Freitag, 14. Juni 2019

Rezension zu Das Teufelsloch von Antonia Hogdson

Das Teufelsloch von Antonia Hogdson


Nicht nur die Straßen Londons sind tödlich: Schmutzige Intrigen, das brutalste Gefängnis der Stadt und mittendrin der charmante Tom Hawkins, der einem Mord auf die Spur kommt. Der Auftakt zu einer spannenden und historisch authentischen Thriller-Reihe!

London, 1727: Tom Hawkins will lieber verdammt sein, als Landpfarrer zu werden wie sein Vater. Er liebt die Frauen, das Bier und das Glücksspiel – und landet eines Nachts im berüchtigten Londoner Schuldgefängnis »The Marshalsea«. Schnell erkennt Tom, dass in diesem "Teufelsloch" nur überlebt, wer sich nützlich machen kann: Er verdingt sich als Ermittler in einem hinterlistigen Gefängnismord – eine Idee, an der sein düsterer Zellengenosse Fleet sogleich Gefallen findet. Doch Tom ist auf der Hut, gilt Fleet doch selbst bei den abgebrühtesten Bütteln des Marshalsea als Ausgeburt der Hölle…





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Das Teufelsloch
von Antonia Hodgson

Band 1 der Reihe um Tom Hawkins
Genre Historischer Thriller
Schauplatz London 1727
Im Original  The Devil in the Marshalsea
übersetzt von Katharina Volk

Verlag Knaur // Seitenzahl TB 480
1. Auflage August 2014
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Meine Meinung

Ich muss als erstes kurz auf das Genre zu sprechen kommen - auf dem Cover steht Roman, auf der Verlagsseite historischer Thriller und wenn man in die Pressestimmen schaut, wird von einem Kriminalroman gesprochen ... an sich möchte ich ja schon gerne vorher wissen was ich da lese, aber ich lass mich auch gerne mal überraschen.
Das ist hier leider nicht so ganz geglückt, denn irgendwie passt es in keine der drei Kategorien so wirklich rein. Es gab zwar einen Mord und der Protagonist, Tom Hawkins, ist an der Aufklärung beteiligt, was aber sich aber leider ziemlich lange rauszögert - es also dann doch irgendwie eine Mischung aus den o. g. Genres ist ;)

Was ich positiv hervorheben kann sind definitiv die Beschreibungen des Schuldnergefängnisses. Wenn man an London im Mittelalter denkt hat man meist den Tower im Kopf und ich muss gestehen dass mir diese Art von Gefängnis bisher in Büchern noch nicht untergekommen ist.

Das Marshalsea, der Schauplatz der Handlung, gab es wirklich. Die Autorin hat sich sehr an den Überlieferungen orientiert, was man im Nachwort genauer nachlesen kann.
Diese Art des Gefängnisses war eine Möglichkeit für den Gläubiger, durch einen Arrestbefehl seine Schulden einzutreiben - denn die Schuldner saßen so lange dort fest, bis die Schuld beglichen wurde. Allerdings durften sie sich innerhalb der Mauern relativ frei bewegen, mussten sogar Miete für ihre Unterkunft zahlen und auch die Verköstigung oder sonstige Annehmlichkeiten wie der Genuß von Alkohohl oder leichten Mädchen in der internen Schenke musste bezahlt werden - womit man dem Direktor des Gefängnisses eine Menge Einnahmen in die Tasche gespielt hat.
Es gab auch eine sehr strenge Ordnung und Trennung zwischen den Gentlemen der gehobeneren Schicht und dem gemeinen Volk, das ständig verprügelt wurde oder hungern musste. Die Zustände waren schon extrem grausam und ich kann mir gut vorstellen, dass das sehr nah an der Realität ist.

Tom Hawkins, die Hauptperson, wurde zum Glück in einer angesehenen Familie geboren, der er jedoch schon länger den Rücken gekehrt hat. Er lebt meist in den Tag hinein und sein Faible für das Glücksspiel bringt ihn schließlich hinter die Mauern von Marshalsea. Was er hier erlebt und wie er die Abläufe des Gefängnisses kennenlernt fand ich sehr interessant - aber wie schon erwähnt zog sich das doch ganz schön in die Länge.
Der Mord, der schon eine Weile zurückliegt und die Aufklärung dessen kommt erst ab der Hälfte des Buches etwas in Fahrt und richtig spannend wird es dann im letzten Drittel. Dadurch hat es viel verloren meiner Meinung nach, auch wenn es schlüssig aufgebaut wurde.
Man weiß ja, dass der Mörder im Gefängnis zu finden ist, kennt aber noch keine Umstände. Das erfährt man, in dem Tom Hawkins nach und nach die Leute besser kennenlernt: die anderen Gefangenen, den Direktor und seine Frau, die Schließer und natürlich die anderen Herren, die mit ihm eingesperrt sind. Besonders sein Zellengenosse ist äußerst eigentümlicher Charakter und obwohl er nicht unbedingt ein netter Kerl ist, fand ich ihn am eindrucksvollsten.

Auch viele der Nebenfiguren basieren übrigens auf historischen Quellen, was das ganze nochmal interessanter macht.

Obwohl ich die ganze Atmosphäre und Erfahrung aus diesem Milieu aufmerksam verfolgt habe, hat mir doch immer wieder die Spannung gefehlt. Die Brutalität und die Roheit war an manchen Stellen wirklich ganz schön heftig; man hat ja immer vor Augen, dass das damals tatsächlich so zuging - dennoch hätte ich mir mehr Nervenkitzel in Bezug auf die "Mörderjagd" gewünscht, denn die Spannung am Ende konnte das einfach nicht mehr auffangen.
Trotzdem lesenswert, wer sich für diesen Aspekt englischer Geschichte interessiert.


Meine Bewertung

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/3%20Sonnen



© Aleshanee



Über die Autorin: Antonia Hodgson stammt aus Derby und studierte Englische Literatur in Leeds. Ihr Debüt „Das Teufelsloch“ gewann 2014 den CWA Historical Dagger, den wichtigsten britischen Preis für historische Kriminalromane, und wurde in den USA unter die zehn besten Spannungsromane des Jahres gewählt. Antonia Hodgson lebt in London und arbeitet in der Verlagsbranche.
Quelle: Knaur Verlag


Tom Hawkins

1 - Das Teufelsloch
2 - Der Galgenvogel
3 - Das Sündenhaus



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