Dienstag, 19. April 2022

[High Fantasy] Brüder des Windes von Tad Williams

Tausend Jahre vor den Ereignissen, die im Drachenbeinthron geschildert werden: Die (fast) unsterblichen Sithi herrschen über die nördlichen Regionen von Osten Ard. Da tauchen Gerüchte auf, dass einer der ältesten und tödlichsten Drachen von ganz oben im Norden in das Reich eingedrungen ist. Am nächsten Morgen ist einer der beiden Söhne der mächtigsten Familie der Sithi verschwunden …

Unter den Sithi Osten Ards gibt es keine anderen zwei, die so geliebt und bewundert werden wie die beiden Söhne der Herrscherfamilie: Hakatri, ein stets verläßlicher Junge, und sein stolzer und leidenschaftlicher kleiner Bruder Ineluki, der spätere Sturmkönig. Sein Temperament reißt den jüngeren hin, einen gleichermaßen kühnen wie schrecklichen Schwur zu leisten: Er will das tödliche und furchtbare Ungeheuer Hidohebhi zur Strecke bringen und vernichten. Aber damit bringt er nicht nur seinen Bruder und sich selbst in die größte Gefahr, sondern er beschwört auch eine Katastrophe für alle Sithi herauf, womöglich sogar auch für das ganze menschliche Geschlecht. 



Brüder des Windes von Tad Williams


Ein Roman aus Osten Ard - Genre High Fantasy
Im Original Brothers of the Wind
übersetzt von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
 
Verlag Hobbit Presse --- Seitenzahl 368
1. Auflage April 2022


Zuerst das Meer, dann die Insel
Zuerst der Wald, dann der Baum
Zuerst der Baum, dann der Ast, dann die Nachtigall
Aber im Gesang der Nachtigall ist alles
Zitat Seite 294


Meine Meinung
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Nachdem ich bisher alle Bücher um Osten Ard verschlungen habe, war klar, dass ich diese Vorgeschichte um die beiden Brüder der Sithi auch lesen muss! 

Pamon Kes erzählt rückblickend in seiner Eigenschaft als Waffenträger. Obwohl er zu dem unterdrückten Volk der Tinukeda´ya gehört, hat ihn einer der Söhne des Herrschers in diesen Stand erhoben, der ihn mit Stolz und Ehrgefühl erfüllt. Pamon dient Hakatri, dem ruhigen und besonnenen Bruder. 
Hitzköpfig und launisch dagegen ist Ineluki, der zweite Sohn des Herrschers, bekannt durch seinen unterhaltsamen Witz, aber eben auch durch die schnelle Änderung seines Gemüts, dass in Beleidigungen und unbedachte Wut umschlagen kann. Er ist ehrlich, aber auch verletzend, was in seiner Position schwierige Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Diese beiden ungleichen Brüder sind Mittelpunkt der Geschichte, in der sie von Sterblichen gebeten werden, einen plötzlich aufgetauchten Drachen unschädlich zu machen. 

Natürlich kenne ich den Namen Ineluki, der später in den Büchern um Osten Ard eine größere Rolle spielt. Umso mehr war es etwas schade, dass seine Rolle nach und nach in den Hintergrund gedrängt wurde, ich hätte hier gerne noch etwas mehr erfahren. Warum Ineluki später zum Sturmkönig wird, nimmt hier seinen Anfang, aber der Autor kratzt hier nur an der Oberfläche. Vielleicht hab ich aber schon wieder zu viele Details aus der Drachenbeinthron-Reihe vergessen und kann deshalb weniger Verbindungen sehen.

Hakatri und sein Diener Pamon dagegen haben eine Menge Schwierigkeiten zu meistern, Entscheidungen zu treffen und Konsequenzen zu ertragen, die sie auf einer ungewissen Reise quer durch das Land führen.
 
Während die Drachenjagd auf einen spannenden Kampf zusteuert, wirkt der Rest relativ ruhig und gediegen. Das Tempo ist gemächlich, wobei der Autor durchaus mit den vielen Details und den Gedanken Pamons zu fesseln weiß. Vor allem die erste Hälfte des Buches hat mich sehr gut unterhalten!

Man erfährt einiges über die Machtspiele zwischen den Völkern, was vor allem den Diener, der kaum Kontakt zu seinen eigenen Ursprüngen hat, besonders beeinflusst. Lebte er doch bisher in Ehrfurcht zwischen all den einflussreichen Zida´ya, entfernte er sich mehr und mehr seiner eigenen Abstammung,  mit all ihren Sagen, Riten und Verbundenheit. 

Gerade anfangs haben die vielen ja doch ungewöhnlichen Namen etwas überfordert. Auch wenn mir einige schon aus den anderen Büchern geläufig waren, gab es Absätze, denen man nicht so gut folgen konnte. 
Dafür war es besonders schön, von Orten zu hören, die man schon kennt, wie die sagenumwobene Stadt Asu´a, den Rabenhorst, Nabban - oder auch auf das Volk der Nakkiga trifft oder die uralte Utuk´ku, die Herrscherin der Hikeda´ya. Der Weltenaufbau ist einfach phänomenal - die verschiedenen Schauplätze, die Völker, ihre Geschichten und Überlieferungen, alles greift hier nahtlos ineinander. Das Bild, das während dem Lesen entsteht, wirkt echt und authentisch!
Wer die anderne Bücher schon kennt, werden diese Namen sicher bekannt vorkommen - ich weiß nicht, ob man sie jetzt unbedingt vorher gelesen haben muss. Ich denke, man kann auch durchaus zuerst mit dieser Vorgeschichte starten... 

Teilweise fand ich es etwas zu langatmig, grade in der zweiten Hälfte und manche Entscheidungen wirkten in der Logik etwas schwammig. Trotzdem hab ich den Band gerne gelesen, der viel sanfte Tragik und bewegende Emotionen ich sich getragen hat. Ich hab mich gefreut, wieder etwas mehr über die Hintergründe der späteren Kriege und Auseinandersetzungen erfahren zu haben.


Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.  
 
 
 
Ebenfalls rezensiert von
 


Die gesamte Reihe der Saga um Osten Ard in chronologischer Reihenfolge


Vorgeschichte: Brüder des Windes
4 - Der Engelsturm

1.2 - Die Hexenholzkrone 2
2.2 - Das Reich der Grasländer 2

Der Schatten der kommenden Dinge (in Vorbereitung)

3.1 - Die Kinder des Seefahrers 1 (in Vorbereitung)
3.2 - Die Kinder des Seefahrers 2 (in Vorbereitung)

4 Kommentare:

  1. Die ersten vier Bücher fand ich wahnsinnig gut, die sind mir sehr lange in Erinnerung geblieben. Allerdings konnte ich mit der Fortsetzung nichts mehr anfangen und habe direkt Angst, die ersten Bände noch einmal zu lesen, nicht, dass die mir dann auch nicht mehr gefallen. Ich werde mal schauen, ob ich in diese Vorgeschichte mal intensiver reinlesen kann, vielleicht starte ich damit doch noch einen Versuch.
    Danke für deine Rezi!

    Lieben Gruß
    Streifi

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    1. Ich fand die Fortsetzungen auch super muss ich sagen! Schade dass du dann wohl nicht mehr reingekommen bist...
      Ein re-read der ersten Bände erscheint mir aber spannend, wenn du nochmal eintauchen magst. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie nicht mehr gefallen :)

      "Der Schatten der kommenden Dinge" hab ich ja unten gelistet. Das kann aber gut sein dass sie den Titel geändert haben und dass das hier gemeint ist. Ich hab darüber nämlich nichts mehr gefunden.
      Dann geht es hoffentlich bald weiter mit den Kindern des Seefahrers. Ich bin schon so gespannt!

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  2. Hi Aleshanee, da warte ich auf die Fortsetzung seiner Trilogie, da schreibt er einfach so einen Zwischenroman. Ich bin grad erst auf den ersten Seiten und lese zudem parallel noch ein anderes Buch. Mal schauen, wie lange ich brauche und ob ich dann Deine MEinung teile :)
    VG
    Frank

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    1. Hi Frank!
      Ich hab ja oben in der Liste der Osten Ard Bücher "Der Schatten der kommenden Dinge" mit aufgeführt. Ich glaube ja fast, dass das "Brüder des Windes" geworden ist. Denn von dem anderen Titel finde ich gar nichts mehr - und es würde vom Inhalt her ja passen. Allerdings dachte ich, es wäre ein Zwischenstück zu den aktuellen Büchern und keine Vorgeschichte.

      Jedenfalls wünsche ich dir noch viel Spaß beim Lesen!

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