Mittwoch, 27. Oktober 2021

Ein perfider Plan von Anthony Horowitz

 


Ein perfider Plan von Anthony Horowitz

 
Genre Krimi -- Band 1 der Reihe Hawthorne ermittelt
Im Original The Word is Murder -- übersetzt von Lutz-W. Wolff
Schauplatz London
 
Verlag Suhrkamp/Insel -- Seitenzahl 363
1. Auflage März 2019


 
 
 
 
 Verlagsinfo
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Keine sechs Stunden, nachdem die wohlhabende alleinstehende Diana Cowper ihre eigene Beerdigung geplant hat, wird sie in ihrem Haus erdrosselt aufgefunden. Ahnte sie etwas? Kannte sie ihren Mörder? 

Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeioffizier und inzwischen Privatdetektiv im Dienst der Polizei, nimmt die Spur auf. Aber nicht nur den Fall will er lösen, es soll auch ein Buch daraus werden, und dafür wird Bestsellerautor Anthony Horowitz gebraucht. Der wiederum sträubt sich zunächst, ist jedoch schon bald unrettbar in den Fall verstrickt. Fasziniert von der Welt des Verbrechens ebenso wie von dem undurchsichtigen Detektiv und dessen messerscharfem Verstand.

Meine Meinung
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Von Anthony Horowitz hatte ich bisher nur die beiden Bände seiner Sherlock Holmes Reihe und den Krimi "Die Morde von Pye Hall" gelesen. Beides hat mir auf seine Art super gefallen!
Diese neue Krimireihe hat mich deshalb sofort angesprochen - vor allem, da es wieder ähnlich aufgebaut ist mit einen unnahbaren, aber brillanten Privatdetektiv und einen Mitläufer, der darüber schreibt. 
Außergewöhnlich ist hier, dass Anthony Horowitz selbst dieser Autor ist, der den gefeuerten Ermittler Hawthorne begleitet. 

Die Umstände, wie die beiden sich kennengelernt haben und zusammen arbeiten sind eigentlich nur auf kurzen Austausch beschränkt. Umso erstaunter ist Horowitz, als Hawthorne auf ihn zukommt und ihm den Vorschlag unterbreitet, ihm bei der Aufklärung zur Seite zu stehen und ein Buch darüber zu schreiben. 
Obwohl Horowitz sich erst sträubt, ergibt sich eine eher widerwillige Zusammenarbeit. Vor allem auch, da Hawthorne ein wirklich äußerst unsympathischer Kerl ist. Seine Aussprache ist ordinär, er strotzt vor beruflichen Selbstbewusstsein, macht homophobe Äußerungen und ist auch sonst nicht sehr umgänglich. 

Allerdings ist der Fall wirklich außergewöhnlich. Auch mich hat die ausgefallene Situation der ermordeten Diana Cowper neugierig gemacht. Sie geht zu einem Bestattungsunternehmen, um ihre Beerdigung explizit zu planen und noch am selben Tag wird sie ermordet. Was steckt dahinter?
Die Ermittlung selber, die Zusammenhänge und Verstrickungen waren wirklich spannend und entgegen anderen bin ich lange im Dunkeln getappt. Ich fands gut konstruiert und zufriedenstellend aufgeklärt. 

Was mich aber wirklich genervt hat, waren die vielen Bemerkungen und Informationen zu Anthony Horowitz selber, die er ständig hat einfließen lassen. Zu seinen Büchern und Drehbüchern, seinen Kontakten zu Verlagen und berühmten Persönlichkeiten aus der Buch- und Filmbranche und die aufdrängende Selbstdarstellung. Ich weiß nicht, was er damit bezweckt oder was er sich dabei gedacht hat und warum das in dem Ausmaß hat sein müssen, denn es war weder für die Geschichte noch die Handlung notwendig. Ein paar kleine Anspielungen hätten ausgereicht um die Verbindung zwischen Hawthorne und ihm als Autor zu erklären, da brauche ich keine Details zu Treffen mit "hochrangigen" Filmleuten. 
Ganz am Ende erwähnt er:
"Wenn ich tatsächlich darin auftreten wollte, durfte ich nicht zu aufdringlich sein. Ich durfte nicht ständig im Weg stehen." 
Zitat Seite 351
 Hätte er sich mal daran gehalten ^^

Ein paar kleine Details hab ich logisch auch nicht so ganz nachvollziehen können, was jetzt aber nicht so sehr ins Gewicht gefallen ist. 

Interessant fand ich die Umstände, die auf einen Unfall hinweisen, der 10 Jahre zuvor stattgefunden hat. Die Frage von Schuld und Sühne, Rache und Vergebung, standen hier immer wieder im Raum. Bittere Schicksale und befremdliche Figuren haben eine sonderbare Atmosphäre geschaffen. 

Ein sehr seltsames Buch, bei dem nur der Mordfall und die Hintergründe dazu mein Interesse geweckt haben. Die Personen waren alle entweder unsympathisch oder zu blass oder beides. Sehr schade, denn ich hatte mir defnitiv mehr erhofft.


Meine Bewertung
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Ebenfalls rezensiert von




Hawthorne ermittelt

1 - Ein perfider Plan
2 - Mord in Highgate
3 - A Line to Kill
 
 
 

4 Kommentare:

  1. schade, dann streiche ich das erst einmal von meiner Suchliste. Seine Sherlock Bücher und Pye Hill sind ja echt toll

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    1. Andere fanden es gut ... also wenn du es lesen magst, kann ich dir das gerne schicken :)

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  2. Schade liebe Aleshanee

    Das Buch klingt nämlich wirklich sehr gut. Ich werde mir wohl einfach einmal eine Leseprobe ansehen und mir dann ein Bild vom Stil machen.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Wobei der Anfang ja nicht schlecht war :) Und der Fall an sich war auch spannend ... es darf einen halt nicht stören, wenn der Autor sich zwischendurch immer wieder hervorhebt mit all seinen Büchern und Erfolgen, die er so erwirkt hat ^^

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