Dienstag, 17. September 2019

Rezension zu Der Fall der linkshändigen Lady von Nancy Springer

Rezension zu Der Fall der linkshändigen Lady von Nancy Springer


Der zweite Fall der Detektivin Enola Holmes

Enola versteckt sich in London noch immer vor dem genialsten Detektiv der Welt, ihrem eigenen Bruder Sherlock Holmes, und wartet auf weitere verschlüsselte Nachrichten ihrer Mutter. Als sie zufällig von der verschwundenen Lady Cecily erfährt und in den faszinierenden Kohlzeichnungen der offenbar sehr begabten Künstlerin eine Seelenverwandte erkennt, übernimmt Enola die Ermittlungen. In verschiedenen Verkleidungen auf den dunklen Londoner Straßen unterwegs und immer auf der Hut vor Mördern und Verbrechern, muss Enola die Hinweise entschlüsseln: eine angelehnte Leiter, ein gerissener Verkäufer, politische Flugblätter… Um Lady Cecily zu retten, riskiert Enola mehr als sie sollte – und kommt dabei auch ihrem Bruder unerwartet nahe.

In diesem spannenden Nachfolger des ersten Bands Der Fall des verschwundenen Lords führt Nancy Springer die Leser zurück in das düstere und gefährliche Viktorianische London und setzt die Abenteuer der schlauen Detektivin Enola Holmes fort. 
(Verlagsinfo)
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Der Fall der linkshändigen Lady

von Nancy Springer

Band 2 der historischen Krimireihe um Enola Holmes
empfohlen ab 12 Jahren
Schauplatz England 1888

Im Original The Case of Left-Handed Lady
übersetzt von Nadine Mannchen

Verlag Knesebeck // Seitenzahl 190
1. Auflage August 2019
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 Meine Meinung

Ich finde diese Reihe echt außergewöhnlich, weil sie für das empfohlene Lesealter wirklich anspruchsvoll geschrieben ist. Die gesellschaftlichen Umstände Ende des 19. Jahrhunderts werden gekonnt in die Handlung mit eingeflochten und durch viele kleine Details bekommt man die Denkweise der Gesellschaft und die gravierenden Missstände mit, die zwischen Ober- und Unterschicht herrschen.

"Dieses Land ist verrückt, Menschen nach ihrem Titel zu beurteilen."
Er schnürte den braunen Stiefel weiter. "Warum sollte ein fauler, sogenannter Aristokrat
mehr als Gentleman gelten als ein sparsames, nüchternes, fleißiges Mitglied
der Arbeiterklasse?" Seite 97

Auch Enola Holmes, die 14jährige Protagonistin und kleine Schwester der berühmten Holmes Brüder hat damit zu kämpfen, denn es schleichen sich immer wieder Zweifel und Selbstkritik ein. Während nämlich ihre Brüder auf ihre nüchterne, rationelle Art versuchen, sie in London zu finden, hat Enola Eigeninitiative bewiesen und versucht, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Sie möchte nicht in diese klassische Frauenrolle dieser Zeit gepresst werden und ein stilles Vorzeigefrauchen in der Gesellschaft werden, sondern auf ihren eigenen Füßen stehen und Freiheit genießen.

Dass sie durch ihr Geschlecht und ihr Alter immer wieder unterschätzt wird kommt ihr manchmal aber auch zupass, vor allem wenn sie sich ihrem ersten Fall widmet, dem Verschwinden von Lady Cecily.
Trotzdem muss sie aufpassen, dass sie sich nicht überschätzt, denn London ist ein gefährliches Pflaster, was man auch als Leser durch die Atmosphäre bestens zu spüren bekommt. Sie überwindet jedoch ihre Ängste und zeigt durch ihr gewieftes Auftreten und ihre mutigen Entscheidungen, dass sie ihren Willen durchsetzen kann. Nichtsdestotrotz spürt sie die Einsamkeit und versucht, einen Kontakt mit ihrer Mutter herzustellen. Aber auch zu ihren Brüdern, vor allem zu Sherlock, spürt sie eine Verbundenheit, der sie nicht nachgeben möchte aus Angst, in ihrer Eigenständigkeit nicht akzeptiert zu werden.

Der Schreibstil ist, wie oben erwähnt, doch recht anspruchsvoll und doch flüssig zu lesen. Einige fremde Wörter kommen vor und gesellschaftliche Kalamitäten, die bei jüngeren Lesern sicher Fragen aufwerfen: was ich sehr gut finde!
Die Handlung an sich baut langsam an Spannung auf und grade gegen Ende wird es äußerst brenzlig. Die Aufklärung fand ich ein bisschen weit hergeholt, hat sich aber gut im Rahmen der Geschichte eingefügt.


Meine Bewertung

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%20Sonnen



Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.



Ebenfalls rezensiert bei

Damaris liest 5/5


Über die Autorin: Nancy Springer hat bereits über 50 Romane und Krimis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben. Ihre Bücher wurden in zwölf Sprachen übersetzt und weltweit schon über zwei Millionen Mal verkauft. Nancy Springer lebt mit ihrem Mann in Florida, USA. 
Quelle: Knesebeck Verlag

Enola Holmes

1 - Der Fall des verschwundenen Lords
2 - Der Fall der linkshändigen Lady
3 - The Case of the Bizarre Bouquets
4 - The Case of the Peculiar Pink Fan
5 - The Case of the Cryptic Crinoline
6 - The Case of the Gypsy Good-Bye

Kommentare:

  1. Huhu,

    ich fand diesen zweiten Teil tatsächlich etwas besser als den ersten, weil diesmal die Aufklärung des Falls mehr im Fokus stand. Falls du gern auch mal ein Hörbuch hörst, kann ich dir diese in diesem Fall nur ans Herz legen. Die Sprecherin ist wirklich klasse.

    Liebe Grüße,
    Cherry

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    1. Ah, umgedreht :D Ich fand den ersten einen Tick besser.
      Hörbücher höre ich wirklich selten ... ich bin nicht wirklich viel unterwegs, wo es sich anbieten würde und zuhause lese ich dann doch lieber im Buch ^^

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