Samstag, 23. November 2019

Rezension zu Selene von Christian Pfeiler

Christian PfeilerRezension zu Selene von Christian Pfeiler


Es war ein seltsamer Sommermorgen, an dem Rick seinen Schulbus versäumt hatte. Sein Weg durch die weite Landschaft des einsamen Felsenberges sollte ihn in ein Abenteuer jenseits von Raum und Zeit führen. 

Was bedeuten die seltsamen Lichter und Flugobjekte am Himmel? 
Wieso taucht plötzlich ein herrschaftliches Haus aus dem Nichts auf? 
Wie rettet man die Welt vor Göttern und Aliens? 
Und was hat seine geheimnisvolle Klassenkameradin Selene Wiedenbrink mit der ganzen Sache zu tun?



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Selene

von Christian Pfeiler

Band 1 der Reihe
Schauplatz Irgendwo in Deutschland
Genremix Urban-Fantasy, Science Fiction

In Eigenregie veröffentlicht - Seitenzahl 500
1. Auflage September 2019
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 Meine Meinung

Ich muss erstmal kurz zum Cover sagen, dass ich es mega gelungen finde! Ich mag ja sonst nicht unbedingt zu viele Farben, aber hier wirkt es wunderbar harmonisch und spiegelt sehr gut die Handlung, den Weg der beiden Protagonisten und die philosophischen Fragen, die sich rings um sie einstellen. Allerdings darf man keine Liebesgeschichte erwarten - falls das wegen den beiden Figuren den Eindruck macht und es ist auch keine "einfache" Geschichte, denn man wird schon ganz schön zum mitdenken gefordert.

Das Leben des 16jährigen Rick stellt sich komplett auf den Kopf, als er den Schulbus verpasst und auf dem Weg einer Abkürzung seiner Klassenkameradin Selene über den Weg läuft. Dass er sie kaum kennt nimmt bald erschreckende Ausmaße an, denn sie ist nicht einfach nur eine etwas flippige, kontroverse, im 80er Jahre Stil gekleidete Außenseiterin - sie ist eine Göttin. Zumindest ist das ein passendes Wort aus unserem Sprachgebrauch für ihre Form der Existenz, die sich aus Lust auf Abwechslung auf unserem Planeten eine kleine Pause im Menschsein gönnt.

Man lernt Selene schon ein bisschen im Prolog kennen, in dem sie sich selbst vorstellt und dabei einen höchst amüsanten Eindruck hinterlässt. Eine Art neugierige Entdeckerin, immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen ihres unerschöpflichen Wissenpools, dabei sehr von sich selbst überzeugt und mit ihrem flapsigen Mundwerk ein Quell an erfrischender Redseligkeit. Hier bekommt man schon einen kleinen Vorgeschmack des Stils, in dem der Autor teilweise obsessiv schwelgt, aber mit dem ersten Kapitel und dem Wechsel zu einem übergeordneten Erzähler ist es angenehm flüssig zu lesen.

Die Handlung geht gut voran und hält viele Überraschungen bereit, aber es gibt auch philosophische Dialoge, die einen zum Nachdenken bewegen. Da sollte man schon mit Konzentration lesen, um alles zu verstehen, was mir nicht immer gelungen ist.
Toll finde ich aber definitiv, dass außergewöhnliche Wörter vorkommen, wie z. B. flatulent, rekursiv, fraktal, obsolet ..., die man in Büchern ja eher selten findet, dadurch aber erfrischend neu und anders wirken.

Die Ideen sind wirklich großartig, grade was die Gedanken über die Beschaffenheit unserer Welt, des Weltraums und überhaupt das Entstehen von Welten angeht, aber auch der Weg, den Rick und Selene nehmen müssen (um ein grauenvolles Schicksal der Erde abzuwenden), hält viele Wendungen parat. Der Autor fabuliert recht gerne und beschreibt sehr detailliert, wodurch man sich alles immer wirklich sehr gut vorstellen kann, aber manchmal verliert er sich etwas darin und es gibt Szenen, die dadurch etwas vor sich hinplätschern.
Vor allem auch weil der Fokus in dem Austausch der beiden Protagonisten liegt und das Drumherum daher manchmal ins Abseits kommt. Was an sich auch nicht schlimm wäre, aber die Phantasie gerät hier teilweise in Sphären, denen ich nicht immer ganz folgen konnte.

Auch gibt es noch einige kleine Fehler im Druck, die in den nächsten Ausgaben aber ausgemerzt sind, was den Lesefluss nochmal erleichtern dürfte. Ansonsten sind mir einige prägnante Eigenheiten im Stil des Autors aufgefallen, die mir gut gefallen haben und die auch die Charaktere besonders machen.
Die Bezugnahme auf Bücher, Spiele, Filme und Comics aus den 80er Jahren bis heute finde ich total klasse und hat mir viel wieder in Erinnerung gerufen, sowas macht immer eine Menge Spaß beim Lesen! Auch der Humor fehlt nicht, denn es kommen einige kuriose Situationen zustande.

Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen und war mal etwas völlig anderes, was man sonst aus der Bücherwelt kennt - an manchen Stellen war es mir etwas zu diffus, weil ich nicht alles verstanden habe oder durchblicken konnte und teilweise war das Tempo durch die vielen Gespräche etwas gebremst. Trotzdem ein wirklich gelungener Auftakt, vor allem wenn man bedenkt, dass Christian Pfeiler alles - bis auf das Cover - komplett in Eigenregie gemeistert hat.


Meine Bewertung

Für ein außergewöhnliches Debüt, das noch etwas Feinschliff braucht,
aber trotzdem viel gute Unterhaltung bietet!

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/3%2F4%20Sonnen
Tendenz nach oben



INFO

Ich hab das Buch netterweise als Hardcover Ausgabe vom Autor bekommen. Übrigens ein sehr sympahtischer Mensch, der auf äußerst ungewöhnlichem Weg seine Leser zu gewinnen versucht. Das Buch ist nicht im Handel erhältlich, aber ihr könnt euch auf der Seite Rezi-Suche die Leseprobe anschauen, dort findet ihr das komplette (!) Buch als pdf Datei. Er würde sich immens über Meinungen und Rezensionen freuen.  
Auch könnt ihr ihn gerne anschreiben und das HC bei ihm kaufen -> Bluesman.BGM@t-online.de. Rezensionen sind ansonsten leider nur bei goodreads.com möglich, da auf anderen Plattformen eine ISBN Nummer nötig ist, um ein Buch einzutragen. 

Ich hoffe sehr, dass er noch mehr begeisterte Leser finden wird, denn ich diese Geschichte hat wirklich potenzial. Ich freu mich, dass er schon fleissig am zweiten Band schreibt :)


Eine kurze Erklärung von Christian Pfeiler selbst zu seinem Buch möchte ich euch nicht vorenthalten:

Ein Genremischung aus Urban Fantasy und SciFi (inklusive Magie, außerirdischen Invasoren und Göttern) mit viel Humor und zahlreichen Zitaten auf 80er-Jahre-Filme und Serien. Darüber hinaus befassen sich viele Dialoge auch mit philosophischen und wissenschaftlichen Themen. Bitte keine Romanze erwarten, das Verhältnis der jugendlichen Hauptcharaktere bleibt rein freundschaftlich und geistig basiert. Im Grunde könnte man es als asexuelle oder sapiosexuelle Urban Fantasy betrachten, was ja im Genre eher ungewöhnlich ist.

Kommentare:

  1. Kurze Nachricht vom Autor selbst: vielen Dank für die wunderbare Rezension zu einem sicher etwas speziellen Buch aus meiner schrägen Fantasie ;-).

    Eine kurze Sonderpreisaktion sei noch erwähnt: das Buch ist ohnehin sehr günstig, denn mir geht es nicht darum, Gewinn damit zu machen. Ich möchte einfach Leser für die ungewöhnliche Idee finden, und das eben nicht nur in digitaler Form, sondern auch greifbar als hochwertiges Buch. Generell wird das Buch gegen EUR 10,00 versendet, was in etwa den Versandkosten entspricht.

    Und hier kommt die Aktion: die ersten 3 Leser, die sich jetzt auf die Rezension hin per Email mit Versandadresse bei mir melden, bekommen das Buch komplett gratis. Einfach nur so, damit es ein wenig Verbreitung findet und irgendwann zum Geheimtipp wird :-).

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    1. Freut mich, dass die Rezension so für dich okay ist. Es gab einige Kleinigkeiten, die noch stören, aber insgesamt definitiv was ganz besonderes! :)

      Das Angebot ist ja toll, ich hoffe sehr, es melden sich auch schnell Leser, die Lust auf diese außergewöhnliche Geschichte haben!

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  2. Ohne den Text zu kennen, stellt sich mir die Frage: Wieso so umständlich? Ein Buch als SPler zu veröffentlichen, ist kein Hexenwerk.

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    1. Ich denke, weil es für jeden einen eigenen Weg gibt, wie er das machen möchte ;)

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  3. Das liegt vermutlich daran, dass der Autor doch etwas schräg drauf ist ;). Das würde jetzt im Detail zu weit gehen (und hätte u.A. damit zu tun, warum das Buch auf einem 25 Jahre alten PC mit Betriebssystem von 1993 geschrieben wurde) aber generell bin ich kein Freund von anonymen Vertriebskanälen und Kauf per Mausklick. Die üblichen SP-Konventionen sind zudem alle relativ kommerziell orientiert, und darum geht es mir gar nicht. Mir sind persönliche Kontakte mit Lesern weitaus lieber, als jetzt irgendwo eine Statistik von Klickzahlen und Käufen zu sehen.

    Ich sehe auch nicht, was wirklich umständlich daran ist, eine kurze Nachricht an mich zu schreiben und Interesse an einem gedruckten Exemplar zu bekunden. Falls ein Link in den Kommentaren erlaubt ist - hier hatte ich mich noch zu meinen Motivationen geäußert:

    https://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=67758

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