Dienstag, 1. Juni 2021

Finsterdorf von Peter Glanninger

Finsterdorf von Peter Glanninger

 
In einem kleinen Dorf in Niederösterreich verschwindet eine junge Frau. Als sie nach einigen Tagen völlig verwirrt wieder auftaucht, soll sich der junge Kriminalbeamte Thomas Radek um den Fall kümmern. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Mauer des Schweigens und einige zwielichtige Gestalten. Wovor haben die Leute Angst? Verbindet sie alle ein dunkles Geheimnis?
Der dörflichen Idylle entwächst eine finstere Bedrohung. Als Radek selbst in Gefahr gerät und ein Zeuge ermordet wird, überschlagen sich die Ereignisse …
 
 
 
 
 
 
 
Meine Meinung
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Entdeckt hab ich diesen Krimi bei Martinas Buchwelten und ihre begeisterte Rezension hat mich sehr neugierig gemacht, da ich es immer schwierig finde, passende Krimis zu finden, die mir gefallen. Auch das Cover fand ich total ansprechend, so schön düster und vielversprechend auf einen spannenden Fall.
 
Am Anfang erlebt man auch direkt gleich eine brutale Entführung mit Folter, die perfekt einstimmt, wenig verrät und dadurch Spannung verspricht. 

Da die Entführte nach einer Woche wieder auftaucht, wird allerdings nicht viel Engagement in die Ermittlung gesteckt - doch der schlimme, psychische Zustand des 17jährigen Opfers und ihre seltsamen Aussagen über den "Teufel", der sie entführt hat, weckt in der ermittelnden Beamtin die Vermutung, dass eine satanistische Sekte dahinterstecken könnte. 
Hilfe holt sie sich beim LKA, doch diese haben kein besonderes Interesse an dem Fall und schicken deshalb den allseits unbeliebten Kommissar Radek nach Schandau. 

Leider konnten mich die Ermittlungen nicht wirklich in den Bann ziehen. Radek erlebt zwar einige ungewöhnliche Verhaltensweisen der Dorfbewohner und die einseitigen Aussagen über die Entführung klingen eingeübt, aber es geht überhaupt nicht voran und hat mich die Spannung und das Rätseln vermissen lassen. 
Zum einen ahnt man schon einiges, muss aber abwarten wie Radek überall herumstochert und auf keine weiteren Ergebnisse kommt, die ihm erklären könnten, was tatsächlich passiert ist. Auch wiederholt sich das Erfragte recht oft, ohne dass man wirklich weiterkommt und die Atmosphäre hat mich leider das Kribbeln vermissen lassen, das in dieser verschwörerischen Gemeinschaft aufkommen hätte müssen.

Auch die Schreibweise war nicht so meins, die zwar recht einfach und flüssig zu lesen ist, mir aber teilweise fast schon zu plump war. Das stört mich im Krimi/Thriller Genre an sich nicht, war hier aber einfach ein Punkt, der mir negativ aufgefallen ist. Auch die Dialoge wirkten zu gestelzt, grade wenn die Leute manchmal etwas derber daherreden, passt das mit einem korrekten "Hochdeutsch" in einem abschüssigen Dorf für mich nicht zusammen. 
Das in diesem Dorf etwas nicht stimmt merkt man recht schnell: der gebietende Baron, der beflissene Bürgermeister, der resignierende Pfarrer und die Menschen, die scheinbar in ständiger Angst leben, das hätte viel Stoff geboten, der mir nicht genug ausgeschöpft wurde. Die vagen Andeutungen ziehen sich viel zu lange hin und die Reaktionen von Radek und anderen erschienen mir nicht immer logisch und nur der Situation geschuldet angepasst. 
Mit Radek selbst bin ich bis zum Schluss nicht so recht warm geworden. Er ist ein guter, pflichtbewusster Polizist, der nicht wegschaut oder sich einschüchtern lässt; aber ich hab kein so richtiges Gespür für ihn entwickeln können.

Man merkt, das Buch und ich haben nicht so gut zusammengefunden. 
Weitergelesen hab ich, weil ich noch auf eine Überraschung gehofft hatte, aber im Endeffekt kam das raus, was man schon recht bald vermuten konnte und auch eher unaufgeregt, da hätte noch etwas mehr Dramatik gut getan.
Ich mag zwar Kriminalromane mit vielen Ermittlungen gerne, aber nicht, wenn es von Anfang an schon zu durchsichtig ist.

Schön fand ich allerdings die Botschaft, die da dahintersteckt. Dass Angst und Verzweiflung oft verstummen lassen und die Menschen davon abhalten zu reagieren und sich zu wehren. Das einzelne aber schon viel tun können und erst recht, wenn man zusammensteht.
 
Abschließen möchte ich deshalb mit einem Sprichwort, das man sicher schon so ähnlich mal gehört hat:
"Es gibt viel Leid auf der Welt", sagte er, "nicht wegen der Gewalt der bösen Menschen, sondern wegen des Schweigens der Guten."
Zitat Pos. 3368
 
 
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.
 
 
 

Finsterdorf von Peter Glanninger

 
Genre Kriminalroman
Schauplatz Österreich, im fiktiven Ort Schandau in der Nähe von Scheibbs
 
Verlag Gmeiner -- Seitenzahl 440
1. Auflage März 2021

 
 
 
 
 

6 Kommentare:

  1. Wirklich schade! ich mochte den krimi wirklich sehr, aber wie ich schon angedeutet habe kann es natürlich sein, dasas die Nähe zum Setting auch mitspielen kann.
    Die Spannung lässt nach dem tollen Beginn nach...da hast du vollkommen recht und was dahintersteckt kann man auch erahnen. Trotzdem habe ich den Krimi genossen und hatte Kopfkino, weil ich ja die Umgebung und die Dörfer rund um das fiktive Schandau kenne.
    Ich habe bisher eigentlich auch lauiter sehr gute Bewertungen zum Buch gelesen. Ich bin nun gespannt, was Nicole dazu sagen wird, wenn sie es liest.

    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Es hat mir auch echt leid getan, aber ich konnte mich einfach nicht so recht damit anfreunden...
      Hab schon gesehen, dass es einigen sehr gut gefallen hat, da bist du nicht alleine :) Ich hoffe, dass Nicole dann auch überzeugter ist!

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  2. Liebe Aleshanee

    Wie schade, dass dir der Krimi nicht zugesagt hat. Ich habe ihn mir auch schon näher angesehen und überlegt, ob der zu mir passen könnte. Vielleicht warte ich einfach noch ein wenig ;-)

    Alles Liebe und hoffentlich findest du bald Krimis/Krimireihen, die dich ansprechen
    Livia

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    1. Martina war ja sehr begeistert und ich hab auch andere positive Rezensionen dazu gesehen ... das scheint also sehr unterschiedlich zu sein. Vielleicht mal in die Leseprobe reinschnuppern, wenn du dir noch unsicher bist ;)

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  3. Hallo Aleshanee,

    au weh, das entmutigt mich jetzt ein bisschen. Dir hat es ja gar nicht gefallen. Ich bin mal gespannt und hoffe, dass es einem besser gefällt, wenn man die Gegend kennt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ich hoffe sehr, dass du dich Martinas Begeisterung anschließen kannst :) Ich wünsch dir jedenfalls viel Spaß beim Lesen!

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