Sonntag, 27. Dezember 2020

Die Schneekönigin in Frostfeuer von Kai Meyer

Frostfeuer von Kai Meyer



Wo Nacht und Norden enden, liegt über Nebeln die Feste der Schneekönigin. Niemand hat ihr eisiges Reich je vermessen. Keiner geht ohne guten Grund dorthin. Und kaum jemand ahnt, dass ihr Palast auch heute noch dort steht, auf der letzten und höchsten aller Klippen, wo Stein und Eis zu Ewigkeit verschmelzen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Eiskristall, der auf unbegreifliche Weise zum Leben erwacht war - wundervoll anzusehen, aber unendlich kalt und mit messerscharfen Kanten.
Zitat Seite 246
 
 
 
Meine Meinung
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Es ist schon sehr lange her, seit ich Frostfeuer zum ersten Mal gelesen habe und ich hab mich total auf einen erneuten Ausflug in das verschneite St Petersburg im Jahre 1893 gefreut!

Gleich das Zitat zu Beginn stimmt schon perfekt auf die winterliche Kulisse ein, es stammt von Wilson Bentley, der als erster Mensch Schneekristalle unter dem Mikroskop fotografiert hat. Titus Müller hat über ihn übrigens eine wirklich tolle Novelle geschrieben: Der Schneekristallforscher, das ich sehr empfehlen kann, aber ich schweife ab ;)

Weiter geht es hier mit einem tollen Prolog, der einen die eisige Kälte des Nordens und die Macht der Schneekönigin spüren lässt. 
Die restliche Handlung findet fast ausschließlich im Hotel Aurora statt, ein altes und ehrwürdiges Haus für hohe Persönlichkeiten, in der die Protagonistin "Maus" schon seit ihrer Geburt lebt und es noch nie verlassen hat. Während sie nachts die Schuhe für die Gäste im Keller putzt, streunt sie ansonsten durch die vielen Flure des Hotels und kann sich nur auf einen einzigen Freund verlassen: den Vortänzer Kukuschka. 
 
Maus ist ein ganz außergewöhnliches Mädchen, dass trotz ihrem schweren Los die Hoffnung nicht verliert und versucht, das beste aus ihrer Situation zu machen. Vor allem ihre Entscheidungen sind es, die der Geschichte überraschende Wendungen geben und sie schließlich über sich hinauswachsen lassen. Sie hat nämlich eine panische Angst, das Hotel zu verlassen (Agoraphobie) und muss sich mehrfach und auf sehr ungewöhliche Weise ihrer Furcht stellen. 
 
Auch Tamsin Spellwell hat eine wichtige Rolle und auch wenn sie mir nicht so ganz sympathisch werden konnte, ist sie ein sehr außergewöhlicher und untypischer Charakter, der die Geschichte mit seiner farbenfrohen Präsenz noch mehr Lebhaftigkeit verleiht. 
Einiges an Themen, die hier mit verflochten worden, sind schon ernst und auch tragisch, was dem ganzen einen etwas schwermütigen Charakter gibt. Deshalb ist Tamsin hier auch ein wichtiger Einfluss, der zum einen Konflikte schürt und vor allem auch für witzige Komponenten sorgt.
 
Der Autor hat hier überhaupt eine Menge origieneller Ideen an magischen Effekten eingebracht, die den märchenhaften Flair der Geschichte unterstreichen. Allerdings ist sie auch etwas nüchtern geschrieben, was den kalten, emotionslosen Geist der Schneekönigin unterstreicht, die gekommen ist, um sich etwas zurückzuholen, das ihr gestohlen wurde. 
 
Insgesamt wirkte es tatsächlich etwas zu kühl und distanziert auf mich, auch wenn ich Maus´ Versuchen, sich der Gefahr zu stellen und das richtige zu tun, mit Spannung verfolgt habe. Dafür gab es auch schöne Metaphern mit Bezügen zu klirrendem Eis und frostiger Kälte, so dass man immer das Bild dieser winterlichen Kulisse vor Augen hatte.


Meine Bewertung
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Ebenfalls rezensiert von

 
 

 

Frostfeuer von Kai Meyer

 
Adaption zum Märchen der Schneekönigin
empfohlen ab 12 Jahren 
Schauplatz St Petersburg, 1893

Verlag Loewe --- Seitenzahl 304
1. Auflage Juni 2005
 

 



Viele Bücher von Kai Meyer konnten mich bereits begeistern, zum Beispiel:
 
Historische Fantasy Trilogie: Das Wolkenvolk
Urban Fantasy Abenteuer: Asche und Phönix
Mystery Roman: Phantasmen 
Science Fiction Space Opera: Die Krone der Sterne
 

2 Kommentare:

  1. Na ei schau gucke,

    ein Buch von Kai Meyer, dass nicht ständig auf Social media hochgehalten wird. Danke dafür.
    Es klingt nach dem tollen schreibstil des Autors, gerade wenn es um Beschreibungen geht.
    Die Protagonistin gefällt mir jetzt schon.
    Ab auf die WuLi.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Das freut mich :)
      Kai Meyer hat ja so viel geschrieben, da gibts einiges, was nicht ständig in den social media Kanälen ist und die großartig sind!

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