Dienstag, 28. Januar 2020

Rezension zu Niemalswelt von Marisha Pessl

Rezension zu Niemalswelt von Marisha Pessl


Ein packender Genre-Mix aus Psycho-Thriller, Coming-of-Age und Mystery

Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein  …




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Niemalswelt

von Marisha Pessl

Genre Mystery Thriller
empfohlen ab 14 Jahren
Im Original Neverworld Wake
übersetzt von Claudia Feldmann

Verlag Carlsen // Seitenzahl 384
1. Auflage März 2019
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Meine Meinung
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Über das Buch hatte ich ja schon viel gehört - Zeitschleifen sind allerdings nicht so meins (Zeitreisen natürlich schon, aber nicht solche Geschichten á la "und täglich grüßt das Murmeltier), aber der scheinbar mysteriöse Umstand von Jims Tod, der das Ereignis quasi ausgelöst zu haben scheint, hat mich dann doch neugierig gemacht.

Beatrice, kurz Bee genannt, erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Sie war damals, vor einem Jahr, Jims Freundin und hat seinen Tod nur schwer verkraftet. Das Zusammentreffen mit ihren ehemaligen Freunden möchte sie als Chance nutzen, sich endlich der Vergangenheit zu stellen, denn die Umstände von Jims Tod wurden nie völlig geklärt.

Bee ist wie ihre Freunde auf dem College und die Autorin lässt sie auch in einer typisch jugendlichen, fast schon quirligen Sprache erzählen, die das Lesetempo recht zügig gestaltet hat. Flüssig und auf lockere, unterhaltsame Art lernt man die Fünf kennen, die trotz ihrer engen Freundschaft doch alle ihre dunklen, gehüteten Geheimnisse haben.

Durch die einseitige Sichtweise von Bee bleiben die anderen zwar etwas unnahbar, trotzdem bekam ich ein gutes Bild von jeder der Personen. Auch hat das natürlich den Reiz erhöht, weil man nie genau wusste, wer tatsächlich die Wahrheit sagt oder etwas zu verbergen hat.
Es ist eine sehr dynamische Entwicklung, vor allem als sie alle mit der "Niemalswelt" konfrontiert werden, der Zeitschleife in der sie festhängen, bis sie einstimmig entscheiden wer überleben darf. Obwohl sie hier viele Tage, bzw. Nächte und Situationen ungezählte Male durchstehen müssen, wurde es nicht langweilig. Viele kleine Details haben Änderungen hervorgerufen, die neue Möglichkeiten entstehen ließen und Fragen aufgeworfen haben.

Die Idee der Zeitschleife, ihre Funktion und wie sie aufgebaut war fand ich ziemlich cool, auch wenn es mir insgesamt etwas an Tiefe gefehlt hat. Durch die rastlose Stimmung war das Tempo und der Unterhaltunswert hoch, aber trotz vieler Emotionen hat mir das richtige Gefühl für die Figuren und ihrer Situation gefehlt. Auch wenn sehr gut dargestellt war, wie unterschiedlich jeder damit umgeht - vor allem im Hinblick darauf, jeden Tag neu zu erleben: man somit machen darf, was man möchte. Ein Freifahrtsschein für alles, denn nach dem nächsten Aufwachen ist alles wieder am Anfang.

Das Rätsel selber, also um den Tod von Jim, war gut versteckt und ich habe lange miträtseln können. Von der Aufklärung her hätte ich mir etwas mehr erwartet, aber es gab definitiv einen runden Abschluss.


Meine Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%20Sonnen






Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.





Ebenfalls rezensiert von 



Über die Autorin: Marisha Pessl stammt aus Asheville, North Carolina, und lebt mittlerweile in New York. Ihr Debütroman Die alltägliche Physik des Unglücks wurde ein internationaler Bestseller, hat diverse Preise gewonnen und ist von der New York Times als eines der 10 Best Books of the Year ausgewählt worden. Niemalswelt ist ihr erstes Buch für Jugendliche und junge Erwachsene. 
Quelle: Carlsen Verlag


Kommentare:

  1. Hallo liebe Aleshanee,
    um Niemalswelt schleiche ich ja auch schon seit Ewigkeiten herum. Deine Rezension lässt meinen Wunsch das Buch zu lesen, wieder wachsen. Allerdings brauche ich erstmal eine Leselücke. Momentan lässt der Lesestapel Neukäufe nicht zu. Aber es steht auf der Wunschliste :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Es ist nicht schlecht für das, was es sein will :)
      Ein bisschen "mehr" von allem hätte für mich noch mehr rausholen können: Charaktere, Hintergründe, Tiefgang etc. aber für ein spannendes, unterhaltsames Abenteuer mit ein bisschen Mystery wars wirklich toll.

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  2. Hi Aleshanee,

    ach cool, dass du nun auch in der Niemalswelt abgetaucht bist. Ich war von der Geschichte total fasziniert und fand es erstaunlich und erschreckend, wie sehr ein paar Figuren ihre Moral in der Niemalswelt vergaßen. Ich kann mir den Roman super als Serienstoff vorstellen und würde mir total wünschen, dass das eines Tages passiert.
    Die Auflösung fand ich auch ein wenig schwach, dennoch war der Titel unter meinen vergangen Jahreshighlights.
    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hi Laura! Ich fands zwar auch echt gut, aber es hat mir halt irgendwie doch an allen Ecken etwas gefehlt. Als Serie ... wenn dann etwas mehr drinsteckt als in der Buch-Geschichte, könnte das wirklich was werden.
      Das Tempo war ja sehr hoch und ich war sehr an den Seiten geklebt, aber mehr über die Figuren und die "Zeitschleifen" hätte ich echt gut gefunden.

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  3. Hi Alex,

    das Buch ist leider bei mir zu einer SUB-Leiche geworden, obwohl mich die Handlung anspricht und auch die doch recht positiven Meinungen für eine Befreiung sprechen. Grund hierfür ist glaube ich bei mir, dass ich den Film "Und täglich grüsst das Murmeltier" hasse :D :D und ich die Befürchtung habe, dass es mir mit dem Buch genauso gehen wird.

    Allerdings hat mir deine Rezi nun das Buch wieder etwas näher gebracht und vielleicht kann ich es doch bald befreien.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Haha, ja den Film mag ich auch überhaupt nicht, auch das Prinzip dass etwas ständig wiederholt wird. Aber das ist hier eigentlich nicht der Fall, zumindest fühlt es sich nicht so an und es kommen auch recht schnell Veränderungen.
      Es ist eh sehr auf Tempo und Unterhaltung ausgelegt und bleibt dadurch etwas oberflächlich. Wenn man das vorher weiß und grade Lust auf sowas hat, ist es definitiv gut :)

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