen. :) Gerade, wenn du meinst, dass man nicht so recht weiß, in welche Richtung die Handlung geht, spricht mich hier besonders an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Das freut mich! :)

      Ja, das kenne ich! Ich hab auch immer wieder Bücher, bei denen ich hin und her überlege, teilweise Jahre!!! *lach* Die Aufmachung hat mich hier auch echt abgeschreckt, aber die Rezension von Frank hat mir dann doch einen ganz anderen Eindruck vermittelt.

      Durch die lange Zeitspanne, über die sich die Rückblicke erstrecken, wusste ich wirklich nicht, wo es letztendlich hinführen wird, weil man ja doch viel mehr in der Vergangenheit erlebt als in der Gegenwart. Das fand ich grade so spannend weil man zwar immer mehr "erkennt", aber trotzdem nicht weiß wie es wohl enden wird. Toll gemacht auf jeden Fall!

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