Sonntag, 8. Dezember 2019

LeserStimmen - Gedanken in der Vorweihnachtszeit

Heute ist schon der 2. Advent und die Weihnachtsstimmung verbreitet sich zum einen mit Tannenzweigen, Kerzenlicht und Plätzchenduft, andererseits wirken viele Menschen aber auch gestresst durch den Druck, den sie sich machen. Alles soll perfekt sein, vom geschmückten Haus, dem Weihnachtsessen, den richtigen Geschenken ... und mir kommt es vor, als würden viele gerade das, was diese Zeit ausmacht, aus den Augen verlieren.

Ja, wie ihr merkt, geht es dieses Mal bei den LeserStimmen nicht um ein Buchthema :) 

Mir selbst liegt die Adventszeit nämlich sehr am Herzen - nicht weil ich religiös bin, sondern weil ich zum einen viele Erinnerungen damit verbinde und zum anderen, weil diese Zeit einfach geradezu einlädt, zur Ruhe zu finden. Die Stimmung in der Natur überträgt sich immer sehr auf mich und genauso wie sie in eine Art Winterschlaf fällt, fühle ich auch das Bedürfnis, diese Ruhe zu genießen und auch auszuleben.

Das konnte ich nicht immer, aber ich nähere mich Stück für Stück und Jahr um Jahr einer inneren Gelassenheit, die unabhängig ist von anderen. Das heißt nicht, dass mir andere Menschen gleichgültig werden, im Gegenteil, meist überträgt sich dieses Gefühl der Ruhe dann auch auf die Menschen, die mich umgeben ;)
Ich höre auch mehr auf mich selbst und achte darauf, was mir persönlich wichtig ist und richtig erscheint. Das erfordert teilweise erstmal tatsächlich eine Menge Kraft, denn man muss sich unweigerlich auch "gegen" andere stellen, die es oftmals nur gut meinen, die mich aber nur von außen sehen. 

Auch das Loslassen gehört dazu, anderen zuzugestehen, dass sie die Welt anders sehen, dass sie Situationen anders empfinden, dass sie ihr Leben anders leben und man darüber keinesfalls streiten muss, sondern sich austauschen kann, und gerade in der Vielfältigkeit lernen kann, aus den festgefahrenen Bahnen auszubrechen. Kontrolle ist eine Illusion und sich zu ent-täuschen kann manchmal sehr befreiend sein.

Auf sich selbst hören zu können ist für viele schwierig, weil wir gelernt haben, auf andere zu hören und ihre Meinung für uns wichtig ist. Der Grad dabei ist aber ausschlaggebend, denn natürlich sind andere Meinungen wichtig, um Erfahrungen auszutauschen, dabei sollte man sich aber nur soweit beeinflussen lassen, wie es einem das Bauchgefühl rät. Wenn man anfängt, auf sein Herz zu hören, spürt man sehr genau, was einem guttut und was nicht und niemand sollte euch vorschreiben, was das ist. 

Diese ruhige, be"sinn"liche Zeit also, lässt mich immer einen Schritt zurücktreten und beobachten: mich selbst und andere und zeigt mir, dass jeder Mensch einzigartig ist und in seinem Leben auf seine Weise versucht, mit seinen ganz persönlichen Ängsten, Problemen und Sorgen zurechtzukommen und ein für ihn schönes Leben zu haben. 

Erst wenn man lernt, sich selbst zu akzeptieren, mit all seinen Stärken und Schwächen, ist man offen für andere Menschen und wenn man sich selbst Vertrauen entgegenbringt in seine Entscheidungen, wird man lernen, auch andere in ihren Entscheidungen zu akzeptieren. 

Das Leben ist nicht einfach, aber es kann umso leichter werden, indem wir die Kontrolle ein Stück weiter loslassen und akzeptieren, was passiert - und vor allem, die schönen Momente bewusst erleben und im Herzen festhalten <3

Nicht dass ihr denkt, alles einfach laufen zu lassen, aber wenn man diese bereichernden Momente bewusster erlebt, hat man auch wieder Kraft, sich neuen Aufgaben zu stellen oder etwas zu verändern, was einem am Herzen liegt <3

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit!




Kommentare:

  1. Huhu Aleshanee,

    toller Text! <3 Und so wahr.
    Leider fällt es viel zu vielen Menschen schwer, auf das eigene Herz zu hören, statt sich gesellschaftlichen Zwängen unterzuordnen. Sehr schade...

    Liebe Grüße
    Alica

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    1. Dankeschön Alicia <3
      Schade ist es vor allem, weil es die meisten ja wissen und auch sagen, aber es auch zu tun ist vielen noch ein zu großer Schritt. Bei mir ja auch immer wieder, aber in kleinen Schritten kommt man auch vorwärts :)

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    2. Das stimmt. Lieber kleine Schritte als Stillstand. :)

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