Freitag, 28. Mai 2021

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab

 

Frankreich im Jahr 1714
Die junge Addie LaRue möchte nur eins: Den Beschränkungen der Provinz entkommen und ein selbstbestimmtes Leben führen. In einem Moment der Verzweiflung schließt sie einen Pakt mit dem Teufel, der ihr Freiheit und ewige Jugend verspricht. Doch der Preis ist hoch: Niemand, den sie trifft, wird sich an sie erinnern. Und so beginnt ihre Reise durch die Jahrhunderte, die Addie an die faszinierendsten Orte der europäischen Geschichte, aber auch an die Grenzen der Einsamkeit und Verzweiflung führt. Bis sie im Jahr 2014 in New York einen jungen Mann trifft, der sie nicht mehr vergessen kann.
 
 
 
 
Meine Meinung
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Was wäre wenn ... dich jemand erhört und dir einen Ausweg bietet, eine Wunsch erfüllt der dich zerfrisst - und was wärest du bereit, dafür zu geben? 
Addie LaRue erhält diese Chance im Jahr 1714, als sie vor ihrem Leben flüchten möchte, das für sie schon vorgezeichnet ist, auf einem festen Weg, der ihr kaum Raum lässt für all ihre Träume, ihre Unabhängigkeit und ihre Neugier, die Welt zu entdecken. Doch wie immer gilt: sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht ... 

Schon auf den ersten Seiten spürt man den Zauber, der zwischen den Zeilen mitschwingt - eine leise Melancholie, ein bitteres Schicksal, eine Lebensgeschichte mit einem Hauch Poesie, was mich sofort gefangen genommen hat. 

Wie lebt man, wenn sich niemand an einen erinnert?
Aus den Augen, aus dem Sinn, das durchlebt die Protagonistin 300 Jahre lang. Und ich habe nicht an die vielen Details dabei gedacht, die damit einhergehen und die Autorin hat es aufs beste verstanden, dem Leser genau das nahezubringen. Es ist eine einsame, bedrückende Zeit und doch, und doch. 
Es gibt auch schöne Momente, Augenblicke voller Genuß und Freude, die die Trauer verdrängen und war es das am Ende nicht wert?

Wir erleben im Wechsel die erste Zeit, als Addie lernen muss, mit ihrem Schicksal zurecht zu kommen, und der Gegenwart im Jahr 2014, in der sie einem Mann begegnet, der sie nicht vergisst. Dabei pickt die Autorin einzelne Momente heraus, die sehr deutlich machen mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hat und wie sie sich trotz allen Widrigkeiten nicht entmutigen lässt.

Addie ist ein aufgewecktes Mädchen, voller Tatendrang und Neugier, verträumt und voller Hoffnung. Ich mochte sie sehr, denn sie setzt sich durch und gibt nicht auf, trotz weniger Höhen und vieler Tiefen, die sie durchleben muss. 
Ohne Verpflichtungen zu sein scheint reizvoll, aber ohne Verbindungen zu Menschen, ohne Chance auf Freunde, die sich freuen dich wiederzusehen, ohne Spuren, die man hinterlässt, wirkt es leer und sinnlos. Doch Addie lässt sich nicht unterkriegen und findet ihren Weg, von der Welt gesehen zu werden und Erinnerungen zu schaffen; ein kleiner Trick, ein Schlupfloch aus ihrem Pakt, der den Künstlern und Künsten gewidmet ist.

Als sie schließlich Henry trifft, der sie tatsächlich wiedererkennt, scheint Addie dem Teufel endlich ein Schnippchen geschlagen zu haben, aber nichts im Leben ist einfach und alles kostet seinen Preis. 
Ich habe beide sehr ins Herz geschlossen, denn sie tragen beide eine berührende Tragik in sich, die mich sehr bewegt hat.
Aber auch Luc hat mich fasziniert - wer das ist müsst ihr selber erfahren und wer das Buch kennt weiß, wen ich meine - denn seine undurchsichtige Rolle entwickelt eine überraschende Dynamik, mit der ich so nicht gerechnet habe. 

Ich habe Addies Weg mit Bewunderung verfolgt, mit ihr gelitten, mit ihr getrauert und mich mit ihr gefreut und jeden Moment genossen. Eine großartig erzählte Geschichte über den Mut, die Liebe und die Träume, die einem die Richtung weisen, aber nie ganz erfüllt werden. 
Das muss auch nicht sein, denn jeder Tag ist eine neue Chance und mit jedem Tag kann man sich selbst einen Schritt näher kommen. 

Eine großartige Idee die für mich perfekt umgesetzt wurde, einem Schreibstil der mich verzaubert hat und mich jeden Moment miterleben ließ, dazu die Protagonisten, die auf ihre Art etwas ganz besonderes sind und viele Fragen über das Leben, die zum nachdenken anregen. 


Meine Meinung
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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider. 
 
 
Rezensiert auch von
  



 

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab

 
Genre (historische) Fantasy durch mehrere Jahrhunderte
Im Original The Invisible Life of Addie LaRue -- übersetzt von Sara Riffel und Petra Huber
 
Verlag Fischer / TOR -- Seitenzahl 590
1. Auflage Mai 2021 




Kommentare:

  1. Liebe Aleshanee,
    ich hoffe, dass mein Buch heute endlich ankommt. Eigentlich habe ich es vorbestellt, aber bisher habe ich es noch nicht erhalten. ich bin schon sehr gespannt auf die Geschichte.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ich drück dir die Daumen!
      Das ist ja echt doof wenn du es schon vorbestellt hattest und dann auch noch länger warten musst ...

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  2. Hi ALeshanee,

    wieder ein Buch, das bei mir herumliegt. Entgegen meiner Angewohnheiten sogar nicht nur in Form von Bits und Bytes, sondern physisch gedruckt auf Papier. Ob ichs dadurch schneller lese ...? :D

    Viele Grüße
    Frank

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    1. Na das hoffe ich doch!
      Mich hat es jedenfalls total gefesselt, ich hoffe, dir wirds auch gefallen :)

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  3. Hallo Aleshanee,

    das klingt großartig! Ich habe das Buch auch schon hier und freue mich jetzt noch umso mehr drauf. Es hört sich nach einer sehr besonderen Geschichte an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ahhh ist es endlich angekommen, wie schön!
      Ich wünsch dir ganz viel Spaß mit dieser Reise durch die Jahrhunderte <3

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    2. Nein, ich glaube, da verwechselst du mich mit Martina. :D Ich habe mir das eBook schon Anfang des Monats geholt.

      Jedenfalls freue ich mich darauf. :)

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    3. Ahhh sorry!!! Ich dachte du wärst das gewesen xD
      Aber dann freu ich mich dass ihr es beide lesen werdet! Bin sehr gespannt auf eure Meinung!

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  4. Hallo liebe Aleshanee,
    die Thematik alleine klingt schon sehr spannend. Der Klappentext wirft schon im Vorfeld ein erschreckendes Szenario auf. Ich weiß nicht, ob ich mich auf so einen Pakt eingelassen hätte. Aber es ist natürlich auch nachvollziehbar und verständlich, wenn man sich die Protagonistin vorab nicht des vollen Ausmaßes der Konsequenzen bewusst war.

    Scheinbar wurde das Versprechen, dass der Autor mit dem Klappentext gibt, zur vollen Zufriedenheit umgesetzt. Das klingt richtigrichtig gut!
    Ich danke dir, dass du mich auf dieses Buch hingewiesen hast <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Es erwischt einen ja oft in dem Moment, in dem man keinen anderen Ausweg mehr sieht - und schon ist es zu spät ... das wurde schon sehr gut ausgeführt wie es dazu kam.
      Überhaupt wird alles so wunderbar erzählt - mich hat es total fasziniert! <3

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  5. Hey Alex,
    nachdem du das Buch in deinem Monatspost als eines der Highlights genannt hast, war ich nun noch neugieriger mal in deine Rezi zu schauen.
    Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich ja zunächst skeptisch, als ich die erste Jahreszahl gelesen habe. Ich bin ja nur selten im historischen Bereich unterwegs. Dass es allerdings einen Wechsel zwischen den Jahrhunderten gibt, finde ich dann schon wieder ziemlich spannend, weil es sicher gut zeigen wird, wie die Protagonistin sich entwickelt, welchen Herausforderungen sie sich stellen muss und wie sie lernt damit umzugehen.
    Wenn sich niemand an einen erinnern kann, dann ist das sicher nicht immer lustig. Wie macht man das z.B mit der Arbeit? Aber auch die fehlenden, konstanteren Verbindungen zu anderen Menschen würde mir wohl schwer fallen.
    Was du zu dem Buch berichtest, klingt wirklich toll und mitnehmend. Das Buch werde ich auf jeden Fall mal im Blick behalten (und vermutlich bald wieder schwach werden und es kaufen :P )
    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Freut mich sehr dass ich dich neugierig machen konnte. Ich bin echt ein Fan von Addie LaRue <3

      Den Schreibstil muss man halt mögen, aber die Geschichte ist wirklich spannend, eben grade zu verfolgen, wie Addie sich mit dieser Situation zurechtfinden muss. Und ja, Arbeit und noch viele Dinge mehr sind nicht selbstverständlich und da ist Einfallsreichtum gefragt. Ich fand es super spannend zu verfolgen wie sie das nach und nach lernt und wie vor allem dann auch in der Gegenwart plötzlich alles anders wird :)

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