Sonntag, 7. März 2021

Expedition zur Nord-West-Passage: Terror von Dan Simmons

Dan Simmons
England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

Mit „Terror“ lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat …
 
 
 
 
Meine Meinung
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Die einen finden es langatmig und zäh, die anderen sprechen von einem Meisterwerk ... ich bin da wohl irgendwo dazwischen.
 
Wir erleben hier die Expedition zur Nord-West-Passage, die im Jahr 1845 mit den beiden Schiffen "Terror" und "Erebus" gestartet ist. Der Autor scheint gut recherchiert zu haben lt den anderen Lesern, ich selber weiß darüber zu wenig, um dahingehend zu urteilen. Ich hab erst nach dem Lesen des Buches ein bisschen gestöbert und dabei einige Namen und Details entdeckt, die ich auch in der Geschichte wahrgenommen habe. 

Mit Namen und Perspektiven werden auch die jeweiligen Kapitel eingeleitet, die hauptsächlich aus der Sicht von Kapitän Francis Crozier und Kapitän John Franklin beginnen. Später gesellen sich noch andere Seeleute dazu, wie zum Beispiel der Arzt Dr. Goodsir oder der Leutnant John Irving. 

Das Buch und ich hatten es zuerst nicht leicht. Dan Simmons beschreibt alles so detailreich und minutiös, grade zu Beginn mit vielen Namen und Belanglosigkeiten, das ich manchmal geneigt war, das Buch wegzulegen. Allerdings hat es mich dennoch gereizt, da anfangs einige Kapitel schon im Jahr 1847 spielen und man merkt, dass da einige schlimme Dinge vorgefallen sein müssen in den letzten zwei Jahren. 
Während man also einerseits schon sozusagen mit den Menschen auf den eingefrorenen Schiffen im eisigen Winter festsitzt, erfährt man durch die unterschiedlichen Rückblicke, wie es dazu kam. 
Man wird zwar dadurch manchmal herausgerissen aus der Atmosphäre dieses eisigen Nordens, lernt aber die Figuren besser kennen, die hier eine tragende Rolle spielen. Überhaupt sind die Charaktere genial ausgearbeitet und durch den Detailreichtum an Beschreibungen aller Umstände fühlte es sich beim Lesen immer so an, als wäre man direkt dabei.

Ich bin ja meist ein eher verfrorener Mensch und ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie man 2-3 Jahre dort im Eis festhängt, bei teilweise -50 Grad, das Essen geht zur Neige, die ersten Krankheiten tauchen auf und keine Hoffnung in Sicht, das Schiff aus diesem meterdicken Packeis befreien zu können.
Neben den üblichen Problemen kommen allerdings noch andere hinzu - vor allem natürlich der "mystische" Aspekt, also der fiktive Teil, der die Männer das Fürchten lehrt. 
Ebenso die Verbindung mit den Inuit, die plötzlich auftauchen und niemand so recht weiß, inwieweit diese mit den ermordeten Mannschaftskameraden zusammenhängen. 
 
Die harte Zeit des Wartens und kaum Aussicht auf Hoffnung, das zehrt an den Männern, die wirklich lange versuchen, durchzuhalten. Welche Entscheidungen schließlich getroffen werden müssen, sind allesamt nicht leicht und Kapitän Crozier hat mich hier durch seine Entwicklung überrascht. Mit seinem starken Überlebenswillen und dem schweren Los, die Verantwortung zu tragen, muss er das Unmögliche schaffen und setzt alles daran, die restliche Crew nachhause zu bringen.

Zeitweise zieht es sich wirklich sehr hin, dann gibt es wieder Kapitel, die spannend sind und neugierig machen. Die Mischung hat für mich leider nicht ganz hingehauen, denn trotz der wirklich eindrücklichen Stimmung und anschaulichen Atmosphäre, gab es zu viele Strecken die mir zu sehr dahingeplätschert sind. Hätte man gekürzt, wäre es für mich ein grandioses Buch gewesen!
 
 
Meine Bewertung
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Terror von Dan Simmons

 
Historischer Mystery-Abenteuer Roman über die Erkundung 
der Nordwest Passage im 19. Jahrhundert
Im Original The Therror --- übersetzt von Friedrich Mader
 
Verlag Heyne --- Seitenzahl 992
1. Auflage Dezember 2008


 
 
Von Dan Simmons ebenfalls gelesen: Elm Haven
 
Es ist der Sommer 1960. Die schwüle Hitze macht allen in Elm Haven, Illinois, schwer zu schaffen, und die Tage fließen träge dahin. Für die fünf Freunde Mike, Duane, Dale, Harlen und Kevin wird diese Zeit zum Sommer ihres Lebens, dessen Ereignisse ein unzerstörbares Band der Freundschaft und des geteilten Grauens zwischen ihnen schmieden werden. Denn noch ahnen sie nicht, was im Keller ihrer Schule lauert. Noch liegt Elm Haven friedlich in der Sommerhitze …

Mit "Elm Haven", das die beiden Romane "Sommer der Nacht" und "Im Auge des Winters" enthält, hat Dan Simmons einen großen Klassiker der amerikanischen Horrorliteratur geschrieben..



6 Kommentare:

  1. Ja, Dan Simmons schweift auch gern mal ab, wobei ich seine Klassiker (gefühlt) vor Äonen gelesen habe :D Irgendwie gehört er aber auch nicht zu den Vielschreibern, die alle naslang ein Buch veröffentlichen und ist vielleicht deshalb nicht so omnipräsent? ;)

    Dir einen schönen Sonntag mit einer hoffentlich besseren Lektüre
    Frank

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    1. Ich hatte, ehrlich gesagt, bis vor 2 ? Jahren nicht wirklich von ihm gehört. Da kam "Elm Haven" raus, das hatte ich gelesen und das eine Buch, das waren ja zwei in einem, hatte mir sehr gut gefallen, das andere weniger.
      Deshalb wollte ich es hiermit probieren, auch wenn ich schon geahnt hab, dass es etwas ausschweifend wird, aber es war streckenweise schon echt zäh ^^

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  2. Hallo Aleshanee,

    ich kann deine Kritikpunkte gut nachvollziehen. Gerade die philosophischen Ausschweifungen fand ich nicht so packen und mit dem Monster hatte ich keine Freude. Doch die Stimmung und Atmosphäre haben das für mich wett gemacht.

    Schönen Sonntag & liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Das Monster fand ich schon okay, die philosophischen Ausschweifungen hab ich jetzt gar nicht so empfunden, die haben mir eher gefallen. Nur hätte er sich einfach auf die Schiffe und die Situation dort konzentrieren sollen. Die Hälfte der Seiten hätte auch gereicht :)

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  3. Hallo liebe Aleshanee

    Das Buch und der Autor sind mir gefühlt noch nie begegnet, das Cover und die Beschreibung machen mich aber neugierig. Vielleicht schaue ich mir einmal eine Leseprobe oder einfach noch die anderen Bücher des Autors an, dann kann ich mir besser eine Meinung bilden und entscheiden, ob das etwas für mich wäre.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Mich hat es interessiert wie das damals war bzw. hätte sein können. Aber er erzählt wirklich extrem langatmig, auch wenn es spannende Passagen gibt. So wirklich weiterempfehlen kann ich es nicht. Ich würde das wirklich nur lesen, wenn es dich brennend interessiert ;)

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