Dienstag, 2. August 2016

Rezension: Verlorenes Herz von Christine Millman

Verlorenes Herz
von Christine Millman

Band 3 der Landsby Trilogie
Genre: Dystopie

Eigenverlag
Seitenzahl: 307
Taschenbuch: 9,95 €
ebook: 2,99 €
Momentaner Sonderpreis: 0,99 €

1. Auflage: Juli 2016





Ich hatte keine Ahnung, dass es so viele verschiedene Arten von Liebe gibt 
und Leidenschaften, die man unmöglich kontrollieren kann, 
egal wie sehr man es versucht. Pos. 1744

Wie oft stecken wir selbst in diesem Zwispalt - genauso wie die Protagonistin dieser Trilogie: Jule

Sie wächst in einer unberechenbaren Zukunft auf. Nach einer Klimakatastrophe gab es einen tückischen Virus, der die Menschen unfruchtbar gemacht hat. Sie haben sich in Kolonien angesiedelt, in denen Wissenschaftler verschiedene Experimente durchgeführt haben, um der Menschheit eine Zukunft zu ermöglichen. Aber wie so oft gibt es immer zwei Seiten einer Medaille: Machthunger und Ehrgeiz haben Elite-Soldaten und Mutanten hervorgebracht, die sich gegenseitig bekämpfen.

 

Die Autorin erzählt wieder aus der Ich-Perspektive von Jule im Präsens.

Auch wenn die Charaktere alle durchaus klischeebehaftet sind und gerade Jule mir doch oft immer noch naiv vorkommt, habe ich die Geschichte sehr ins Herz geschlossen. Es geht natürlich viel um Jule, deren Gedanken und Gefühle man hautnah miterlebt, vor allem ihre inneren Konflikte und den Entscheidungen, die sie treffen muss. 

"Ich liebe dich und sorge für dich, das verspreche ich dir." 
Ich glaube ihm, aber er kann nicht in die Zukunft blicken. Pos. 1705

Für mich standen allerdings von Anfang an die Themen im Vordergrund, die Christine Millman hier sehr gekonnt in der Geschichte zur Sprache bringt. 
Die ständigen Forschungen an Genen und wie weit Menschen bereit sind zu gehen. Vor allem auch der Umgang mit den "Mutanten", den Menschen, die dadurch mit einer Behinderung oder Deformation geboren wurden. Ihre Ausgrenzung und die Vorurteile und Angst, die ihnen gegenüber herrschen. 

Außerdem zeigt sie sehr subtil aber deutlich und ohne erhobenem Zeigefinger, wie sehr sich unser Leben verändert hat. Stand "früher" die Gemeinschaft im Fokus, das Leben im Kreislauf mit der Natur und eine beschauliche Ruhe nach harter Arbeit, hat die zivilisierte Gesellschaft eine ganz andere Form des Zusammenlebens entwickelt:
Elitäre Kontrolle, Hektik, Lärm, Oberflächlichkeit und Grenzen; das Ziel von Freiheit birgt im Prinzip nur immer mehr Eingrenzungen mit sich. Vor allem auch der Konsum, der uns über alles hinweghelfen soll, was uns innerlich fehlt. 
Gleichheit und Gerechtigkeit scheinen fehl am Platz, wenn Geld die Welt regiert, denn der Ehrgeiz fördert Konkurrenzdenken und dadurch Neid. Dinge, die einem als erstrebenswert vermittelt werden und die doch nichts anderes als Lückenfüller sind für die wahren Werte, die uns abhanden kommen.

"Geld begünstigt Ehrgeiz und Ehrgeiz ist das, was wir brauchen.
Das Streben nach Besitz schafft Konkurrenz und die bringt uns voran.
Wer das nicht versteht, lebt irgendwann wieder in der Steinzeit."
Wie sie das sagt, klingt es plausibel. Trotzdem erscheint mir das Konstruckt Geld ungerecht.
Meiner Meinung nach schafft Konkurrenz Unzufriedenheit und Besitz ist nur gut, wenn er
gerecht verteilt wird, sonst entsteht Neid und der führt zu Straftaten, Aufständen und Gewalt.
Pos. 1572

Der Schreibstil ist klar und flüssig zu lesen, aber auch recht einfach gehalten. Manche Formulierungen fand ich etwas unpassend für die Zeit, in der es spielt, hat mich aber auch nicht so sehr gestört. Es gab einige Überraschungen und viele spannende Abschnitte, so dass ich mich durchwegs gut unterhalten gefühlt habe, vor allem da das Tempo immer gut gehalten wurde. 
An manchen Stellen etwas kitschig, aber auch das alles im Rahmen - auch wenn ich kein großer Fan davon bin.


Fazit

Ein ganz toller Abschluss und nochmal eine Steigerung zum Vorgänger! Ich hab sehr mit Jule und ihren Freunden mitgefiebert und freue mich über diesen gelungenen Abschluss der Geschichte! 


  
Bewertung

© Aleshanee



Zur Autorin: Christine Millman wurde 1968 im hessischen Bad Orb geboren. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Erzieherin und schulte wegen ihrer kreativen Neigungen später zur Mediengestalterin um. Die Liebe zu Büchern entdeckte sie bereits in jungen Jahren, doch ihrem Drang zu schreiben gab sie erst nach der Geburt ihrer Tochter nach. Anfänglich waren es nur kleine Geschichten, doch aus den kurzen Abstechern wurde im Laufe der Jahre ein dauerhafter Aufenthalt. Ein Leben, ohne zu schreiben? Mittlerweile unvorstellbar für sie.Quelle: lovelybooks.de

Landsby

1 ~ Landsby
2 ~ Zerbrochene Träume
3 ~ Verlorenes Herz


     


Kommentare:

  1. Huhu,
    ich habe in der Preisaktion auch zugeschlagen, weil mir die ersten zwei Bände so gut gefallen haben. Allerdings bin ich nicht so ein Fan davon, auf meinem Kindle-Fire zu lesen, also mal schauen, wann ich mir das Buch vornehme. Bin auf jedenFall gespannt, deine Rezension weckt schonmal hohe Erwartungen ;)
    LG anja

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    1. Da kannst du dich wirklich drauf freuen, ist ein sehr gelungener Abschluss der Reihe ;)

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  2. Huhu :-),

    die ersten zwei Bände haben mir auch gut gefallen. Leider fand ich persönlich den dritten Teil eher enttäuschend.

    Für mich ist Jule hier einfach zu naiv (was du auch anführst) und die ganze Geschichte finde ich recht vorhersehbar. Es ist ja von Anfang an klar, für wen Jules Herz wirklich schlägt und wie alles ausgeht. Daher fehlte mir hier einfach die Spannung. Irgendwie konnte ich mich auch mit dem Schauplatz in Glücksstadt nicht anfreunden und habe das echte "Landsby" vermisst.

    Aber Geschmäcker sind halt verschieden und ich freue mich, dass zumindest dir der Abschluss so gut gefallen hat!

    Liebe Grüße von Conny :-)

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    1. Gerade den Schauplatz Wechsel fand ich toll und auch die Hintergründe, die hier zur Sprache kamen.
      Schade, dass es dich nicht so überzeugen konnte ...

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    2. Ach ja, was mir noch eingefallen ist. Grade bei solchen Geschichten weiß man ja eigentlich immer, wer am Ende zusammen kommt, deshalb fand ich das nicht so schlimm ;)

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    3. Huhu,:-)

      ja, stimmt schon, hier war mir das Ganze aber einfach von Anfang an zu offensichtlich. ;-) Und ab und zu (leider zu selten) findet man doch noch Geschichten, die nicht dem üblichen Muster folgen und sich die Autoren auch mal Love-Interest-Wechsel getrauen, der bis zum Ende Bestand hat (z.B. die Eleria oder Shatter Me Trilogie). Das finde ich dann meist etwas spannender und abwechslungsreicher. Aber insgesamt hat mir die "Landsby-Reihe" trotzdem ganz gut gefallen. Mein Favorit bleibt aber Band 2.

      Liebe Grüße von Conny und einen netten Sonntag dir noch :-)

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  3. Hallo Aleshanee ;-)
    Wenn ich deine Meinung so lese, frage ich mich, warum mir nur der erste Teil nicht so gefallen hat ? Damals beim Lesen hat mich dies an ein anderes Buch erinnert, auch wenn ich dir jetzt nicht sagen kann, welches das war.
    Vielleicht sollte ich mich noch mal daran versuchen. *grübel
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Hm, also ich kenne keine solche Geschichte.
      Ich finde, dass sich der Schreibstil von Band zu Band auf jeden Fall gesteigert hat.
      Dass die Protagonistin etwas naiv ist, hab ich ja geschrieben, aber für mich standen hier einfach andere Dinge mehr im Vordergrund, deshalb hat es mich hier nicht so wirklich gestört ;)

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