Dienstag, 25. Dezember 2018

Rezension zu EinBlick von Melanie Meier

SIEH HIN
 
Eine Frauenleiche mit Folterwunden und künstlichen Augen – eine entflohene Serienmörderin mit kannibalistischen Launen – ein Sonderermittler für Gewaltverbrechen mit einer übernatürlichen Fähigkeit.
 
Tizian Wolff wird in seine Heimatstadt Regensburg beordert, um einen besonders brutalen Mord aufzuklären. Innerhalb kürzester Zeit sieht er sich nicht nur in einem Netz verdrängter Erinnerungen von anderen verstrickt, sondern taucht auch tief in die eigene Vergangenheit ab. Non nun an dreht sich alles um das Hinschauen, um das Hineinblicken und Dahintersehen, denn nur mit diesem aufrichtigen Blick kann es ihm gelingen, den Fall zu lösen...
  



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EinBlick

von Melanie Meier

Genre Mystery Krimi
Schauplatz Regensburg

Verlag Talawah // Seitenzahl 336
1. Auflage Dez 2018

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Meine Meinung
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Da mir die bisherigen Bücher der Autorin schon so gut gefallen haben war ich natürlich sehr neugierig, wie ihr neuer Mystery Krimi abschneiden wird. Das besondere bei ihren Büchern finde ich ja die Protagonisten und deren außergewöhnliche Charaktermerkmale, die Melanie Meier immer auf ganz besondere Art und Weise ganz nah an den Leser heranbringt. Dabei jongliert sie mit den Worten und zeigt dem Leser auf verschlungenen Pfaden und doch sehr direkt, welche Stärken und Schwächen in den Menschen lauern, aber auch welche Chancen darin verborgen liegen.

Schon der Einstieg in die Geschichte, ein kurzer Einblick in eine Psychatrie, stimmt auf die beklemmende und beängstigende Handlung ein, die aus zwei grauenerweckenden Mordserien besteht.
Der Sonderermittler Tizian Wolff wird zur Klärung hinzugezogen und sein eindrucksvoller EINBLICK in die Psyche der Täter und auf das Geschehen sowie die beeinflussende Wahrnehmung der beteiligten Kriminaler wirkt sofort bezeichnend und weckt ein ganz schauriges Gefühl. Ich weiß nicht, ob ich Tizian Wolff im echten Leben begegnen wollen würde, andererseits reizt es doch sehr, sich mit ihm zu beschäftigen und seine Fähigkeiten am eigenen Leib zu erfahren. Allerdings würde ich mich sicher nicht so recht wohl fühlen, wenn meine Gedanken und Bilder im Kopf nicht mehr mir allein gehören.
Denn diese außergewöhliche Gabe, die er zu seiner Berufung gemacht hat (oder auch umgekehrt) ist ganz schön unheimlich und gewährt ihm einen ganz speziellen Blick auf genau jene Gedanken und Gefühle, die man eigentlich vor anderen verbergen möchte.

"Er hatte auf die harte Tour gelernt, was der Unterschied zwischen Sein und Schein war 
und was es für einen Kraftaufwand bedeutete, wenn man den Schein ununterbrochen 
aufrecht erhalten wollte, damit die anderen einen liebhatten, 
damit man von ihnen ausreichend Anerkennung bekam." Zitat

Wie er damit umgeht und mit welchen Schwierigkeiten er dadurch zu kämpfen hat ist super spannend zu verfolgen - überhaupt empfand ich die ganze Entwicklung der Jagd auf die Täter sehr fesselnd und mit einem Sog, bei dem ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Den Schreibstil würde ich doch als anspruchsvoll bezeichnen, denn man sollte gut mitdenken und sich mit den tiefer gehenden Erkenntnissen auseinandersetzen, die mich wieder einmal sehr beeindruckt haben. Man merkt einfach, dass die Autorin sich gerne mit dem Innenleben von Menschen befasst hat und wie sehr dieses die - unterschiedliche - Wahrnehmung von jedem einzelnen beeinflusst.

"Tizian wusste besser als manch anderer, dass es eine Dreistigkeit war, 
jemandes Wahrnehmung als falsch oder schlecht oder gar destruktiv zu bezeichnen." Zitat

Und das klingt hier immer wieder durch, denn die Wahrheit ist niemals objektiv, sondern jeder nimmt die Augenblicke des Lebens und die Dinge, die ihm widerfahren, mit dem ihm eigenen Erleben auf, das sich durchaus von dem anderer unterscheiden kann, ohne "nicht wahr" zu sein. Als "wahr" an"nehmen" sagt das Wort schon allein, wie überzeugt jeder von seiner Sicht der Dinge sein wird.

"Die Perfektion unterdessen, mit der sich Menschen selbst etwas vorgaukelten,
war für Tizian nichts Neues. Das waren die Wahrheiten mit falschem Schnauzer und Hut auf.
Und ja, verehrte Damen und Herren es waren Wahrheiten, weil sie für denjenigen,
der sie sich vorgaukelte, wahr waren. Sie bestimmten oftmals sein ganzes Leben." Zitat

Ich hätte noch einige mehr Zitate gefunden, was aber den Rahmen sprengt und jedes einzelne davon spricht mir direkt aus dem Herzen. Menschen sind faszinierend in ihrer Kunstfertigkeit ihr Leben zu gestalten und dabei NICHT hinzusehen und nicht wahrzunehmen, was tatsächlich in ihnen und um sie herum passiert. Als Schutz, als Überlebensstrategie, zur Bewältigung des Alltags und zur Ablenkung ein wichtiger Faktor, zum Erkennen von sich selbst aber genau die falsche Richtung, die einen immer mehr von der ehrlichen Wahrnehmung entfernt und unsere selbst erschaffenen Illusionen aufrecht erhält.

Viele Denkanstöße verwoben in einer aufwühlenden Aufdeckung menschlicher Abgründe, dazu die fesselnde Dramatik, die sich immer mehr zuspitzt, die kleinen Cliffhanger, die die Spannung immer wieder in die Höhe treiben und das explosive Ende, das einige Überraschungen bereit hält!
Die Vorgehensweise zur Aufklärung ist völlig anders als man es gewohnt ist, wie auch Tizian Wolff ein einzigartiger Charakter ist und gerade dadurch ein eindrucksvolles und einzigartiges Leseerlebnis schafft.

Als Einzelband ausgelegt enthält das Buch alles, um die Geschichte abzuschließen, allerdings würde ich mich trotzdem freuen, noch mehr von Tizian Wolff und seiner Jagd auf Mörder lesen zu dürfen.

Meine Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen



© Aleshanee

Über die Autorin: Melanie Meier lebt in Regensburg, Bayern. Sie schreibt seit ihrem 15. Lebensjahr, hat die Fachoberschule für Gestaltung besucht und ist ausgebildete Buchhändlerin.
Melanies Romane sind mit dem Qindie-Siegel für qualitativ hochwertige Indie-Publikationen ausgezeichnet. Seit 2014 ist Melanie Chefredakteurin des Qindie-Magazins, dessen erste Ausgabe im Oktober 2014 erschienen ist.
Quelle: Amazon

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