Dienstag, 3. März 2020

Rezension zu Das Haus der tausend Welten von T. S. Orgel

Das Haus der tausend Welten von T. S. Orgel


Klappentext: Das Leben in den verwinkelten Gassen Atails ist hart, vor allem, wenn man nicht zu einer der großen Magierfamilien gehört. Die Straßenzauberin Stern schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben, als ihr eines Tages der Schlüssel zum Haus der tausend Welten in die Hände fällt, das einst der Sitz der Magiergilde war. Der Legende nach soll es unendlich viele Räume beherbergen, gefüllt mit Schätzen und Artefakten, die selbst aus einfachen Zauberern die mächtigsten Magier der Welt formen können. Gemeinsam mit ihren Gefährten Fuchs, Ako, Baelis und Salter macht Stern sich auf den Weg dorthin. Aber sie sind nicht die Einzigen, die die Geheimnisse des Hauses ergründen wollen. Noch ahnen die Schatzsucher nicht, was im Inneren des Hauses wirklich auf sie wartet ...


Meine Meinung
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Ich hab ja schon ein paar Bücher der Brüder Orgel gelesen und auch das neue klang für mich äußerst vielversprechend. Leider hat der Klappentext völlig andere Erwartungen geweckt und spiegelt das, was passiert, auch nicht so wider.

Aber von Anfang an: Der Prolog war sehr gut und hat extrem meine Neugier geschürt. Hier gab es einen kurzen Einblick aus der Vergangenheit, was anderen in dem "Haus der tausend Welten" widerfahren ist, bzw. in dem "Haus der aufgehenden Sonne". Der Bezug zu dem Lied "House of the rising sun" wird sofort klar, da direkt am Anfang ein paar Zeilen aus dem Songtext stehen - ich denke mal, das so ziemlich jeder die Fassung von 1964 der Band "The Animals" kennt. Tolles Lied übrigens!

Die ersten Kapitel sind dann nach den Figuren benannt, um ihre Lebensumstände und ihr Umfeld näher vorzustellen:

Zum einen die Söldnerin Baelis, die in arge Bedrängnis gerät
den Gelehrten Salter, der sich auf der Flucht befindet
den Straßendieb Fuchs, der sich mit Gaunereien über Wasser hält
und die Reisende Ako, die man noch gar nicht einschätzen kann.

An sich eine tolle Idee, allerdings zog es sich für mich sehr in die Länge. Die ganze Vorstellung der Charaktere, welche Wege sie nach Atail geführt haben, wie sie in das "Haus der tausend Welten" kommen etc., dauerte mir einfach zu lang. Die Zauberin Stern selbst, die ich als Mittelpunkt des Geschehens eingeschätzt hatte - wegen dem Klappentext - wurde erst später präsent und meine Neugierde auf das Haus selbst musste sich wirklich lange gedulden. Ich hatte wohl einfach komplett andere Erwartungen.

Die vielen Beschreibungen an sich mag ich gerne in Fantasy Büchern, aber hier wirkten sie mir oft fehl am Platz. Zwar konnte ich mich in dem jeweiligen Moment durch die anschaulichen Details gut reinfinden, aber zur Gesamtsituation hab ich keinen Draht gefunden. Es ist schwierig in Worte zu fassen, denn es ist definitiv unterhaltsam geschrieben mit reichlich Ideen und Originalität, aber ich war immer nur Zuschauer und nie so wirklich dabei.
Lieber als phantasievolle Tiere oder Pflanzen, Kleidungsstücke, Waffennamen oder ähnliches hätte ich mir auch mehr Erklärungen zur Siegel-Magie gewünscht. Sowas fasziniert mich total, aber da gab es leider nichts näheres dazu. Überhaupt von der ganzen Magie - also Erklärungen darf man nicht erwarten, sondern sich einfach auf das Unerwartete einlassen ;)

Wer auf Romantik oder Liebeleien hofft wird enttäuscht sein - dafür gibts eine Menge Abwechslung und Überraschungen. Vor allem ab der Hälfte konnte mich die Geschichte wieder mehr mitnehmen und da hat für mich auch der spannende Teil begonnen. Am Ende wird zwar wieder ein Bogen geschlagen zu den "Einführungskapiteln", trotzdem war es für mich an manchen Stellen zu viel und an manchen zu wenig.
Die Erklärung, mit denen die beiden Autoren dann am Ende aufwarten, war allerdings ziemlich cool und hatte auch einige Hintergedanken über das Schicksal, das man selbst in die Hand nehmen sollte. Auch der Humor fehlt nicht, der mich desöfteren zum Schmunzeln gebracht hat - und ich fand auch die Idee sehr kreativ, wie Stern und Ako in ihrer Aussprache Besonderheiten aufgewiesen haben. Nicht zu auffallend, so dass es den Lesefluss stört, sondern einfach in ihrer Eigenart, die ihnen etwas besonderes verliehen hat.
Interessant fand ich auch, dass drei der "machtvollsten" Figuren Frauen sind, auch wenn die Parts insgesamt gut aufgeteilt waren.

Unnötig waren die vielen Leerseiten, die fast allen neuen Kapiteln vorausgehen - praktisch dafür das Glossar am Ende, das alle Erklärungen zu den Begriffen liefert.

Eine sehr abenteuerliche und originelle Geschichte, die ich mir in der Umsetzung und im Aufbau etwas anders gewünscht hätte.



Meine Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/3%2F4%20Sonnen


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.


Ebenfalls rezensiert von

Bücher - Seiten zu anderen Welten
Seitenzauberin
Jennys Bücherkiste
Sophias Bookplanet 


Das Haus der tausend Welten von T. S. Orgel

Genre Low Fantasy
Verlag Heyne - Seitenzahl 592
1. Auflage Februar 2020



Von den Brüdern Tom und Stephan Orgel hab ich ebenfalls gelesen

aus dem High Fantasy Genre: Die Blausteinkriege Trilogie - Rezension zu Band 1
den Science Fiction Thriller: Terra - Rezension
und in Zusammenarbeit mit C. Steenbergen den Steampunk Krimi: Steamtown - Rezension

Kommentare:

  1. Hallo Aleshanee,

    es hat fast den Anschein, als hättest Du ein paar Probleme gehabt, die richtigen Worte zu finden ;) Ich glaube das reicht mir, um das Buch eher nicht zu lesen, auch wenn ich ungewöhnliche Bücher durchaus zu schätzen weiß. Der Buchmarkt gibt ja gücklicherweise ausreichend alternativen Lesestoff her :D

    Viele Grüße
    Frank

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    1. Oh, naja, das fiel mir tatsächlich schwer, aber ich hatte gehofft, trotzdem meinen Eindruck irgendwie rüber zu bekommen ^^
      Ich finde es sehr schwer einzuschätzen, auch wie es anderen gefallen könnte.

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    2. Doch, das ist Dir gelungen, einen Eindruck zu vermitteln. Aber ich kenne auch die Situationen, in denen die Wörter einfach nicht rauswollen, um ein Buch vorzustellen ;)

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    3. Ahhh gut :)
      Das ist manchmal wirklich verzwickt wenn ich so gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll.

      Bei manchen Büchern les ich 50 Seiten und hab schon eine Menge Notizen und Einfälle für die Rezension. Bei anderen les ich bis zum Ende 500 Seiten und es mag mir trotzdem nicht so wirklich was dazu einfallen ...

      Hatte grade noch so ein Buch, bin dann immer froh wenn die Rezension geschrieben ist :D

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  2. Hallo liebe Aleshanee,

    ich habe dieses Buch auf Lovelybooks entdeckt und fand, dass es eigentlich ganz interesant klang. Danke auf jeden Fall für deine Rezension, die einen ganz guten Eindruck von dem Buch gibt ... einige deiner Kritikpunkte sind etwas, was mich öfter bei einigen HIgh Fantasy-Büchern stört, wobei ich ehrlich gesagt da auch einfach ein wenig vorurteilbehaftet bin, denn viel High Fantasy lese ich gar nicht. ^^
    Trotzdem - Humor und gerade auch der Bezug zu dem bekannten Lied klingen auf jeden Fall faszinierend. ;)

    LIebe Grüße ♥

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    1. Hi Dana!
      Oh, das interessiert mich jetzt aber cshon, was dich öfter stört. Ich lese ja viel High Fantasy, deshalb bin ich da jetzt neugierig was du genau meinst :)

      Der Humor zwischendurch ist wirklich witzig und das Lied - es hat jetzt keinen direkten Bezug dazu, aber durch das Zitat am Anfang ist mir das Lied ständig wie ein Ohrwurm durch den Kopf gegangen beim Lesen xD

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    2. Ich meine vor allem sehr viele Charaktere, ausschweifende Beschreibungen, sehr komplexes WOrld Building, viele Informationen und viele Sichtwechsel - gerade mit letzterem tue ich mich sowieso eher schwer. :x Aber letztendlich kommt es da auch auf die Umsetzung an. ;)

      Haha, aber das klingt auch sehr cool. :D

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    3. Ah ok, das ist genau das, was ich sehr liebe :D Aber das sind ja meist auch längere Reihen und da kann sich das gut nach und nach aufbauen. In einem Einzelband würde das nicht so funktionieren. Zu ausschweifend soll es aber bei mir auch nicht sein, da kommt es wieder drauf an, wie mir der Schreibstil zusagt. Wenn der außergewöhnlich ist und schon allein unterhaltsam ist, brauch ich auch keine temporeiche Handlung ;)

      Sichtwechsel stören mich z. B. gar nicht, auch wenn es schnell wechselt oder viele Figuren betrifft. Ich finde da gut, dass man einen Überblick hat über alle Entwicklungen und auch Einblick in die Charaktere ...

      Witzig wie verschieden man das sehen kann :)

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    4. Oh warte, vielleicht kam das jetzt falsch rüber, an sich bin ich absolut ein Fan von kompelexen World Buildings, aber in meinem sehr vorurteilbehafteten Blick habe ich ein bisschen Respekt von HF-Schmökern, die seitenlang Infos dumpen und wo die Handlung ein wenig in den Hintergrund gerät. ^^

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    5. Sowas mag ich natürlich auch nicht, wenn ich nur mit Infos überhäuft werde ... aber das hab ich auch ehrlich gesagt schon lange nicht mehr gehabt.

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  3. Hey Aleshanee :)

    Heute hab ich das Buch dann auch endlich mal beendet und auch gleich mal meine Rezension geschrieben. Im Grunde stimme ich dir in allen Punkten zu, hab ähnliche Kritikpunkte. Der Anfang mit der Vorstellung lang, die Siegelmagie (und auch Stern) kommen zu kurz, ich bin nur Zuschauer der Handlung und war nie richtig dabei.

    Die Aussprachbesonderheiten fand ich nicht so ganz toll, gerade bei Stern hat es mich eher ein bisschen genervt. Bei Ako hab ich wirklich immer korrigiert und musste dann schmunzeln, wenn die Charaktere es auch gemacht haben^^

    Vom Ende war ich auch sehr überrascht, das hatte ich wirklich nicht erwartet. Auch wenn ich mir vielleicht noch die ein oder andere Erklärung mehr gewünscht hätte.

    Schlecht war das Buch nicht, aber Die Blausteinkriege haben mich doch mehr überzeugt. Ich hoffe, das nächste Buch der Autoren kann uns beide wieder mehr überzeugen :)

    Lieben Gruß
    Andrea

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