Dienstag, 6. März 2018

Rezension: Quendel von Caroline Ronnefeldt

Quendel

von Caroline Ronnefeldt

Genre: Fantasy
empfohlen ab 14 Jahren

Verlag: Ueberreuter
Seitenzahl: 448
Hardcover: 19,95 €
Ebook: 15,99 €

1. Auflage: Feb 2018







Verlagsinfo
Die Quendel sind ein gutmütiges Volk, das sich abends am Kaminfeuer schauerliche Geschichten erzählt und für gewöhnlich nie etwas Ungeplantes tut. Doch als der selbst ernannte Kartograf Bullrich Schattenbart eines Nachts nicht nach Hause kommt, brechen seine besorgten Nachbarn auf, um ihn zu suchen – angetrieben von einem schrecklichen Verdacht: Kann es sein, dass sich der verwegene Eigenbrötler in die Nähe des Waldes Finster gewagt hat? Noch ahnt keiner, was diese Nacht so anders macht als alle anderen. Ein seltsam leuchtender Nebel öffnet die Grenzen zu einer fremden, bedrohlichen Welt. Wer die Zeichen zu lesen versteht, weiß, dass lang vergessene, uralte und grausame Kräfte zu neuem Leben erwachen …


Meine Meinung

Wieder einmal eine Coverentscheidung die sich absolut gelohnt hat! Schon nach den ersten Sätzen war ich völlig in den Bann gezogen, denn der Schreibstil von der Autorin schafft eine ganz besondere Atmosphäre, die einen komplett in die verwunschene Welt der Quendel eintauchen lässt!

Die Quendel, ein Völkchen das abgeschieden im Hügelland lebt, aber dennoch gesellschaftslustig und geschwätzig ist - ein bisschen erinnerte es mich an die Hobbits, was aber nicht irgendwie abgekupfert wirkte, sondern einfach ein schöner Nebeneffekt war.
Einer der Quendel, Bullrich Schattenbart, ist ein alter Eigenbrötler, der sich gerne an alte Sagen erinnert. Auch an die unheimlichen Mythen über den Finster, einen düsteren Wald, den kein Quendel betreten möchte, denn einige aus seinem Volk sind schon darin verschwunden und nie wiedergekehrt. Doch der weiße Fleck auf seinen Landkarten lässt ihn einen folgenschweren Entschluss fassen.

Während man anfangs Bullrich auf seinem Weg ins Abenteuer begleitet, wechseln die Perspektiven zu anderen, höchst eigentümlichen Figuren. Auch wenn man einen sehr schönen allgemeinen Eindruck über das Volk der Quendel gewinnt, sind sie natürlich doch sehr individuell und verschieden. Da gibt es die tatkräftige Hortensia, Bullrichs findigen Neffen Karlmann, den engagierten Zwentibold oder auch den Einsiedler Fendel.
Die Kapitel sind relativ lang und so begleitet man die verschiedenen Figuren während einer höchst ereignisreichen Nacht in unheimliche und bedrohliche Abenteuer.
Ihnen allen stehen einige schlimme Stunden bevor, denn etwas Dunkles regt sich im Finster und lässt die alten Sagen lebendig werden. Diese sind übrigens auch an unsere Mythen angelehnt, was ich wieder besonders schön fand.

Der Schreibstil ist, wie oben erwähnt, wirklich außergewöhnlich, denn er hat mich komplett zwischen den Zeilen versinken lassen. Da störte mich auch das langsame Tempo nicht, in dem die Handlung voranschreitet, denn jeder Moment ist mit so viel Liebe und anschaulichen Details ausgestattet, das es einfach nur Spaß gemacht hat! Versonnen und beschaulich würde ich es beschreiben, was sich jedoch im Laufe der Ereignisse wendet, denn das Böse nimmt immer mehr Formen an und wird richtig unheimlich! Es wird richtig gruselig, spannend und man bekommt es mit einigen gespenstischen Wesen zu tun, die einem das Fürchten lehren können!
Die Kapitel enden dann auch oft an höchst spannender Stelle und der Weg führt sie nicht alle an ein glückliches Ende. Das Böse, dass sich hinter dem Nebel verbirgt, bleibt im Verborgenen - auch wenn es viele Andeutungen gibt, spielt die Autorin hier gerade mit dem, was man nicht greifen, man nicht benennen kann.
Allerdings muss ich zugeben, hat mir zum Schluss doch etwas gefehlt, denn nicht alle Fragen wurden beantwortet. Im Grunde kann man den Ausgang der Geschichte zwar so stehen lassen, es würde aber noch einiges an Stoff für eine Fortsetzung bleiben, weil doch noch einiges zu verschiedenen Figuren noch offen geblieben ist. Leider ist mir nicht bekannt, ob das geplant ist, würde mich aber freuen.

Aufgefallen sind mir natürlich auch die Namen, von denen viele pfanzliche Ursprünge haben (Quendel ist z. B. eine Thymianart), aber auch die Flüche mit Pilzsorten und allen möglichen und unmöglichen Arten der Flora geben dem ganzen einen eigenen und ausgefallenen Charakter!

Ein kleines Manko beim ebook: Die schöne Karte vorne im Buch, wo man sicher bestens die Wege der einzelnen Quendel verfolgen kann, ist kaum lesbar, da sie einfach zu klein ist.

Insgesamt wunderschön erzählt mit einem ganz eigenen Rhythmus, eine Anlehnung an das Hügelvolk von Mittelerde, ein schauriger Hauch der alten Mythen und ein Sammelsurium kurioser Charaktere, die mir alle sehr ans Herz gewachsen sind.


Bewertung
 http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen


© Aleshanee


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.



Über die Autorin: Caroline Ronnefeldt studierte Kunstgeschichte in München und Illustration in Hamburg. Heute lebt und arbeitet sie als Illustratorin in der Hansestadt.
Die Inspiration für ihre Bücher findet sie auf dem Land, in dem verwunschenen Garten ihrer Familie. Immer an ihrer Seite: ihr Siamkater Willow, mit dem sie sich den Platz am Schreibtisch teilt.
Quelle: Ueberreuter Verlag

Kommentare:

  1. Hallo Aleshanee,
    mit dieser Vorstellung hast du mich begeistert, ich hab Lust bekommen, die Quendel auf ihrem Weg in den Wald Finster zu begleiten (erinnert mich jetzt an Ensel und Krete).
    Ich hab es auf meine Warteschlange gesetzt und freue mich schon drauf, wenn in meinem Regal wieder Platz ist und ich 10 !! Bücher von dieser Warteschlange kaufen werde.
    Gruß,
    Daniela

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    1. Das freut mich sehr! Denn die Geschichte find ich wirklich ganz besonders. Nur hoffe ich wirklich auf eine Fortsetzung, denn einiges bleibt schon ungeklärt ...
      Ensel und Krete hab ich auch gelesen, ist aber schon länger her und ich muss gestehen, dass ich mich so gut wie gar nicht mehr an den Inhalt erinnern kann ^^

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  2. Ich bin ja absolut kein Fan von langen Kapiteln, aber ich glaube, ich muss mri doeses Buch dochmal genauer angucken, das klingt echt süß =)

    Liebste Grüße
    Vivka

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    1. Ach, das stört mich eigentlich nicht - kommt immer drauf an. Hier ist es mir einfach aufgefallen, weil sie wirklich richtig lang waren. Aber gestört hat es mich nicht. So konnte man die einzelnen Handlungsstränge schön verfolgen :)

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    2. Ich bin so ein typischer von Kapitel-zu-Kapitel-Leser und daher ist das für mich immer ein eher negativer Aspekt ;)

      Aber schauen wa mal =)

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  3. Hallöchen =)

    Das Cover ist wirklich sehr auffällig, so dass ich einfach vorbeischauen musste, als ich dich im Blogroll entdeckt habe =).
    Ich mag ausgefallene Charaktere! Ich pack es mal auf die Wunschliste =)

    LG
    Anja

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    1. Das Cover hat es mir auch angetan ♥ Als ich das gesehen hab konnte ich nicht widerstehen *lach*
      Die Charaktere sind ganz was besonderes - und auch wenn es doch relativ viele sind, sind alle sehr anschaulich und individuell und mir ans Herz gewachsen :)

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